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In den ersten Minuten gibt sich Temtem keine große Mühe damit, seine konzeptionellen Wurzeln zu verstecken. Ihr wacht eines Morgen auf, besucht den örtlichen Professor in seinem Labor und erhaltet eines von drei niedlichen Monstern als euren Gefährten für das kommende Abenteuer.
Temtem wird auch oft als das “Pokémon MMO” bezeichnet. Nun ist der Titel im Early Access verfügbar und man kann sich selbst ein Bild davon machen, ob es sich um eine lieblose Kopie, oder den neuen Hit im Monster-Catching-Genre handelt.
Der ewige Wunsch davon, der allerbeste zu sein...
Bevor euch Temtem in die Spielewelt entlässt, die aus mehreren, fliegenden Inseln besteht, dürft ihr euren Charakter erstellen. Ihr wählt aus zwei unterschiedlichen Körperformen, unterschiedlichen Animationen, Gesichtszügen, Frisuren, Outfits und eurer gewünschten Anrede. Im Spielverlauf habt ihr zusätzlich die Möglichkeit weitere optische Accessoires freizuspielen.
Wie bereits erwähnt verschwendet der Titel keine Zeit. Nur wenige Minuten nach dem Erwachen in eurem Bett steht ihr in dem Labor von Professor Konstantinos und entscheidet euch für eines von drei unterschiedlichen Temtem. Diese namensgebenden Kreaturen leben überalls auf den fliegenden Inseln in Gemeinschaft mit den Menschen. Ihr spielt die Rolle eines Bändigers. Mit Hilfe von Tem-Karten ist es dir Möglich Temtem zu fangen und dann nach belieben zu beschwören.
Bei der Wahl des ersten Temtem spielt nicht nur der Look eine Rolle. Insgesamt gibt es 12 unterschiedliche Element-typen, wie Feuer Wind oder Kristall. Ein Temtem kann bis zu zwei dieser Typen angehören. Bestimmte Typen sind im Kampf effektiver gegen andere.
Also zieht ihr los, besiegt und fangt wilde Temtem, trainiert euer eigenes Team und lasst diese gegen die Begleiter anderer Bändiger antreten. Euer Ziel ist es in der Akademie mehr über Temtem zu lernen, die Meister unterschiedlicher Dojos zu übertrumpfen und nebenbei den bösen Clan Belsoto zu besiegen.
Durch gewonnene Kämpfe erhalten eure Temtem Erfahrungspunkte und Level Ups. Mit der Zeit lernen sie auf diese Weise neue Angriffe oder entwickeln sich in eine komplett neue Form.
Und wenn all das nach einer 1:1-Kopie von Pokémon klingt, dann habt ihr vollkommen recht. Bis auf die Optik gibt es auf den ersten Blick nicht viel was Temtem vom großen Vorbild unterscheidet.
Besser im Doppelpack
Sobald ihr einen Kampf gegen andere Bändiger oder wilde Temtem beginnt, zeigt der Titel aber seine Stärke. Ähnlich wie in Pokémon sind diese rundenbasiert. Ihr wählt jede Runde einen von vier Angriffen aus, die euer Temtem ausführt, wenn es am Zug ist.
Der erste Unterschied ist das Format der Kämpfe. Während Konfrontationen in Pokémon meist eins gegen eins ausgetragen werden, so schickt ihr in Temtem immer zwei eurer Begleiter zur selben Zeit in den Kampf. Der stetige Einsatz eines Monster-Duos sorgt für strategische Tiefe. Temtem können beispielsweise als reine Supporter genutzt werden, ohne jemals aktiv Schaden zuzufügen. Oder ihr baut Kombinationen aus Temtem, deren Angriffe mit ihrem Partner synergieren. Schnell werden einem die Vorteile solcher Team-Kämpfe und deren positiver Einfluss auf die Wahl der eigenen Temtem bewusst.
Jede Aktion eurer Temtem kostet eine gewisse Menge an Ausdauer. Gibt ein Angreifer mehr Ausdauer aus, als er besitzt, wird der übrige Betrag von seinen Lebenspunkten abgezogen und er muss eine Runde lang aussetzen, um sich zu erholen. Zwar regeneriert euer Team jede Runde eine kleine Menge Ausdauer, aber gerade in kniffligen Kämpfen ist das Management dieser Ressource ein Muss. Es entsteht eine interessante Dynamik und das Gefühl seine Begleiter tatsächlich an den Rand ihrer Leistung zu treiben. Während Attacken, die einfache Schwächung- oder Stärkungseffekte bewirken eher selten im Einzelspieler-Modus von Pokémon genutzt werden, sind diese hier eine günstige Möglichkeit eine Aktion zu tätigen, ohne das eigene Temtem zu überlasten.
Manche Angriffe benötigen auch eine bestimmte Anzahl an Runden, bevor sie genutzt werden können. Das bringt weitere Varianz in den Aufbau der Attacken-Rotation. Und durch den relativ hohen Schaden, der von Gegnern ausgeteilt wird ist es in Temtem nicht ungewöhnlich regelmäßig seine aktiven Kämpfer auszuwechseln. Da euer Team immer zwei Partner auf dem Feld hat, fühlt es sich auch nie so an, als würde man einen Zug verschwenden, wenn man ein Temtem auswechselt oder seine Kräfte sammeln lässt.
Online ja. Massive Multiplayer? Nicht ganz.
Temtem zwingt seine Spieler momentan dazu stets online zu sein. Der Vorteil ist das Gemeinschaftsgefühl des Titels. Jederzeit könnt ihr andere Spieler in der Welt herum laufen sehen. Ihr könnt gegen sie kämpfen, mit ihnen tauschen und sogar kooperativ spielen.
Kommunikation ist momentan per Emotes oder einem Chat möglich, den ihr allerdings erst in den Optionen aktivieren müsst. Noch fühlt sich der Titel nicht wie ein “echtes” Online-Rollenspiel an, die Anwesenheit anderer Bändiger macht die Welt aber auf jeden Fall ein ganzes Stück lebendiger. Ein wahres "MMO-Feeling" kommt noch nicht auf.
WAS ERWARTET EUCH IM EARLY ACCESS?
Momentan ist Temtem im Early Access verfügbar und beinhaltet die folgenden Punkte:
- 3 von 6 spielbare Gebieten
- 80 von 162 Temtem
- Online Koop
- PvP
- Tauschen mit anderen Spielern
- “Shiny” Temtem
- Temtem-Zucht
Im fertigen Produkt soll zudem folgendes enthalten sein:
- Gebiet für “Post-Game”
- Auktions- bzw. Tauschhaus
- Clans
- Spieler-Housing
- Legendäre Temtem
- Turniermodus
- Nuzlocke-Modus
Wer also schon einmal einen Blick in diese vielversprechende Projekt werden möchte, findet Temtem auf Steam. Später soll der Titel auch auf Xbox One, Playstation 4 und Nintendo Switch erscheinen. Temtem macht genug, um einen eigenen Ansatz für die Kämpfe des Vorbilds zu finden, um sich von der berühmten Vorlage zu unterscheiden. Wer also nicht genug vom Sammelwahn und Taschenmonstern hat, sollte sich das Game ruhig mal aus der Nähe ansehen.