Radprofi Toni Palzer von BORA-hansgrohe fährt in den Bergen.
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Radsport

Goschnpolieren an der Algarve: Toni Palzer eskortiert Kapitän zum Sieg!

Auf der Volta Ao Algarve gehen BORA-hansgrohe die Fahrer aus. Wichtige Helferdienste auf der finalen Etappe und die zweite Top 25-Platzierung des Red Bull-Athleten wenden das Blatt.
Autor: Dominik Sander
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Der Rennkalender eines UCI-WorldTeams ist zeitlich eng getaktet. Doch jeder Fahrer weiß: Flexibilität first! War Toni Palzer im Februar eigentlich für vier Eintagesrennen in Süd-Spanien und Frankreich eingeplant, um sich eine gewisse Rennhärte für seine zweite Saison bei BORA-hansgrohe zu holen, orderte der bayerische Rennstall den 28-Jährigen im Anschluss an die Classica de Almeria (13. Februar) direkt weiter zur ersten längeren Rundfahrt.
„Relativ kurzfristig bin ich für einen verletzten Fahrer bei der Volta Ao Algarve in Portugal eingesprungen. Kam zwar ein wenig unerwartet, aber Radrennen sind eben mein Job jetzt“, erklärt der Red Bull-Athlet voller Elan.

Vier Helfer arbeiten für sechs: Higuita holt Etappensieg

Fünf Etappen entlang der Algarveküste mit einem Zeitfahren und zwei Bergankünften - was schon auf dem Papier knackig klingt, wurde ab dem dritten Teilstück von Almodôvar nach Faro zu einer schier ungleichen Kraftprobe! Von seinen sechs Helfern waren BORA-hansgrohe Kapitän Sergio Higuita ab hier nur noch vier geblieben.
Was Luis-Joe Lührs und Nils Politt auf der Algarve-Rundfahrt ausbremst hat? Der Neo-Profi erlitt auf besagter Etappe bei einem Sturz nach knapp zehn Kilometern einen Schlüsselbeinbruch, während sich der Tour de France-Etappensieger tags zuvor grippegeschwächt abmelden musste. Dass Toni Palzer und Co. dennoch ein Happy End feiern konnten, lässt erkennen, wie wertvoll die Helferdienste des früheren Skibergsteigers (hier das Strava-Profil checken) inzwischen für das Team sind.
„Auf der zweiten und auch auf der fünften Etappe war ich jeweils der letzte Fahrer an Sergios Seite“, stellte sich Palzer voll in den Dienst seines Kapitäns. Genauer gesagt bis zu den finalen 2,5 Kilometern um den Alto de Malhao eskortierte der Mann mit dem Bullen-Helm den kolumbianischen Straßenmeister. Vor zwei Tagen noch selbst im Sturzpech, entschied Sergio Higuita diesen Sprint gegen Landsmann Daniel Felipe Martínez (INEOS Grenadiers) sowie Brandon McNulty (UAE Team Emirates) für sich.

Fünf UCI-Punkte und das Herz eines Löwen

Unter tosendem Jubel an der Ziellinie wählte Jens Zemke aus der Sportlichen Leitung von BORA-hansgrohe emotionale Worte: „Eine großartige Leistung nach den ganzen Rückschlägen dieser Woche. Jeder einzelne hat wie ein Löwe gekämpft.“ Persönlich konnte sich der Red Bull-Athlet nach der Sibiu Tour im Juli vergangenen Jahres nunmehr über die zweite Top 25-Platzierung (#24 - 19:44:31 Stunden) seiner Radsport-Karriere freuen, die ihm obendrein noch fünf Punkte für die UCI-Weltrangliste einbringen. Nächster Halt? Frankreich, mon amour!
Im Zuge einer Erkrankung kurz nach der Ankunft konnte er das Drôme Classic sowie das Faun-Ardèche Classic nur als Zuschauer verfolgen. Dennoch sieht Toni Palzer die vergangenen Wochen als weiteren Entwicklungsschritt: „Klar hat ein 24. Platz bei der Algarve-Rundfahrt in der Radsportwelt nur sehr wenig Bedeutung. Für mich aber bedeutet das Ergebnis schon, dass ich wieder ein Stück weiter im Peloton angekommen bin."
Du willst wissen, wie es für Toni Palzer im Frühjahr weitergeht und was der Red Bull-Athlet zwischen den Rennen so treibt? Verfolge die Serie "Goschnpolieren - Toni sattelt um" für weitere Insights!