Radprofi Toni Palzer mit BORA-hansgrohe unterwegs bei der Tour of the Alps.
© BORA-hansgrohe
Radsport

Toni sattelt um: Erste Feuerprobe mit Bravour bestanden

Unfallfrei und direkt unter den Top 50. Das mit Spannung erwartete Radprofi-Debüt von Red Bull-Athlet Toni Palzer ist geglückt und reißt die Community in den sozialen Netzwerken mit.
Autor: Dominik Sander
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Anton Palzer

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713,6! So viele (Renn)-Kilometer spulte Toni Palzer auf seinem neuen Arbeitsgerät ab - knackige Anstiege inklusive! Über Zahlen oder Zeiten wollte der Red Bull-Athlet und Quereinsteiger im Radsport-Team von BORA-hansgrohe gar nicht groß philosophieren. „Mich hat's nicht geschmissen, ich hatte keine Panne und hab auch niemanden umgefahren“, flachste der Oberbayer nach dem Abschluss der fünftägigen Tour of the Alps mit der Zielankunft im malerischen Riva del Garda. Quasi ein typischer Toni.
Egal ob sein neuer Teamchef Ralph Denk („Toni hat sich mit Bravour geschlagen“), der spätere Gesamtsieger Simon Yates oder andere Beobachter im Pro Cycling Zirkus: Sie alle staunten nicht schlecht, wie sich ein ehemaliger Skibergsteiger von Tag zu Tag besser im Peloton akklimatisieren und sich in einem durchaus prominent besetzten Feld bis auf Rang 47 im Gesamtklassement vorarbeiten konnte.

Großschartner belohnt Teamleistung

"Alle fünf Etappen waren wahnsinnig lehrreich für mich. Es wird wirklich brutal hart gefahren. Anders als im Skibergsteigen musst du hier echt extrem oft übers Limit gehen“, weist Toni Palzer auf die Unterschiede hin. Nach den ersten drei Etappen aus Brixen über Innsbruck nach Naturns (Platzierungen: 93./43./68.) ließ an Tag vier auch die Erschöpfung etwas nach, sodass sich der 28-Jährige mit Hilfe seiner Teamkollegen beim Berganstieg besser positionieren konnte.
„Speziell Lukas Pöstlberger hat da auf mich geschaut“, erklärt der Bergliebhaber, der auf der Königsetappe mit 3.880 Höhenmeter außerdem einige Hotspots seiner vorherigen Laufbahn (Madonna di Campiglio) passierte. Abgerundet wurde das solide Palzer-Debüt schließlich durch Felix Großschartners Husarenritt am Gardersee. Auf den letzten 18 Kilometern der Tour of the Alps setzte sich der Österreicher ab und belohnte damit die vorherige Leistung seiner Helfer.

Nächster Halt Ungarn

Schon vor der letzten Etappe in den Top 50 vertreten, verbesserte sich Toni Palzer ebenfalls noch mal um zwei Plätze und schloss die Rundfahrt in etwas unter 19 Stunden ab. Übrigens schneller als der französische Star Thibaut Pinot (Platz 60). „Ich würde nicht behaupten, dass ich jetzt schon ein guter Fahrer im Feld bin, aber man sieht die Entwicklung und der Schritt geht nach vorne“, sagt der BORA-hansgrohe-Neuzugang.
Um die Akkus wieder aufzuladen, bleiben ihm nur etwa zweieinhalb Wochen. Anschließend geht die "Toni sattelt um-Tour" in Ungarn weiter. Die Tour de Hongrie zählt seit 2015 zur UCI Europe Tour (Kategorie 2.1) und hält vier Etappen über insgesamt 792 Kilometer bereit.

#Goschnpolieren: Fans gehen Umstieg mit

Damit bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wie reagiert eigentlich Tonis Fangemeinde auf den Karriere-Cut und den Umstieg auf den Drahtesel? Viele supporten den Red Bull-Athleten nach wie vor! Während er im großen Fahrerfeld durch seinen markanten Helm gut erkennbar ist, verbreitet sich in den sozialen Netzwerken der von ihm kreierte Hashtag #Goschnpolieren.
„Ich bekomme so viel Unterstützung und positiven Zuspruch von allen Seiten“, zeigt sich Palzer dankbar. „Ich erlebe, dass mein Wechsel zum Radfahren ziemlich viele mitreißt und es freut mich, dass auch einige Skibergsteiger jetzt zu echten Radsportfans werden.“

Tour of the Alps 2021

1. Etappe, 19. April: Brixen - Innsbruck (140,6 Kilometer) - Platz 93 (3:29:49 Stunden)
2. Etappe, 20. April: Innsbruck - Feichten im Kaunertal (121,5 Kilometer) - Platz 43 (3:23:43 Stunden)
3. Etappe, 21. April: Imst - Naturns (162 Kilometer) - Platz 68 (4:06:22 Stunden)
4. Etappe, 22. April: Naturns - Valle del Chiese/Pieve di Bono (168,6 Kilometer) - Platz 57 (4:46:50 Stunden)
5. Etappe, 23. April: Valle del Chiese/Idroland - Riva del Garda (120,9 Kilometer) - Platz 60 (3:10:14 Stunden)
Gesamtklassement: 47. Platz, 18:56:58 Stunden
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