Toni Palzer vom BORA-hansgrohe fährt an der Spitze der Gruppe.
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Radsport

Toni Palzer: Der nächste Schritt auf das WorldTour-Level

Fast so steil wie die Berge Kataloniens geht die Entwicklungskurve des Red Bull-Athleten in die Höhe. Erlebe in der Serie “Goschnpolieren - Toni sattelt um“ seine Fahrt in die Top 25.
Autor: Dominik Sander
3 min readveröffentlicht am
49, 102, 25! Wo die Reise hinführen würde, wenn ihr das GPS mit diesen Koordinaten füttert, wissen wir nicht. Welcher Radprofi etwas mehr mit besagten Zahlen anzufangen weiß? Anton „Toni“ Palzer von BORA-hansgrohe! Diese beschreiben in Wahrheit die Entwicklungskurve des 29-Jährigen, der in seiner Karriere bislang drei Etappenrennen der obersten Kategorie, WorldTour gennant, absolviert hat.
Nach der Tour des Suisse (Platz 49 im Gesamtklassement) sowie der Vuelta a España über 21 Etappen (102) im vergangenen Jahr nähert sich der Ramsauer immer weiter dem WorldTour-Level an und schaffte es bei der Volta Ciclista a Catalunya (Katalonien-Rundfahrt) nunmehr unter die Top 25.

Auf diesen Etappen setzte Palzer Akzente

Am Ziel in Barcelona angekommen, lächelte unser Red Bull-Athlet die harten Bergetappen (hier das Strava-Profil checken) der vorherigen sieben Tage weg: „Hier auf Rang 25 finishen zu können und auch im Rennen Akzente zu setzen, ist für mich definitiv der nächste Schritt in meiner kurzen Laufbahn als Radprofi.“
Rein temperaturtechnisch fühlte er sich jedoch in eine Zeit zurückversetzt, wo er noch mit Skiern unter den Füßen den Berg erklommen hatte. Wenn Toni Palzer auf dem Rad in einem mit zahlreichen Kletterspezialisten besetzten Fahrerfeld (u.a. Richard Carapaz, Nairo Quintana) Akzente setzt, spielt das meist seinem Kapitän in die Karten. Wie schon bei der Volta Ao Algarve führte Sergio Higuita das Team von BORA-hansgrohe auf der Katalonien-Rundfahrt an.
Bei zusätzlich günstigen Windverhältnissen auf dem sechsten Teilstück von Salou nach Cambrils (168,6 Kilometer) zog der Kolumbianer seinen Angriff vor. Am Ende einer knapp 120 Kilometer langen Flucht nahm er dem Portugiesen João Almeida (UAE Team Emirates) das weiß-grüne Trikot des Gesamtführenden ab - und trug es bis in die katalanische Hauptstadt! „Die Schlussetappe war keineswegs ein gemütliches Rollen in Richtung Ziel“, fügt der Red Bull-Athlet an.

Drei Wertungen: Kapitän Higuita krönt perfekte Woche

Mit spürbarem Gegenwind ging es das fünfköpfige Team von BORA-hansgrohe auf die Autobahn in Richtung Barcelona und anschließend siebenmal (!) um den 173 Meter hohen Montjuic herum. Überall lauerten Carapaz und Co. auf Angriffe. Doch Toni Palzer fuhr vorne im Wind und investierte alles, um das Tempo hochzuhalten.
„Sergio hat den Sieg dann sicher über die Ziellinie gebracht. Es war eine überwältigende Zielankunft für uns alle“, beschreibt der 29-Jährige. Vom krankheitsbedingt Ausfall von Cesare Benedetti nach der vierten Etappe einmal abgesehen, blickt Palzers Team damit auf eine perfekte Woche zurück. "Es war keine klassische Rundfahrt, bei der sich der Gesamtsieg auf einer oder zwei Bergankünften entscheidet. Quasi jeder Tag war ein GC-Tag. Als dann ab Tag drei viele Fahrer müde wurden, ist Toni zwei Klassen besser gefahren", fasst Bernhard Eisel aus der Sportlichen Leitung von BORA-hansgrohe zusammen.
Sergio Higuita vom Team BORA-hansgrohe bei der Siegerehrung.
Toni Palzers Kapitän Sergio Higuita gewinnt die 101. Auflage der Rundfahrt.
Neben dem Premierensieg bei einem WorldTour-Rennen sicherte sich Sergio Higuita die Nachwuchswertung als auch mit 28 Punkten das Bergtrikot. Braucht es noch größeren Boost für die steigende Teamchemie? Den zu Saisonbeginn vom US-Team EF Education-EasyPost verpflichteten Kolumbianer und den Ramsauer plant BORA-hansgrohe auch für Baskenlandrundfahrt (4. bis 9. April) ein. Oder aus der Sicht von Toni gesprochen: Goschn polieren im Norden der iberischen Halbinsel!