Arm in Arm mit den Teamkollegen: Toni Palzer
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Radsport

Toni Palzer: Auf ein Rad-Rendezvous in die Romandie

Nach Mini-Pause tritt der Red Bull-Athlet wieder in die Pedale. Ein Doppelsieg und ein kolumbianisches Orakel prägen den nächsten Teil der Story-Serie “#Goschnpolieren - Toni sattelt um“.
Autor: Dominik Sander
3 min readveröffentlicht am
Geraint Thomas, jeweils zweimal Chris Froome und Primoz Roglic sowie Richie Porte und Nairo Quintana - die Siegerliste der Tour de Romandie seit 2013 ließt sich wie das „Who is Who“ der Radsport-Königsklasse! In diese hält nach der Jubiläumsausgabe auch ein Fahrer des UCI-Worldteams BORA-hansgrohe Einzug.
Bei der 75. Rundfahrt durch die französischsprachigen Schweizer Kantone wurde eine geschlossene Leistung des Teams mit fünf weiteren UCI-Punkten für Red Bull-Athlet Toni Palzer, zwei Etappensiegen durch Sergio Higuita sowie Aleksandr Vlasov und eben dem Gelben Trikot belohnt.

Nach 96 Stunden schon wieder im Goschnpolieren-Modus

Aus Tonis Sicht lagen zwischen der letzten Etappe bei der Tour of Alps und dem Prolog der Tour de Romandie übrigens nur 96 Stunden und ein Tag in den eigenen vier Wänden. Die schweren Beine von seiner Flucht-Premiere (hier das Recap lesen) ließ sich der Ramsauer dafür kaum anmerken: „Die ersten Etappen waren geprägt von kurzen, steilen Anstiegen, engen Straßen und einem nervösen Feld. Hier galt es ständig um eine gute Position zu kämpfen und unseren Kapitän bestmöglich aus brenzligen Situationen herauszuhalten."
Als "typischen Toni" bezeichnete der Sportlicher Leiter Rolf Aldag die Situation, als sich der frühere Skibergsteiger beim Sturz eines Teamkollegen selbstlos zurückfallen ließ und sogar als Aushilfs-Mechaniker fungierte. Am Bike von Sergio Higuita legte er die Kette neu auf und schob den Kolumbianer anschließend wieder an.
Über La Grande Beroche und Échallens fand das Peloton den Weg in die 10.000 Seelen-Gemeinde Aigle (Waadt). Was die Fahrer dort erwartete? Eine Königsetappe, die mit fünf (!) Anstiegen der ersten Kategorie ihren Namen wahrlich verdient. Das Etappen-Finale? Von einem internen BORA-hansgrohe-Duell geprägt!
Sergio Higuita und Aleksandr Vlasov bejubeln den Doppelsieg auf der vierten Etappe der Tour de Romandie.
Teaminternes Duell: Sergio Higuita siegt vor Aleksandr Vlasov.

Teamkollege als Orakel: Auf Doppelsieg folgt Vlasovs Bestzeit

Higuita behielt im Trikot des kolumbianischen Straßenmeisters knapp vor Vlasov die Nase vorn, gab jedoch beim Gang auf das Podium eine erstaunliche Prediction („Ich glaube, dass Aleks im Zeitfahren noch eine starke Leistung zeigen wird“) für die letzte Etappe ab. Und diese traf mehr als nur ein: Auf 16 Kilometern nahm sein Teamkollege dem vier Etappen in Gelb fahrenden Dennis Rohan (Jumbo-Visma) ganze zwei Minuten ab.
33:40 Minuten bedeutete gleichzeitig die Bestzeit des Tages. Am Etappenziel Ollon kam Trainer Helmut Dollinger kaum mehr aus dem Staunen heraus, weil auch Toni Palzer (36:49 Minuten) beim Rendezvous an alter Wirkungsstätte - Ollon war mehrmals Weltcup-Standort im Skibergsteigen - persönliche Bestwerte ablieferte. "Es war eine große Freude zu sehen, wie technisch gut Toni auch auf dem Zeitfahr-Rad fährt", lobte Rolf Aldag. "Nach einer intensiven Frühjahrssaison kann er sich nun eine Pause gönnen."
Toni Palzer beim Bergzeitfahren auf der Tour de Romandie.
Im Bergzeitfahren legte Toni Palzer neue Bestwerte hin.


Tour de Romandie: Etappen und Zeiten

Prolog, 26. April: Lausanne - Lausanne - Platz 71 (0:06:23 Stunden)
1. Etappe, 27. April: La Grande Beroche - Romont - Platz 91 (4:28:31 Stunden)
2. Etappe, 28. April: Échallens - Échallens - Platz 70 (4:04:55 Stunden)
3. Etappe, 29. April: Valbroye - Valbroye - Platz 60 (3:55:16 Stunden)
4. Etappe, 30. April: Aigle - Zinal - Platz 60 (5:05:13 Stunden)
5. Etappe, 1. Mai: Aigle - Villars - Platz 41 (0:36:49 Stunden)