Gaming
Der Free-to-Play Titel Trackmania verzaubert seit 2003 eine große Community an Arcade-Rennfahrern. Seit 20 Jahren jagen die Spieler den Bestzeiten nach und übertrumpfen sich immer und immer wieder gegenseitig. Für Einsteiger kann das Konzept der chaotischen Rennstrecken etwas überwältigend wirken. Wie wird man gut in Trackmania? Ist es nur purer Zeiteinsatz, oder gibt es gewisse Taktiken und Mechaniken, um die perfekte Runde auf die Strecke zu zaubern? Genau diese Fragen wollen wir für euch beantworten.
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Das Rennen gegen die Stoppuhr
In Trackmania gibt es nur einen Gegner, die Zeit. Auch wenn andere Spielernamen auf den Leaderboards zu sehen sind, ist es am Ende wie bei der Rallye: Die Stoppuhr ist die einzig relevante Metrik.
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Verschiedene Straßenbeläge
Da Trackmania ein Arcade-Racer ist, werden Rennen nicht ausschließlich auf Asphalt gefahren. Daneben gibt es Dirt, Gras, Eis, Plastik und Wasserblöcke.
Auf Asphalt ist das Fahren am intuitivsten. Man hat sehr viel Grip, das Auto reagiert schnell und flüssig auf die eigenen Inputs. Kurven können aggressiv genommen werden, die Bremse funktioniert tadellos. Es ist so, wie man es sich vorstellt. Des Weiteren lässt es sich auf Asphalt und normalen Straßenblöcken sehr gut driften – näheres dazu später.
Bei Dirt und Gras gibt es einen anderen Ansatz. Es geht nicht darum, die kürzeste Route zu fahren, sondern am gleichmäßigsten sein Momentum beizubehalten. Sanfte Lenkbewegungen, kein überhastetes korrigieren. Je weniger die Reifen quietschen und je weniger man rumrutscht, desto schneller wird man. Diese Taktik des No-Slides kann vor allem in niedrigen Geschwindigkeiten sehr große Zeitunterschiede ausmachen. Für Tastaturspieler heißt das im Besonderen: Viel auf den Lenktasten tippeln und wenig die Lenkung durchgedrückt halten. Die Bremse ist auf den beiden Belägen eher nutzlos.
Eis als Untergrund zeichnet sich durch seine komplette Abwesenheit von Grip aus. Daher ist es einer der am schwersten zu meisternden Untergründen, aber gleichzeitig einer der befriedigendsten, wenn man es versteht. Es dreht sich fast alles um eine Mechanik: Den Ice-slide.
Beim Ice-slide wirft man den Boliden schlagartig in die Kurve, bis man ~90° seitlich zur Kurve steht und lenkt dann gegen. Wer sich an den Film Cars erinnert, dem ist der Ausdruck “You have to turn left to turn right” sicherlich noch ein Begriff. Bei korrekter Durchführung des Manövers schießt man mit sehr viel Geschwindigkeit und viel Grip um die Kurve. Doch Obacht: Solltet ihr über ~90° steuern und euch im falschen Gang befinden, besteht das Risiko, dass ihr den Slide verliert und aus der Bahn geschleudert werdet.
Plastik kommt ebenfalls mit seinen eigenen Regeln. Die initiale Beschleunigung auf Plastik ist sehr schnell, und generell ist Plastik aufgrund des geringen Widerstands ein sehr schneller Untergrund – solange man geradeaus fährt. In Kurven leidet Plastik unter ähnlichen Problemen wie Eis, allerdings gibt es keinen Plastik-Slide. Somit gilt es hier in den Kurven früh einzulenken und sich so schnell wie möglich am Kurvenausgang gerade zu richten.
Zuletzt noch Wasser. Wer durch Wasser fährt bekommt Wet-Wheels, also nasse Reifen, die erst nach einer gewissen Zeit abtrocknen, um wieder 100% Grip zu produzieren. Auf Dirt trocknen sie direkt, auf Asphalt benötigt es ein paar Sekunden, und auf Plastik gar nicht. Dadurch, dass das Grip-Level sehr stark dezimiert ist, muss man aufpassen, dass einem in Kurven nicht das Heck ausbricht und man zu sliden anfängt. Vor allem auf Plastik eine absolute Katastrophe – Wet-Plastik ist die fieseste aller Untergrundkombinationen. Auch hier bleibt Tastaturspielern das Tippeln auf den Lenktasten nicht erspart.
