Vlad Dascalu beim UCI XCO World Cup 2021 in Snowshoe, USA.
© Bartek Woliński
MTB

Der ultimative Guide zum UCI Cross-Country-Weltcup

Cross-Country bedeutet Action pur! Als Vorbereitung auf die neue Saison liefern wir den Überblick und zeigen dir, worauf es bei den XCO- und XCC-Rennen ankommt.
Autor: Hanna Jonsson und Rajiv Desai
8 min readaktualisiert am
Für diejenigen, die neu in der Welt des Cross-Country-Mountainbikings sind, kann es verwirrend sein, eine riesige Gruppe von Fahrern gleichzeitig am Start zu sehen, die sich Runde für Runde und über eine Stunde lang einen knallharten Kampf um jede Platzierung liefern. Wer als Erster ins Ziel kommt, gewinnt das Rennen, das ist klar - aber was passiert zwischen Start und Ziel bei einem Mercedes-Benz UCI Mountainbike Cross-Country-Weltcup-Rennen? Wer oder was bestimmt über die Startreihenfolge und wie viele Runden werden eigentlich gefahren? Um das alles und noch mehr zu erfahren, lies einfach weiter und werde zum Experten der Cross-Country-Disziplin!

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Was ist XCC und was ist XCO?

Was in aller Welt ist eigentlich XCC oder XCO? MTB-Champ Emily Batty aus Kanada führt uns durch die Einzelheiten vom UCI Cross-Country-Weltcup.

Was ist XCO?

„XCO" steht für „Cross-Country Olympics" und ist ein UCI-Weltcup-Rennformat, das die Fahrer über hügelige Strecken mit technisch anspruchsvollen Abfahrten, Waldwege, felsige Pfade und Hindernisse führt - und das nicht nur einmal. Die Strecken sind so natürlich wie möglich gehalten, beinhalten aber immer wieder künstliche Features, die es zu überwinden gilt. Die Rider starten gemeinsam in einem sogenannten Massenstart und sind, je nach Kategorie und Streckenführung, zwischen ein und zwei Stunden unterwegs.
Im Cross-Country-Racing erlebst du Off-Road-Action pur!

Im Cross-Country-Racing erlebst du Off-Road-Action pur!

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Wie lange dauert ein Rennen und wie sieht die Strecke aus?

Ein Rundkurs kann zwischen 4 und 10 Kilometer lang sein und die Anzahl der zu absolvierenden Runden hängt von der jeweiligen Kategorie ab. Auf einer kurzen Strecke werden tendenziell mehr Runden gefahren und umgekehrt. Normalerweise werden zwischen 5 und 7 Runden absolviert.
Obwohl die XCO-Kurse im Verlauf einer Saison unterschiedlich schwer sind und sehr unterschiedlich aussehen, ist das Design immer sehr ähnlich. Zum Beispiel müssen sie einen bestimmten Anteil an Steigung und Gefälle aufweisen und asphaltierte Straßen dürfen nicht mehr als 15 % der Gesamtstrecke ausmachen. Außerdem muss es auf Single-Tracks genügend Überholmöglichkeiten geben.
Nino Schurter beim Weltcup in Albstadt 2018.

Die schmerzhaften Anstiege von Albstadt

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Im World Cup trifft die Crème de la Crème aufeinander

Die UCI organisiert eine Serie an World Cup-Rennen, die um den gesamten Erdball führen. Racer müssen sich an die verschiedenen Strecken, das Terrain und die klimatischen Bedingungen anpassen, egal, wo die Rennen stattfinden. Üblicherweise gibt es sechs bis sieben Runden pro Saison. 2022 sind es gleich neun Runden!

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UCI 2022 Location-Guide

Alles was du über die Locations im UCI Mountain Bike World Cup 2022 wissen musst.

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Einen Sieg bei einem World Cup-Rennen einzufahren ist ein großes Ding! Es gibt Preisgeld zu gewinnen, aber noch viel wichtiger sind die Punkte. Hast du am Ende der Saison mehr Punkte als deine Konkurrenz auf dem Konto, holst du dir den Titel über die Gesamtwertung. Beendest du ein World Cup-Rennen unter den Top-38, bekommst du Punkte, also ist es für die Athleten essenziell, um jede Position zu kämpfen.
Die Punkte für die ersten Fünf teilen sich wie folgt auf:
  • 1. = 250
  • 2. = 200
  • 3. = 160
  • 4. = 150
  • 5. = 140
Der Athlet, der nach jeder Runde die XCO-Gesamtwertung anführt, darf sich beim nächsten Weltcup-Rennen das begehrte weiße Trikot des Führenden überstreifen.
Mathias Flückiger am Streckenrand beim UCI XCC World Cup 2021 in Snowshoe, USA.

