Anton Palzer belegte bei der Tour de Suisse den 49. Platz.
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Radsport

Wieder Top 50: Toni Palzer nähert sich dem WorldTour-Level an

Bei der Tour de Suisse fährt der Red Bull-Athlet jedem Tag am Anschlag und holt sich Rückenwind für die Deutsche Meisterschaft in Stuttgart.
Autor: Dominik Sander
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Anton Palzer

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Der Sommer in der Schweiz lässt auf sich warten. Nur mühselig bewegt sich das Thermometer in Richtung 20 Grad-Marke, auf den Bergpässen türmt der Schnee unverändert meterhoch! Goschn polieren UND warm anziehen lautete entsprechend das Motto für Anton Palzer an den zurückliegenden acht (Renn)-Tagen. In der Serie #Goschnpolieren - Toni sattelt um folgen wir dem Red Bull-Athleten auch in der Schweiz auf Schritt und Tritt.
Am Ende der Tour de Suisse hat der Red Bull-Athlet viel von seiner mühsam erkämpften Radfahrer-Bräune verloren, aber dafür kostbarere Erkenntnisse sowie - als Neoprofi im Feld - wieder das ein oder andere Fan-Herz gewonnen. „Die schweren Etappen und die starke Konkurrenz haben mich gefordert. Das hebt mich auf die nächste Stufe“, erklärt der ehemalige Skibergsteiger.
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Peloton vs. Skibergsteigen: Jeden Tag am Anschlag

Toni Palzer bereitete sich in den Bergen von Tirol auf die Tour de Suisse vor.
Rennfit im Trainingslager in Tirol: Toni Palzer
Nach dem Switch auf den Drahtesel blickt der 28-Jährige inzwischen auf knapp 2.000 Renn-Kilometer zurück. Wie bei seiner Premiere für das deutsche Top-Team BORA-hansgrohe (Platz 47 bei der Tour of The Alps) schaffte es Toni Palzer bei der traditionsreichen Rundfahrt im Land der Eidgenossen wieder unter die Top 50. Warum diese Platzierung noch mal deutlich höher einzuschätzen ist, liegt auf der Hand: Acht statt fünf Etappen inklusive Zeitfahren und höhere Berge.
Dazu ein Feld, das sich bei der anstehenden Tour de France (26. Juni bis 18. Juli) zu gewissen Teilen ähnlich zusammensetzen wird. Zwischen Stars wie Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix), der die (Sprint)-Muskeln spielen ließ und zwei der ersten drei Etappen für sich entscheiden konnte, sowie dem späteren Tour-Sieger Richard Carapaz setzte der Mann mit dem Bullen-Helm seine im April gesammelten Learnings konsequent um.
„Das hohe Tempo auf den Flachetappen und das schlechte Wetter haben mich schon sehr gefordert. Jeden Tag am Anschlag, nur um im Feld zu bleiben“, pustet Palzer nach seinem ersten WorldTour-Auftritt durch. Zum besseren Vergleich: Im Skibergsteigen waren es bei der Pierra Menta maximal vier Tage.

Helfer-Mission für Schachmann ohne Happy End

Auf der Rundfahrt durch die Region Zürichsee, das Mittelland ins Wallis und in die Herzen der Alpen rollte er meist mit dem Peloton ins Ziel und stellte sich voll in den Dienst seines Kapitäns Maximilian Schachmann. Sei es durch Windschatten spenden oder sich zum Verpflegungsfahrzeug zurückfallen lassen. Erstmals übernahm Palzer sogar die Nachführarbeit für das Team, um einzelne Ausreißer wieder einzufangen.
Bis zur Schlussetappe blieb es im Gesamtklassement der Tour de Suisse spannend. Das Podium verfehlte Schachmann schließlich um Haaresbreite und landete vier (!) Sekunden hinter dem Dänen Jakob Fuglsang auf Rand vier. Durchweg positiv fällt die Tour de Suisse aus Palzers Sicht aus: Auf WorldTour-Niveau überzeugte er sowohl als Teamplayer als auch dann, wenn er in den beiden Zeitfahren auf sich allein gestellt war.

