Das Indoor Cycling hatte einst den Ruf, der letzte Ausweg zu sein, wenn das Wetter im Freien einmal nicht nach Wunsch ausfällt. Man setzt sich auf den Turbo-Trainer im eigenen Wohnzimmer oder im Fitnesscenter, um seine Sessions zu absolvieren, während ein wichtiger Benefit nicht gegeben ist: Man muss auf die frische Luft verzichten. Das Gefühl ist Welten von jenem einer regulären Fahrt entfernt.
Eines darf man dabei aber nicht vergessen: Dank der regen Weiterentwicklung der Turbo-Trainer und unterschiedlichster entsprechender Apps finden sich mittlerweile viele Möglichkeiten, um das Training im eigenen Wohnzimmer reicher an Informationen und genussvoller zu gestalten. Mittlerweile ist es dir möglich, Daten aufzuzeichnen, zu teilen und mit Freunden zu vergleichen, während du Etappen und Locations deiner bevorzugten Rennen abgrasen kannst.
Daneben wirkt sich das Training auf einem Turbo-Trainer auch auf die Performance im Freien aus, da du regelmäßig, schnell und einfach Zugang hast, um deine Sessions zu absolvieren. Wirf etwa einen Blick auf Loïc Bruni, der sich ebenfalls im Inneren fit hält...
Noch immer nicht überzeugt? Alan Milway, Coach von Rachel und Gee Atherton, liefert fünf Gründe, warum Indoor Cycling genau das Richtige für dich ist...
1. Zeiteffizienz
Der Schlüssel für eine Verbesserung der Performance und der Fitness liegt in einem konsequenten und konsistenten Training. Du kannst den besten Trainingsplan haben, die beste Ausrüstung und die besten Ambitionen, jedoch wird die Regelmäßigkeit der Trainingsfrequenz den größten Einfluss darauf haben, ob du deine Ziele erreichst oder nicht. Alles, was dir dabei hilft, konstant zu trainieren, ist hier eine Hilfe und mit dem Indoor Cycling findest du die besten Möglichkeiten, um verpasste Sessions nachzuholen, wenn dir "das Leben" wieder einmal in die Quere gekommen ist.
Du gehst zeiteffizient, akkurat und regelmäßig an deine Trainings-Sessions heran und holst dir dabei noch unmissverständliches, messbares Feedback. So bekommst du alle Möglichkeiten an die Hand, um an den richtigen Stellen deiner Performance zu schrauben.
2. Fahren ohne Unterbrechungen
Du kannst dir keinen Platten holen, wenn du auf einem Turbo-Trainer sitzt.
© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool
Wenn ich im Freien fahre, stelle ich meinen Fahrradcomputer auf Auto-Pause ein, damit die kalkulierte Fahrtzeit oder andere Daten nicht verfälscht werden. Das ist vor allem dann von Bedeutung, wenn du mit einer Gruppe unterwegs bist. Der soziale Aspekt hat viele positive Auswirkungen auf die Performance und motiviert, jedoch wärst du überrascht, wie gering die Zeit ausfällt, in der man während einer zweieinhalbstündigen Gruppenfahrt tatsächlich in die Pedale tritt! Immer wieder kommt es zu kleineren Unterbrechungen, die sich summieren.
Indoor Cycling kannst du alleine oder in der Gruppe machen, doch der Fokus verschiebt sich in beiden Fällen stärker auf das Radfahren selbst. Du musst nicht darauf warten, bis deine Kumpel aufgeholt oder mechanische Probleme repariert haben. Die Performance steht viel stärker im Vordergrund!
3. Die perfekte Zone, um zu arbeiten
Einer der größten Vorteile beim Indoor Cycling ist, dass sich unerwartete Hindernisse, wie etwa Unebenheiten des Asphalts, Gegenwind oder erzwungene Stopps aufgrund von Ampeln, schon im Ansatz ausschalten lassen. Vielmehr gelingt es dir damit, viel länger ungestört auf dem von dir angestrebten Level zu performen. Und auch das Intervalltraining verläuft, obwohl es sich anstrengender als draußen anfühlt, effizienter.
Ich plane viele Sessions ganz bewusst auf dem Indoor-Bike - selbst für professionelle Rider - da ich einfach weiß, dass sie damit noch mehr aus sich herausholen.
4. Konzentriere dich auf die Technik
Spezifische Trainings-Bikes, wie etwa das Wattbike, messen deinen Tritt in die Pedale genau und geben dir entsprechende Feedbacks. Das hat einen ungemeinen Wert, wenn man seine Fahrtechnik und damit seine Performance im Gesamten verbessern möchte.
Für jene, die sich gerade von einer Verletzung erholen, eignen sich Modelle dieser Art ebenso ganz hervorragend, da sie ihren Output messen und bestimmen können, in welcher Phase der Regeneration sie sich gerade befinden.
Indem du deine Technik perfektionierst, performst du auch draußen besser.
© Alfred Jürgen Westermeyer/Red Bull Content Pool
Simple Marker, wie etwa "Stell dir vor, du würdest dir Dreck von den Schuhen kratzen, während du das Pedal hochziehst", können hier den Unterschied ausmachen und ob du das Ganze korrekt umsetzt, checkst du anschließend mithilfe der entsprechenden Grafiken.
5. Schlägt schlechtem Wetter ein Schnippchen
Wir alle kennen das Gefühl: Die Lust, rauszugehen und aufs Rad zu springen, übermannt dich, aber das Wetter schlägt um, kalter Regen fällt und schon sieht eine Fahrt im Freien schon nicht mehr so verlockend aus. Das ist verständlich, führt aber zu einem Einbruch der Konstanz und hindert die Weiterentwicklung deiner Fitness. Streicht man die externen Faktoren einfach weg, schaffst du dir ein System an regulären Sessions, das deine Trainingsfrequenz deutlich erhöht.
Selbst an Sommerabenden während der Woche, an denen es draußen länger hell ist, sind Trips mit dem Fahrrad schwerer zu planen, da du vorab einen Startpunkt finden, dein Bike vorbereiten oder dich mit einer Gruppe treffen musst. All das sind kleine Barrieren, die dich daran hindern können, dein Training wirklich anzugehen. Mit Indoor Cycling bringst du dich und deine Motivation in eine bessere Ausgangsposition, baust einen höheren Fitness-Level auf und machst dich so bereit, um am Wochenende im Freien noch mehr zu pushen.