Das weiße Trikot des Weltcup-Gesamtführenden

© Bartek Woliński

Ein guter Start ist die halbe Miete

Die Positionierung ist einer der Schlüsselaspekte im XCO-Rennformat. Es ist enorm wichtig einen guten Start zu erwischen, deshalb ist es von Vorteil in der Startreihenfolge bereits weit vorne zu stehen. Ein Top-Rider mit ernsthaften Ambitionen auf den Sieg, will auf keinen Fall hinter einer Gruppe von Fahrern festsitzen, die langsamer sind als er - viel zu wertvoll ist die Zeit, die dabei auf die Spitze verloren geht.
Massenstart beim Weltcup in Stellenbosch in Südafrika, 2018.

Wer startet wo?

© Craig Kolesky/Red Bull Content Pool

Wie wird die XCO-Startreihenfolge bestimmt?

Alle Fahrer aus derselben Kategorie starten gleichzeitig. Der Startbereich ist immer 8 Meter breit, so dass in der Regel etwa 8 Fahrer in einer Reihe stehen. Das XCC-Format ist ein Shortrace, das 2018 eingeführt wurde, um die Startreihenfolge im XCO-Rennen etwas aufzumischen. Grundsätzlich gilt: Wer beim XCO-Rennen einen guten Startplatz haben will, muss beim XCC-Rennen richtig Gas geben.
Wenn ein Fahrer beim XCC-Rennen in die Top 24 fährt, bedeutet das einen Startplatz beim XCO-Rennen in den ersten drei Reihen. Die Top 8 starten in der ersten Reihe und so weiter. Die Spots nach den Top 24 werden durch das individuelle Ranking in der UCI XCO-Wertung bestimmt. Nicht klassifizierte Rider werden ausgelost.
Die Athleten müssen schon im XCC-Rennen alles geben.

Die Athleten müssen schon im XCC-Rennen alles geben.

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Wie sieht ein XCC-Rennen aus?

Ein XCC-Rennen geht über einen Rundkurs, der zwischen 1 und 1,5 km lang ist. Die Dauer des Rennens liegt zwischen 20 und 25 Minuten und es werden zwischen 6 und 8 Runden auf dem Kurs absolviert. Jede Runde dauert also zwischen 2 und 3 Minuten. Beim XCC-Rennen wird normalerweise der Start des XCO-Rennens verwendet und häufig auch Streckenteile davon übernommen - es kann aber auch ein vollkommen anderer Kurs sein.

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XCC-Rennen erklärt

Hast du dich jemals gefragt, was XCC-Races eigentlich sind? Hier gibt es alle Antworten.

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Der XCC-Bewerb findet immer am Freitagabend eines Weltcup-Wochenendes statt, vor dem XCO-Rennen am Sonntag. Da das Shortrace darüber bestimmt, wer die ersten drei Startreihen im Hauptbewerb belegt, nehmen für gewöhnlich alle Spitzenfahrer daran teil.
Außerdem gibt es auch Weltcuppunkte zu holen, für alle die es über die Ziellinie schaffen - die Teilnahme am XCC-Rennen liegt also ganz im Sinne der Rider. Für den Sieg gibt es 80 Punkte, als Zweiter bekommt man 60 Punkte, als Dritter 50 Punkte und so weiter. Punkte werden bis zu Rang 40 vergeben.
Die zu vergebenen Punkte aus dem XCC-Rennen, die in die XCO-Gesamtwertung einfließen, wurden im Vergleich zu früheren Saisons etwas reduziert. Das liegt daran, dass XCC ab 2022 eine eigene Weltcupserie haben wird, in der die Teilnehmer auf der Strecke um den Gesamtsieg und die glänzende Trophäe fighten.
 UCI XCC World Cup-Rennen der Damen 2021 in Snowshoe, USA.

Die XCC-Damen in Snowshoe 2021

© Bartek Woliński

Wie läuft die neue XCC-Weltcupserie ab?

