Radprofi Toni Palzer bei einer Etappe der Tour de Romandie.
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Toni Palzer: Schweiz vor Augen, Fernziel im Blick

Der Red Bull-Athlet startet dort in die zweite Saisonhälfte, wo er die erste abgeschlossen hatte. In der Story-Serie "#Goschnpolieren - Toni sattelt um" begleiten wir den Radprofi zur Tour de Suisse.
Autor: Dominik Sander
3 min readveröffentlicht am
Auf dem Weg zu den nächsten Grand Tours passiert der Pro Cycling-Zirkus eine Weggabelung, an der es praktisch kein richtig oder falsch gibt. Dauphiné-Rundfahrt oder Tour de Suisse? Beide Rennen sind über jeweils acht Etappen ausgelegt und für sich ein Gradmesser für die nächsten Monate. Anton „Toni“ Palzer vom UCI-Worldteam BORA-hansgrohe beginnt seine zweite Saisonhälfte just dort, wo er die erste mit einem großen Teamerfolg (zum Recap der Tour de Romandie) abgeschlossen hatte: In der Schweiz.

Anteil an den Teamerfolgen wächst

„Rückblickend auf die intensive Frühjahrssaison, wo Toni auch mal kurzfristig eingesprungen war, kann er inzwischen einen Teil der Erfolge auch für sich in Anspruch nehmen“, blickt der Sportliche Leiter und Ex-Radprofi Rolf Aldag zurück. Gute Aussichten mit Blick auf das Fernziel des Red Bull-Athleten. Kann der gebürtige Ramsauer nunmehr im Juni und Juli seine Form (hier das Strava-Profil checken) bestätigen und bleibt verletzungsfrei, wäre der Weg zur Vuelta a España, die zweite Grand Tour in Palzers Karriere, frei.
Das siebenköpfige Team von BORA-hansgrohe für die Tour de Suisse.
Ein Sextett von der Tour de Romandie geht erneut an den Start.
Die anstehenden 1340 Kilometer durch die Schweiz nimmt der Goschn polierende Ex-Skibergsteiger mit einem eingespielten Team in Angriff, darunter Sergio Higuita (Sieger der Katalonienrundfahrt) und Aleksandr Vlasov. Einziger Fahrerwechsel im Vergleich zur Tour de Romandie: Der Österreicher Marco Haller ersetzt Landsmann Patrick Konrad.
Auch Max Schachmann, der Allrounder im Team von BORA-hansgrohe, fuhr mit dem Red Bull-Athleten als Helfer an der Seite schon dutzende Etappen. Ob das dramatische Finish der letztjährigen Tour de Suisse noch an ihm nagt? Hier hatte Schachmann die Top 3 in der GC-Wertung um Haaresbreite verfehlt und landete vier (!) Sekunden hinter dem Dänen Jakob Fuglsang (Astana Pro Team) auf Rang vier.

Bremst Palzers Team den Siegeszug von Evenepoel?

Selbst ohne Richard Carapaz (Ineos Grenadiers), der 2021 ganz oben auf dem Podium gestanden hatte, bleibt die Konkurrenz für Palzer und Co. im Kampf um Etappensiege sowie das Gelbe Trikot riesig. Viele Augen richten sich dabei auf Remco Evenepoel (Deceuninck Quick-Step), der eine Soloflucht zum Sieg im traditionsreichen Monument Lüttich-Bastogne-Lüttich hingelegt und so viel Power in den Beinen hatte, um in Norwegen noch drei Etappensiege nachzulegen.
Der in der Schweiz aufgewachsene Gino Mäder schielt im Trikot von Bahrain Victorious nach seinem Triumph auf der Königsetappe der Tour de Suisse 2021 ebenso auf mehr. Statt einem lockeren Prolog muss das Peloton bei der 85. Ausgabe der Rundfahrt übrigens direkt in die Vollen gehen. Viermal wird zum Auftakt der Pfannenstiel umrundet. Auf den folgenden Etappen warten zwischen Aesch und Malbun knackige Anstiege mit etwa 20.000 Höhenmetern.

Tour de Suisse 2022: Der Etappenplan

1. Etappe, 12. Juni: Rundkurs Küsnacht (177,6 Kilometer) - Platz 47 (4:18:10 Stunden)
Höhen-Profil der ersten Etappe.
Die Tour de Suisse beginnt mit einem Rundkurs durch Küsnacht.
2. Etappe, 13. Juni: Küsnacht - Aesch (199 Kilometer) - Platz 96 (4:50:41 Stunden)
Höhen-Profil der zweiten Etappe.
Eine 199 Kilometer-Fahrt führt das Peloton nach Aesch
3. Etappe, 14. Juni: Aesch - Grenchen (177 Kilometer) - Platz 75 (4:29:45 Stunden)
Höhen-Profil der dritten Etappe.
Die dritte Etappe führt von Aesch nach Grenchen.
4. Etappe, 15. Juni: Grenchen - Brunnen (191 Kilometer) - Platz 75 (4:14:09 Stunden)
Höhen-Profil der vierten Etappe.
Zum Finale der Etappe wartet ein drei Kilometer langer Anstieg.
5. Etappe, 16. Juni: Ambri - Novazzano (180 Kilometer) - Platz 43 (4:38:48 Stunden)
Höhen-Profil der fünften Etappe.
Die fünfte Etappe hält viele kurze Berge bereit.
Alexandr Vlasov bejubelt den Sieg auf der fünften Etappe der Tour de Suisse.
Alexandr Vlasov holte sich den Etappensieg und das Gelbe Trikot.
6. Etappe, 17. Juni: Locarno - Moosalp (196 Kilometer) - DNS
Höhen-Profil der sechsten Etappe.
Auf dem Weg nach Moosalp wartet die Königsetappe.
7. Etappe, 18. Juni: Ambri - Malbun (180 Kilometer) - DNS
Höhen-Profil der siebten Etappe.
Etappe sechs führt über den 2478 Meter hohen Nufenenpass.
8. Etappe, 19. Juni: Einzelzeitfahren Vaduz (25,6 Kilometer) - DNS
Höhen-Profil der achten Etappe.
Ein Zeitfahren bildet den Abschluss der Tour de Suisse 2022.
Resultat Vorjahr: Platz 49 (25:20:38 Stunden)