#Goschnpolieren: Über Stuttgart zur Sibiu Tour

Mit dem Rückenwind der besten Einzelplatzierung in der jungen Rad-Karriere (Rang 32 bei der fünften Etappe) nimmt der BORA-hansgrohe-Fahrer nun Kurs auf Stuttgart. Im Ländle steigt die Deutschen Meisterschaft im Straßenrennen, ehe ein weiterer Höhentrainingsblock und die nächste Rundfahrt auf dem Plan stehen.
„Nach der Deutschen Meisterschaft gehe ich noch einmal in die Höhe. Wir bereiten uns auf die Sibiu Tour in Rumänien vor. Vier Etappen, zwei Bergankünfte“, sagt Toni Palzer und verweist einmal mehr auf seinen Hashtag, der inzwischen den Weg auf die Rennstrecken gefunden hat. Gutes Omen: Im vergangenen Jahr hatte BORA-hansgrohe die Sibiu Tour in Person von Gregor Mühlberger (1.) und Patrick Konrad (2.) komplett dominiert!
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Blattkontrolle: Das sagt 8000watt

"Achtung, Achtung! Blattkontrolle bei der Tour de Suisse! Jetzt wo unser Anton „VO2max“ Palzer bei meinen Eidgenossen bis zum 13. Juni #Goschnpolieren-mäßig unterwegs ist, sind die meisten Skipisten zu, dafür die Straßen frei für #Fullforcevoraus. Obwohl ich selbst leider noch nicht das Vergnügen hatte, mit Toni einen Berg hochzusprinten oder mit der Wattmaschine zum nächsten Espresso-Stopp zu wattnern, meine ich doch aus der Ferne sagen zu können, dass der Toni topmotiviert unterwegs ist. Das Blatt ist groß, die Berge reichlich vorhanden und reichlich steil. Und so ein leckeres Fondue mit den Jungs von Bora-Hansgrohe ist sicherlich drin, nach der einen oder anderen Bergankunft. Gerade bei Rundfahrten wie der Tour de Suisse ist es wichtig, genügend Snacks und Kaltgetränke an Bord zu haben. Perfekt gemacht für die Trikottaschen zum Beispiel, das legendäre Camembert-Baguette. Da du ja in der Schweiz unterwegs bist, würde ich allerdings eine Variation empfehlen. Und zwar mit Vacherin Mont d´Or oder Appenzeller – bitte nur in dicken Stücken. Keine Sorge, ich habe alles mit der UCI und NADA geklärt, geht sich aus in Sachen verbotene Substanzen. Und aerodynamisch ist so ein Baguette auch, zumindest ungefähr genauso wie du auf dem Zeitfahrrad .... Toni, das einzige was zählt, ist der Captain, das große Blatt und natürlich der Spaß am Laktat. Wer kein Spaß hat kommt auch nicht weit! Fullforce, ich warte oben auf dem Berg auf dich. Habe mir extra eine Jacke eingesteckt, damit ich nicht auskühle." - 8000watt
8000watt in Cabra de Mora, Spanien
8000watt in Cabra de Mora, Spanien
Achtung, Achtung! Blattkontrolle bei der Tour de Suisse!
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Etappen und Ergebnisse

1. Etappe, 6. Juni: Einzel-Zeitfahren Frauenfeld (11,6 Kilometer) - Platz 91 (0:13:03 Stunden)
Toni Palzer absolviert die erste Etappe der Tour de Suisse.
Premiere auf dem Zeitfahr-Bike für Toni Palzer
2. Etappe, 7. Juni: Neuhausen am Rheinfall - Lachen (173 Kilometer) - Platz 68 (4:15:30 Stunden)
3. Etappe, 8. Juni: Lachen - Pfaffnau (183 Kilometer) - Platz 56 (4:25:58 Stunden)
4. Etappe, 9. Juni: St. Urban - Gstaad (171 Kilometer) - Platz 57 (3:51:37 Stunden)
5. Etappe, 10. Juni: Gstaad - Leukerbad (172 Kilometer) - Platz 32 (4:10:37 Stunden)
6. Etappe, 11. Juni: Andermatt - Disentis-Sedrun (130 Kilometer) - Platz 60 (3:17:41 Stunden)
7. Etappe, 12. Juni: Einzelzeitfahren Disentis-Sedrun - Andermatt (23 Kilometer) - Platz 65 (0:40:06 Stunden)
8. Etappe, 13. Juni: Rundkurs Andermatt (160 Kilometer) - Platz 64 (4:20:29 Stunden)
Gesamtklassement: Platz 49 (25:20:38 Stunden)
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