Im Porträt: So wurde der Off-Road-Biker Toby Price zur Rallye Dakar-Legende
Der australische Off-Road-Biker Toby Price gilt als Dakar-Legende und doch ist er noch lange nicht fertig! Hier erfährst du alles über seine großen Triumphe und magischen mechanischen Fähigkeiten.
Seit fast einem Jahrzehnt gibt Toby Price auf zwei Rädern in den Wüsten der Welt das Tempo vor. Seit seinem sensationellen Podiumsplatz bei seinem Debüt bei der Rallye Dakar ist der Mann aus Down Under ein wichtiger Bezugspunkt bei der Rallye.
Wir liefern dir die bemerkenswerte Entwicklungsgeschichte von Price und tauchen ein in dessen Denkweise vor seiner letzten Reise nach Saudi-Arabien, um an der Rallye Dakar teilzunehmen. Außerdem erfährst du mehr über die Rallye selbst, die zum Synonym für sein Leben geworden ist und ihn von Anfang an voll und ganz vereinnahmte:
Die Dakar war fünfmal größer, als ich sie mir vorgestellt hatte. Sie war eine Herausforderung für sich. Ich habe mich am Ende einer Veranstaltung noch nie so müde und ausgelaugt gefühlt.
Für die Dakar 2025 wechselt Toby Price von zwei Rädern auf vier: In der T1+ Klasse wird er einen Toyota HILUX OVERDRIVE fahren. Sein Beifahrer ist ebenfalls eine Bike-Legende der Dakar: Sam Sunderland.
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Für den deutschen Beifahrer Dennis Zenz verspricht das spannend zu werden:
"Ende 2021 hatte ich die Möglichkeit bei einem Test in unserem alten OT3 neben Toby Platz zu nehmen und konnte gleich sein großes Talent bewundern. Die Art, die Dünen zu lesen, die gewisse Grundschnelligkeit, alles war sehr beeindruckend."
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Der Anfang
Als Kind wuchs Price auf einer 174 Quadratkilometer großen Farm in New South Wales auf, wo er viel Platz zum Entdecken hatte. Um sich auf der Farm fortzubewegen, begann er mit dem Biken, noch bevor er drei Jahre alt war. Nur ein Jahr später nahm er bereits an Juniorenwettbewerben teil.
"Als ich mit den 50- und 60-ccm-Motorrädern fuhr, ging es mir nur darum, an den Wochenenden Spaß zu haben", erinnert sich Price. "Bei den damaligen Rennen hatte ich nicht das Ziel, ein Profi zu werden. Es ging nur um ein bisschen Spaß mit Freunden."
Sieh dir an, wie Price im Kurzfilm "Cracked" aus dem Jahr 2019 eine Reise zurück zur Farm unternimmt:
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Cracked
Toby Price rast mit seinem Rallye-Bike durch die australische Landschaft, um einen Eierkarton abzuliefern.
Price' Ruf als Enduro-Biker festigte sich in seiner Heimat Australien mit Siegen bei den Finke und Hattah Desert Races sowie einer Reihe von australischen Offroad-Meisterschaften und nationalen Enduro-Meisterschaften. Als nächsten Schritt wählte er die Rallye Dakar, die härteste von allen.
Bei seinem Debüt im Jahr 2015, als die Dakar in Buenos Aires, Argentinien, begann und endete, belegte Price als Privatfahrer den bemerkenswerten dritten Platz.
"Ich war so verdammt glücklich, denn bei meiner ersten Dakar auf dem Podium zu stehen, hätte ich mir nicht träumen lassen", erinnert sich Price. "Ich denke, Beständigkeit ist das Wichtigste bei diesem Rennen, und dass man ruhig, klug und gesammelt fährt.
Price wurde bald zu einer beliebten Figur bei der Dakar, auf und neben der Strecke. Schau dir unten seine Red Bull TV-Show "Bivouac Barber" an:
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Carlos Sainz zu Besuch bei Toby Price
Carlos Sainz vermeidet Toby Price' Schermaschine und fühlt sich trotzdem um Jahre jünger.
Vor seinem zweiten Versuch bei der Dakar wurde Price Mitglied bei Red Bull KTM Factory Racing. Neben den Vorteilen, die die Mitgliedschaft im besten Werksteam der Rallye mit sich brachte, stand er unter dem Druck, die mehr als zehnjährige Siegesserie des österreichischen Herstellers fortzusetzen.
Price hielt dem Druck stand und gewann fünf Etappen mit einem Vorsprung von 40 Minuten auf seinen nächsten Verfolger. Price war der erste Australier, der die Dakar gewann, und er zeigte ein intuitives Verständnis dafür, was es braucht, um bei dieser einzigartigen Rallye erfolgreich zu sein.
