Fitness
Fitness
Darum gibt der Ultrarunner Tom Evans nie weniger als 100 Prozent
Der britische Ultrarunner hat sein ganzes Leben lang den gleichen Alles-oder-Nichts-Ansatz verfolgt - vom Schulsport über das Militär bis hin zum Langstreckenlauf.
Tom Evans ist der Inbegriff eines Athleten, der immer volle 100 Prozent gibt; bei ihm geht es um alles oder nichts.
Solange er denken kann, hat er sich diesem Ethos verschrieben, und das gilt sogar für seine Pausen und Erholung.
In seinen Teenagerjahren bedeutete das, dass er Eisbäder nahm, während seine Schulfreunde etwas trinken gingen. Daneben war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, in einem typischen Schuljahr 10 kg zuzunehmen und wieder abzunehmen, um England in den entsprechenden Altersklassen im Rugby, Hockey und dann Leichtathletik zu vertreten.
01
Mr. 100 Prozent
"Ich gebe 100 Prozent", ist sein altbewährtes Motto. "Und wenn ich durch etwas nicht 100 Prozent zurückbekomme, dann mache ich es nicht."
"Von klein auf war ich dazu in der Lage, immer wieder aus meiner Komfortzone herauszugehen. Wenn es etwas ist, das mir am Herzen liegt, bin ich bereit, alles dafür zu tun. Aber wenn ich mich nicht darauf konzentrieren kann oder nicht leidenschaftlich dabei bin, dann kann die Chance noch so groß und unglaublich sein -- ich werde sie dennoch ziehen lassen."
Wirft man einen Blick auf seine Karriere, dann wird eines schnell klar: Es gibt unzählige Beispiele, die seine 100-Prozent-Philosophie herausragend unter Beweis stellen:
02
Der Sieg in Sandhurst
Als ehemaliger Soldat absolvierte er die Offiziersausbildung in Sandhurst (Großbritannien) und gewann dort den Preis für körperliches Training.
Evans erinnert sich: "Ich habe 100 Prozent gegeben. Hätte ich nicht gewonnen, wäre ich trotzdem glücklich gewesen. Diesen Gedanken an den Sieg hatte ich nicht, ich konzentriere mich vielmehr auf mich selbst. Je mehr ich mich anstrenge, je härter ich arbeite, desto mehr Glück habe ich und desto besser sind dann auch die Ergebnisse."
Auch im Ultrarunning ist er sich dessen bewusst, dass er seinem Körper im Training und im Wettkampf alles abverlangen muss, aber sein Alles-oder-Nichts-Mantra geht weit darüber hinaus.
Er fügt hinzu: "Wie viel Mühe bin ich bereit, in meine Ernährung zu investieren? Wie viel Mühe bin ich bereit, in meine Psyche zu investieren? Wie machen es andere Trail-Runner, wenn sie verletzt sind? Setzen sie auf Virtual-Reality, um den Trainingsprozess aufrechtzuerhalten?"
"Alles dient diesem einen Zweck und ich gebe nicht nur hinsichtlich der Intensität und des Umfangs des Trainings 100 Prozent. Ich will nicht unbedingt mehr trainieren, ich will nicht härter trainieren, ich will intelligenter trainieren."
03
Gib alles oder geh nach Hause
Tom Evans gab 100 Prozent beim Wings for Life World Run in Wien
© Philip Platzer for Wings for Life World Run
Er gibt bereitwillig zu, dass sein täglicher Ethos bedeutet, dass er hohe Anforderungen an Trainer und Betreuer stellt, ebenso wie an die Athleten, die er selbst trainiert.
"Am Anfang hatte ich Probleme mit dem Coaching, weil ich mein Herz und meine Seele in die Programme steckte und die Athleten, für die ich sie aufstellte, sie nicht konsequent genug umsetzten", sagt er.
"Ich habe ihnen gesagt: 'Schau, ich gebe dir 100 Prozent, wenn du mir nicht 100 Prozent gibst, werde ich nicht mehr weitermachen, weil ich es schlicht nicht mehr kann'. Das ist nicht meine Art zu handeln."
"Ich glaube, letztlich ist Anstrengung für mich ein Zeichen von Respekt. Es gibt keine objektive Möglichkeit, diese zu messen. Ich für mich werde aber nichts unversucht lassen, weder bei mir noch bei anderen, die bereit sind, 100 Prozent zu geben -- bei allem, was sie erreichen wollen und bei allem, was ich erreichen will."