Nach dem großen Erfolg der XCC-Rennen hat die UCI beschlossen, dass XCC ebenfalls eine eigene Weltcupserie mit einem Gesamtweltcup-Sieger haben sollte. Neben der Festlegung der Startreihenfolge für das XCO-Hauptrennen und dem Sammeln von Punkten für die XCO-Weltcup-Gesamtwertung, gibt es für XCC ab sofort also eine eigene Gesamtwertung. Die Punkte werden am Shorttrack in Zukunft folgendermaßen verteilt:
  • 1. = 250
  • 2. = 200
  • 3. = 160
  • 4. = 150
  • 5. = 140

Taktik im Rennen (XCO und XCC)

In der XCC-Disziplin gibt es für die Fahrer nur eine Devise: Vollgas! Wer nicht in die Pedale tritt, fällt zurück und hat in der Regel keine Chance mehr vorne mitzumischen. Häufig wird das Rennen erst in der letzten Runde durch einen geringen Geschwindigkeitsvorsprung, der das Feld in die länge zieht, entschieden.
Bei den längeren XCO-Rennen sind die ersten Runden entscheidend, weil sich die Fahrer dort heiße Positionskämpfe liefern. In der Mitte des Rennens tendieren die Rider dazu, vorsichtig und energiesparend zu fahren, um dann für das Finale noch genug Power in den Beinen zu haben. In den letzten beiden Runden geht es dann richtig zur Sache und die Fahrer beginnen sich mit überraschenden Attacken gegenseitig anzugreifen. Vieles spielt sich auch im Kopf ab und häufig entscheidet eine raffinierte Taktik über den Ausgang eines Rennens. Bei Weltcup-Events geben die Rider alles was sie haben und genau das macht XCO zu so einem spannenden und zuschauerfreundlichen Ereignis.

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Die besten XCO-Sprints, die es jemals gegeben hat

Lehn dich zurück und genieße die besten XCO-Sprint-Finishes der UCI MTB World Cup-Geschichte.

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Wie sieht ein XCO-Mountainbike aus?

Das moderne XCO-MTB hat eine aggressive Geometrie, bei der der Fahrer direkt über der Kurbel sitzt, um maximale Power über die Pedale zu erzielen. Der leichte Rahmen und die Komponenten sorgen für Effizienz und 29-Zoll-Reifen für eine hohe Geschwindigkeit auf so gut wie allen Oberflächen. Die meisten Pro-Rider heutzutage fahren mit Doppelfederung. Hardtails (Federung nur vorne) werden zwar nach wie vor gelegentlich verwendet, aber das hängt sehr stark vom Austragungsort eines Rennens ab.
Es ist alles eine Frage der Harmonie!

Es ist alles eine Frage der Harmonie!

© Bartek Woliński

Außerdem gibt die UCI noch eine wichtige Regel vor: Die Rider müssen bei beiden Rennen (XCO und XCC) dasselbe Bike verwenden, was die Entscheidung über Hardtail oder Doppelfederung im Vorfeld natürlich noch viel schwieriger macht.

Was zeichnet einen guten XCO-Rider aus und auf welche Athleten muss man im Weltcup besonders achten?

Die Athleten bringen natürlich nicht alle dieselben Qualitäten mit, eines vereint aber alle, die im XCO-Bewerb an den Start gehen: Die Tendenz geht zu einem schlanken Körperbau mit leichtem Gewicht. Die Power kommt daneben von der massiven Beinmuskulatur.
Der Elitebewerb der Frauen im XCO ist weithin bekannt dafür, einige der engsten Battles in unglaublich spannenden Rennen auszutragen. Aber warum eigentlich? Ganz einfach: weil so viele Ausnahmetalente gemeinsam am Start stehen und gegeneinander antreten. Pauline Ferrand-Prévot, Kate Courtney, Evie Richards, Jenny Rissveds und Jolanda Neff sind nur ein paar der Namen, die es zu erwähnen gibt und die jedes Rennen in einen sportlichen Thriller verwandeln. Daneben setzt sich immer mehr eine neue Generation an Athletinnen rund um Mona Mitterwallner, Laura Stigger and Loana Lecomte durch.
Actionaufnahme vom UCI Cross-Country Weltcup-Rennen der Frauen.

