Skateboarding28 Min

Skate-Tour durch den Balkan: Madars Apse entdeckt in Osteuropa neue Spots

Der Skateboard-Abenteurer spricht mit uns über seinen persönlichen Zugang zu "Unknown Treasures", der ersten Tour durch Montenegro, Albanien, Kosovo und Nord Mazedonien.
Autor: Niall Neesonaktualisiert am
Niemand auf der gesamten Welt genießt eine außergewöhnliche Mission auf dem Skateboard so sehr wie Madars Apse. Der lettische Pro-Athlet gehört zu den ganz Großen und scheut mit seiner Erfahrung keine Challenge - egal, wie außergewöhnlich das Abenteuer sein mag.
Immerhin ist es nicht bei jedem Trip der Fall, dass man verlassene Militär-Bunker einer vergangenen paranoiden Diktatur zur Verfügung hat und im gleichen Zuge auf UN-Peacekeeper trifft - ein spannender Kontrast durch und durch. Daneben sorgen atemberaubende Landschaften für jede Menge Staunen.
In einer neuen "Skate Escape"-Mission reisen Apse und seine Kumpel Wes Kremer, Ben Skrzypek, Josef Scott und Tino Arena 13 Tage lang in einem Van von Montenegro nach Albanien, durch Kosovo und weiter nach Nord Mazedonien, wo sie auf die lokale Skate-Community treffen. Dabei erkunden sie eine Vielzahl an bisher unbekannten Spots, die sie zu ihrem Spielplatz machen.
Dani Millan und Gaston Francisco waren mit an Bord, um das Abenteuer in kreativen Bildern festzuhalten. Während der finale Edit endlich live ist, haben wir uns mit Apse getroffen, um mit ihm über seine Erfahrungen zu sprechen und mehr darüber herauszufinden, wie sich seine Situation momentan gestaltet.
Madars Apse in Kosovo
Madars Apse in Kosovo
Hältst du vor einem dieser Trips je inne und fragst dich, ob dieser wirklich eine gute Idee ist?
Manchmal mache ich das; vor allem dann, wenn ich mir denke, dass ein Land divers betrachtet werden kann. Grundsätzlich möchte ich aber jeden Flecken dieses Planeten erkunden - ganz besonders dann, wenn ich mit einer Crew wie unserer unterwegs bin. Gaston hat mehr Länder gesehen, als die Meisen von uns!
Wie war es, mit der Skate-Szene in Skopje in Verbindung zu treten?
Großartig, natürlich. Es ist immer wieder ein Vergnügen, in einer neuen Stadt auf Skateboarder zu treffen und diese Jungs haben uns wirklich willkommen geheißen. Wie du dir vorstellen kannst, stammen nicht gerade viele Pros aus dieser Region und nach 12 Tagen auf der Straße, war das die erste wirkliche Skate-Szene, die wir gefunden haben.
Es muss als Pro toll sein, neue lokale Szenen kennenzulernen. Ist das etwas, das du aktiv anstrebst, um einen Ausgleich zu finden?
Wenn ich irgendwo hinreise, versuche ich Einheimische zu treffen, anstatt nur solo unterwegs zu sein. Als Kind habe ich es geliebt, die Pros zu sehen, wie sie einfach abhingen und skateten. Das macht das Ganze realer, es ist Skaten zum Anfassen. Genau das hat mir den Glauben geschenkt, dass ich auch so wie sie skaten und im Van herumreisen kann.
Wie war die Kulinarik im südlichen Balkan?
Ich liebe gutes Essen und der Balkan war da keine Ausnahme. Es gab leckeres Frühstück und Abendessen überall, wo wir hingingen. Kačamak (eine Art Porridge) hat es mir besonders angetan!
Du hast einige der tausend Bunker gesehen, die Hoxha in ganz Albanien gebaut hat. Wie ist das Leben in dieser Region, nur 240 km von Italien entfernt?
Es wirkte nicht wirklich anders, als das Strandleben in Italien - tatsächlich ist in Albanien alles billiger. Die Region hat das Potenzial, eine gute Touristen-Destination zu werden.
Welcher Stopp hat es dir ganz besonders angetan?
Ich habe tatsächlich jedes Land genossen. Es gab eine Menge cooler Spots und interessante Sehenswürdigkeiten. Wir sind an den Strand in Budva (Montenegro) gegangen und ich erinnere mich daran, wie schön er war und wie wir uns alle darauf geeinigt haben, für eine Reunion Tour irgendwann zurückzukommen - aber mehr, um am Strand zu chillen, um ehrlich zu sein.
Wenn du alle Spots, an denen du geskatet bist, zusammen nimmst - wo hat es dir am besten gefallen?
Es sind so viele, ich sage aber Kalifornien, da ebendort das Skateboarden geboren wurde und dort ist auch der etablierte Level am höchsten. Es gibt coole Leute, großartige Filmemacher, perfekte Skate-Spots, generell großartiges Wetter und eine tolle Kultur.
Wie gestaltet sich dein Alltag momentan?
Es ist großartig: Ich stehe, so oft ich kann, auf meinem Board, drehe die zweite Staffel von "Skate Tales" und einen neuen Part für "Element Skateboards" ab, der 2022 kommen wird. Momentan lebe ich in Portugal, besuche Lettland aber von Zeit zu Zeit.

Entdecke die versteckten Spots im Balkan mit Madars Apse

Der Balkan ist die am wenigsten bekannte, jedoch zugleich interessanteste Region Europas. Er umfasst abgelegene und wundervolle Landschaften, die sich von Rumänien weg in den Nordosten Montenegros bis nach Slowenien und Bulgarien ausdehnen.
Der Begriff "Balkan" erinnert an die Bilder des Untergangs von Jugoslawien in den 1990ern, durch den mit Kroatien, Serbien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Kosovo neue souveräne Staaten entstanden sind, die neben Bulgarien, Rumänien, Albanien und Nord Mazedonien ihre ganz eigene Tradition verfolgen.
Wie wir bereits wissen, sorgen lokale Skate-Communitys dafür, dem Sport neue Energie zu geben. Besuche von Pro-Skatern sind essenzielle Auslöser, die eine Weiterentwicklung der Szene anstoßen - "Hyping it up", wie es Wes Kremer in Albanien so schön auf den Punkt bringt.
Dank der unermüdlichen Arbeit von Pionieren, wie Davor Milkjovic aus Slowenien, Rios Crew in Serbien und Sando Max in Bulgarien, sind viele der Länder bereits einer breiteren Masse bekannt; manche Spots wirst du bestimmt wiedererkennen.
Neben all den Skate-Trips durch diese Region (und davon gab es bereits einige) lief ein Teil des Balkans bisher unter dem Radar - nämlich jener, der Albanien, Kosovo, Montenegro und Nordmazedonien umfasst. Genau das war der Grund, warum sich die Crew rund um Madars Apse aufmachte, um der globalen Skate-Kultur ebendiese Orte von ihrer besten Seite zu präsentieren - und das ist ihnen wahrlich gelungen!
Überzeuge dich im Player oben selbst!