"Du musst jeden Tag nehmen, wie er ist, und darfst nicht daran denken, was du in den nächsten Tagen tun wirst", erklärt Price. "Du musst beständig sein und dranbleiben; du darfst zu keinem Zeitpunkt aussteigen, das ist die große Herausforderung."
Die beste Art, Price bei der Dakar zu sehen, ist in Super-Slow-Mo: Das ist der zweimalige Sieger in Action...
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Toby Price: Slow-Mo-Jump
Toby Price zeigt, wie man auf der Rallye Dakar jede Bodenwelle und jeden Sprung ausnutzt, um im Rennen voranzukommen.
Price' zweiter Dakar-Sieg kam 2019 und bescherte Red Bull KTM Factory Racing den 18. Sieg in Folge bei der berühmten Rallye. Aber das ist nicht das Erstaunlichste an diesem Sieg. Noch bemerkenswerter als die unschlagbare Siegesserie von KTM ist die Tatsache, dass Price die 5.200 km bis zum Triumph mit einem gebrochenen Knochen gefahren ist!
Nur wenige Wochen vor der Rallye, die in Peru stattfand, hatte sich Price das Kahnbein in seinem rechten Handgelenk gebrochen. Er überlegte, ob er seine Teilnahme an der Rallye aufgeben sollte, aber dann entschied er sich doch, es zu versuchen.
"Ich dachte, dass ich nur zwei Etappen schaffen würde und dann aussteigen müsste, aber dank der Unterstützung von allen in Australien, einiger glücklicher Umstände und ein bisschen Glück hat es am Ende doch noch geklappt", sagte Price mit der für ihn typischen Bescheidenheit im Ziel in Peru. "Alles, was ich sagen kann, ist, dass es sich anfühlt, als würden fünf Leute ein Messer in mein Handgelenk rammen."
Price bestritt die Dakar 2019 mit gebrochenem Handgelenk... und gewann!
Price zeigte seine Fähigkeiten als Buschmechaniker bei der Dakar 2021 während einer Marathonetappe zwischen Ha'il und Neom in Saudi-Arabien. Er war von seinen Mechanikern und Ersatzteilen abgeschnitten, als sein Hinterreifen von scharfen Felsen zerfetzt wurde. Deshalb machte er sich selbst daran, das Rad mit dem Einzigen zu reparieren, was er zur Hand hatte - Kabelbinder und Gaffer-Tape.
Bemerkenswerterweise brachte das Rad Price durch die 709 km lange Etappe, die sowohl Abschnitte durch hohe Sanddünen als auch felsige Pfade beinhaltete. "Ich bin sehr überrascht, dass wir hier sind", sagte Price bei seiner Rückkehr ins Biwak. "Mein letzter Kabelbinder wurde bei Kilometer 200 benutzt. Es ist bemerkenswert, dass er gehalten hat."
Hier siehst du Price im vollen Buschmechaniker-Modus:
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Der Haarschnitt
Wenn du Price beim Rennen in den Dünen siehst, hast du immer den gleichen Blick: das Kinn auf dem Blech und der Vokuhila im Hintergrund - einer der schönsten Anblicke im Motorsport. Es stellt sich heraus, dass wir das Price' ehemaligem KTM-Teamkollegen Sam Sunderland zu verdanken haben. Price erinnert sich...
"Es war 2016, als Sam sich die Haare schneiden lassen sollte, während wir in Igualada in Spanien waren. Er entschied sich dann aber um, also sagte ich: 'Ich muss sowieso zum Haareschneiden, also nehme ich einfach deinen Termin.' Und Sam sagte: 'Wenn du dir einen Vokuhila machen lässt, bezahle ich dir den Haarschnitt.' Also bekam ich den Vokuhila, der eigentlich nur eine Woche lang halten sollte. Aber jetzt, Jahre später, steht er immer noch und alle lieben ihn."
Price grüßt immer noch jeden mit einem freundlichen "Guten Tag, Kumpel", wenn er im Biwak herumläuft, obwohl er jetzt eine der größten Berühmtheiten der Dakar ist. Er steht lieber mit den Füßen auf dem Boden, als mit dem Kopf in den Wolken zu schweben.
"Mein Erfolg fühlte sich gut an, aber ich bin dennoch wie jeder andere, den ich auf der Straße treffe", erklärt Price. "Ich bin kein Übermensch oder ein Außerirdischer. Ich bin genau wie alle anderen. Ich hatte nur die Chance, ein paar Rennen zu bestreiten und so ein bisschen Erfolg zu haben. Aber die Menschen zu treffen und sicher nach Hause zu meiner Familie zu kommen, das ist für mich der größte Erfolg."