Ein enges Rennen

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Im Ranking der Männer zeigt sich da schon ein etwas anderes Bild. Nino Schurter dominiert seit einer gefühlten Ewigkeit die Männerwertung und der Schweizer ist in jedem Rennen der, den es zu schlagen gilt. Der Niederländer Mathieu Van der Poel ist ihm aber dicht auf den Fersen und ein heißer Anwärter, der Schurter bald an der Spitze ersetzen könnte.
Henrique Avancini und Mathias Flückiger sind nun seit einigen Jahren in absoluter Spitzenform und letzterer hat 2021 sogar den XCO-Gesamtsieg errungen. Wenn es um aufregende junge Talente geht, sollte man den Briten Tom Pidcock im Auge behalten. Pidcock ist immerhin amtierender XCO-Olympiasieger und Cyclo-Cross-Champion. Sein Ziel für diese Saison? Ganz klar: die XCO-Krone!

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Tom Pidcock: Born to Mountainbike

Tom Pidcock hat den UCI Cross-Country MTB World Cup im Visier. Begleiten ihn beim Stopp in Albstadt.

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Vlad Dascălu ist ein weiterer junger Fahrer, der 2022 zum ersten Mal den Sprung in den Weltcup schaffen könnte. Der Rumäne fährt in dieser Saison für Trek Factory Racing -- und das sicher nicht ohne Grund!
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Teil dieser Story

WHOOP UCI Mountainbike Weltcup

Der WHOOP UCI Mountainbike Weltcup ist zurück: 2023 mit 10 action geladenen Stopps, darunter 8 Downhill- und 7 Cross-Country-Rennen.

58 Stopps

Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Nach fünf Jahren Pause kehrt der UCI Mountain Bike World Cup Downhill nach Lourdes zurück, wo eine technische fordernde Strecke beim ersten Stopp der Saison auf die Fahrer:innen wartet.

Frankreich

Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Die bei den Fahrer:innen beliebte Strecke in Nové Město na Moravě ist eine der technisch anspruchsvollsten Cross-Country-Strecken der Welt, die 2022 mit einigen Modifikationen daherkommt.

Tschechien

Das war der Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Ein neuer Austragungsort und eine neue Strecke erwarten die XCO-Fahrer:innen bei ihrem ersten Stopp der Saison 2022. Ein tropisches Klima und eine anspruchsvoller Strecke erwarten sie.

Brasilien

Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Die Strecke in Albstadt wird von zwei großen Anstiegen dominiert. Rennen bleiben hier spannend bis zum letzten Moment und resultieren gerne in einem nervenaufreibenden Sprint-Duell.

Deutschland

Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Die längste Strecke der Weltcup-Saison wird die Athlet:innen an ihre Grenzen bringen. Fort William, das britische Mountainbike-Mekka, war bereits 2003 Gastgeber des ersten UCI Mountainbike-Weltcups.

Vereinigtes Königreich

Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Beim ersten Double-Header der Saison werden zwei Disziplinen an einem Ort vereint. Mit seinen steilen und schnellen Abschnitten wurde Leogang zum besten Downhill-Weltcup Stopp 2021 gewählt.

Österreich

Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Mit seinen Hochgeschwindigkeitspassagen und spektakulären Sprüngen hat sich dieser Stopp einen Namen für seine spannenden XCO- und DH-Events gemacht.

Schweiz

Mercedes-Benz UCI Mountainbike-Weltcup

Vallnord ist in der Mountainbike-Szene gut bekannt, aber die diesjährige Downhill-Strecke ist für Athlet:innen und Fans völlig neu. Die Cross-Country-Strecke wird hingegen nur geringfügig verändert.

Andorra

Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Letztes Jahr lieferte Snowshoe eines der spannendsten Weltcup-Finalrennen der Geschichte. Während die DH-Strecke hier technisch anspruchsvoll ausfällt, ist die XCO-Strecke mit engen Kurven versehen.

USA

Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Nach zweijähriger Pause kehrt die UCI nach Kanada zurück. Während die DH-Strecke die körperliche Fitness der Fahrer:innen auf die Probe stellt, garantiert die XCO-Strecke technische Herausforderungen.

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Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Das große Saisonfinale steht vor der Tür und wo könnte man es besser austragen als in Val di Sole, Italien. Die DH-Strecke wurde für die World Championships 2021 neu gestaltet.

Italien