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Geschwindigkeit und Gangwechsel
Den Tacho nicht aus dem Auge zu verlieren, ist elementar wichtig, wenn ihr euch verbessern wollt. Gewisse Geschwindigkeiten korrelieren mit dem Gangwechsel in einen höheren Gang. Dabei gilt, je höher der Gang, desto besser. Wenn ihr an den Gangwechselpunkten angekommen seid, solltet ihr das Auto so gerade wie möglich ausrichten, da sonst der Gang „gefressen“ wird, also sich der Gangwechsel verzögert, und ihr Zeit verliert. Hier für euch das Getriebe einmal aufgelistet:
- Gang: 0-100 km/h
- Gang: 100-160 km/h
- Gang: 160-235 km/h
- Gang: 235-340 km/h
- Gang: 340 km/h aufwärts
Diese Werte sind nicht immer komplett akkurat, dienen trotzdem als gute Orientierung für euch. Gerade auf vielen Strecken der Kampagne ist es wichtig, sein Auto im 3. oder 4. Gang zu halten, also hört auf euer Getriebe.
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Rennlinien
Wie oben bereits erwähnt, geht es nicht immer darum, den Weg so kurz wie möglich zu halten. Auf Asphalt ist man da am Nächsten an der Tatsache dran, doch im Gegensatz zu anderen Rennsimulationen, muss man in Trackmania entweder Vollgas geben, oder driften, um die schnellste Zeit zu erreichen. Ein Drift wird initiiert, indem man Gas, Bremse und eine starke Lenkbewegung gleichzeitig ausführt. Voraussetzung hierfür ist aber, dass ihr ungefähr eine halbe Sekunde erst in die Richtung lenkt, in die ihr driften wollt und dann erst die Bremse zur Unterstützung nehmt. Ab einer Geschwindigkeit von 600 km/h fängt der Wagen automatisch an zu driften, sobald ihr länger zur Seite steuert.
Dies funktioniert auch meist erst konstant ab ~230 km/h, davor sind Drifts schwieriger und unter 200 km/h so schwer möglich, dass sie ihren eigenen Namen haben: Neo-Slides. Ansonsten gelten die Regeln des normalen Rennsports was Rennlinien angeht. Kurven von außen anfahren, eng am Scheitelpunkt nehmen und dann den Boliden schnell gerade ausrichten, um seinen Exit-Speed, die Geschwindigkeit am Kurvenausgang, zu maximieren.
Die Ausnahme hier setzen Dirt und Gras, da es bei denen mehr darauf ankommt euer gesamtes Momentum beizubehalten. Ebenfalls gibt es bei angewinkelten Dirtkurven eine Besonderheit: Outside Dirt. Um maximale Geschwindigkeit mit in die Kurve zunehmen, wollt ihr euch so weit außerhalb wie möglich halten, direkt neben der Bande. Da die Kurven angewinkelt sind, slidet das Auto weniger und mit steigender Präzision, lässt sich gut die Geschwindigkeit halten.
Eine ebenfalls wichtige Mechanik die viel Präzision benötigt, ist die Airtime-Reduction. Auf vielen Strecken sind Sprünge ein elementarer Bestandteil. Diese zu minimieren oder auch ganz auszulassen, ist wichtig, denn wenn sich euer Auto in der Luft befindet, könnt ihr nicht beschleunigen, also seid ihr am Ende langsamer. Airtime-Reductions sind häufig Streckenspezifisch, aber meistens fallen sie in eine von 3 Kategorien:
- Vor Absprung auf einer Rampe vom Gas gehen.
- Die Airbreak - Kurz nach Absprung von einer Rampe kurz die Bremse betätigen.
- Sprungvermeidung – Meist durch fahren von einem Streckenrand quer zum anderen.
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Externe Hilfe
Wie in vielen Spielen hat die Community Programme entwickelt, die es euch durch Datenvisualisierung erleichtern, euren Fortschritt und andere Daten zu erkennen. Diese Programme sind bis jetzt exklusiv nur für PC-Spieler erhältlich. Das Programm OpenPlanet erlaubt es viele Add-Ons herunterzuladen, die zwar hilfreich, aber definitiv nicht notwendig sind. So kann man sich durch OpenPlanet auf einem großen Tacho seine Geschwindigkeit und seinen Gang klarer anzeigen lassen. Dieses Plugin ist wohl das relevanteste und das hilfreichste von allen. Auch das Anzeigen von Lenkeinschlägen und Reifenstatus ist möglich.
Wenn ihr diese Tipps und Tricks mitnehmt, steht euren Verbesserungen nichts im Weg.