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The Silky Way, Teil 3
Das geographische Zentrum Asiens bringt frischen Wind in den Trip.
Schweren Herzens verließen wir die lebendige Stadt Xi’an, die uns so offen und charismatisch in den vergangenen Tagen beherbergt hatte. Es war an der Zeit der illustren antiken Hauptstadt Lebewohl zu sagen und an Bord der 30-stündigen Zugfahrt nach Ürümqi zu hüpfen. Los ging es in die nordwestliche Provinz von Xinjiang.
Die Unterschiede waren mehr als offensichtlich. Daniel Pannemann, Taylor Nawrocki, Barney Page, Vladik Scholz, James Capps, Patrik Wallner, Tommy Zhao, Mike O’Meally und ich fanden uns in einer unbekannten und in gewisser Weise eingefrorenen Landschaft wieder. In unserem Zugabteil hingegen ging es schon wärmer zu. Die gesamte Fahrt über wurde ausgelassen gelacht und so erreichten wir in bester Laune Xinjiangs bevölkerungsreichste Stadt.
Beim Aussteigen in Ürümqi knallte uns erstmal eine eisige Wand ins Gesicht. Was hier allerdings so richtig knallt, ist das Aufeinanderprallen der Kulturen der Han Chinesen und der Uyghur, den traditionellen Siedlern dieser Region. An allen Ecken stehen bis an die Zähne bewaffnete chinesische Bereitschaftspolizisten mit Kampfhunden hinter Absperrungen positioniert. 2013 kamen hier bei Auseinandersetzungen mehrere hundert Han Chinesen ums Leben. Ihre Köpfe wurden zur Abschreckung an belebten Straßenecken aufgehängt. Obwohl die Gewalt in der Stadt überhandnahm, blicken die meisten Einwohner der Stadt trotz der zahlreichen Spannungen optimistisch in die Zukunft.
Verpasst was bisher geschah?
#silkyway