Sieh dir den kleinen Luxus an, den sich Price auf seiner Tour gönnt, indem du sein Dakar-Wohnmobil besuchst:
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Eine Tour in Toby Prices Wohnwagen
Begleite Mike Chen dabei, wie er die Fünf-Sterne-Unterkunft von Toby Price bei der Rallye Dakar unter die Lupe nimmt.
Zwei Wochen lang täglich 500 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h zurückzulegen, bedeutet, dass Verletzungen bei der Rallye Dakar dazugehören. Price ist bereits zweimal bei der Dakar gestürzt und musste mit dem Flugzeug ins nächste Krankenhaus gebracht werden.
"2017 bin ich schwer gecrasht und habe mir den Oberschenkel gebrochen. Damit war ich am vierten Tag aus der Rallye raus. Manchmal ist es, als würde man in ein Casino gehen und die Würfel rollen lassen, denn bei Motorradrennen ist es manchmal ein Glücksspiel bei dem, was man tut."
Price hat in dem Film Paying the Price von 2018 über verschiedene Verletzungen gesprochen:
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Paying the Price
Das ist die emotionale Reise von Toby Price, der sich von einem einfachen Landkind zum ersten australischen Rallye Dakar-Champion entwickelte.
Deutsch +4
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Auf dem Weg zum Triple
Price nimmt 2024 zum zehnten Mal an der Dakar teil. Seine beiden Dakar-Titel hat er in Südamerika gewonnen, also will er seinen ersten Sieg in Saudi-Arabien einfahren. Ein dritter Dakar-Sieg würde Price in die Elitegruppe der Wüstenbiker aufsteigen lassen.
"Ich freue mich auf jeden Fall darauf, eine weitere Dakar mit Red Bull KTM Factory Racing zu fahren", sagt Price vor seiner nächsten Reise nach Saudi-Arabien. "Ich fahre schon seit 15 Jahren für KTM und seit 2015 für das Werk, also ist es ein tolles Gefühl, die größte und härteste Rallye noch einmal für sie bestreiten zu können."
Ich bin weder ein Übermensch noch ein Außerirdischer. Ich bin genau wie jeder andere. Ich habe nur ein paar Rennen hinter mich gebracht und konnte so einige Erfolge feiern.
Abseits der Rallye Dakar hat Price in seinem Heimatland Australien die Weichen gestellt, um in naher Zukunft in den Automobilsport zu wechseln. Nirgendwo wurde das so deutlich wie beim Finke Desert Race. Nachdem er sechs Finkes auf dem Motorrad gewonnen hat, fährt Price jetzt in der Autoklasse. Der Erfolg ist ihm auch auf vier Rädern gegönnt, denn er hat die letzten drei Autorennen gewonnen.
"Mein erster Sieg war ein wahrgewordener Traum, und dann zu sagen, dass ich neun gewonnen habe, ist unglaublich", sagte Price in Alice Springs nach seinem letzten Finke-Sieg. "Wir hatten einen wirklich guten Lauf, der Truck hat einen tollen Job gemacht, meine Crew hat einen tollen Job gemacht - ohne sie wäre ich nicht hier oben."
Mach einen Ausflug zum Finke Desert Race und schau dir "Toby Price: Ridin' Shotgun" an:
54 Min
Toby Price: Ridin’ Shotgun
Kann Toby Price 2021 der unangefochtene König der australischen Wüste werden, indem er endlich auf vier Rädern gewinnt?
Zwei Dakar-Siege (2016 und 2019) und sechs Podiumsplatzierungen. Die Dakar-Karriere von Toby Price hat es in sich. Auf dem Bike hat der Australier in der Wüste alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.
Die Zusammenarbeit mit Overdrive Racing in einem T1+ Auto ist ein wahr gewordener Traum.
Nun wird es also Zeit für eine neue Herausforderung: Die Dakar 2025 bestreitet Toby Price in der Ultima-Klasse (T1+) der Autos und bekommt es dort mit den größten Namen des Offroad-Sports wie Carlos Sainz, Nasser Al-Attiyah oder Sébastien Loeb zu tun.
Price wird fahren, während sein Kollege, der zweimalige Dakar-Sieger Sam Sunderland, sein Beifahrer sein wird. Price hat in seiner Heimat Australien das Finke Desert Race auf vier Rädern gewonnen, während Sunderland seine Navigationsfähigkeiten bei der Dakar immer wieder unter Beweis gestellt hat. „Die Zusammenarbeit mit Overdrive Racing in einem T1+ Auto ist ein wahr gewordener Traum“, sagte Price bei der Ankündigung seiner nächsten Reise zur Dakar.
Das Ergebnis? Unbekannt. Der Spaßfaktor? Garantiert!
Vier Dakar-Titel in einem Auto: Das ist ziemlich cool.