Hand-Auge-Koordination? Für Gamer kein Problem!
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Was Gamer besser können als Nicht-Gamer

Warum spielen nicht nur Spaß bringt
Autor: Markus Fiedler, Fatih Öztürk
veröffentlicht am
Games zu spielen ist für viele Entspannung pur, für andere echte sportliche Herausforderung. Aber egal aus welchem Grund du spielst, du tust immer etwas für dein Gehirn.

Besser vernetzt

In Frostpunk werden eure soziopolitischen Geschicke auf die Probe gestellt
In Frostpunk werden eure soziopolitischen Geschicke auf die Probe gestellt
Klar, Gamer haben oft auch eine große Friendslist und sind innerhalb ihrer Lieblings-Communities gut verdrahtet. Aber das ist hier gar nicht gemeint: Chinesische Wissenschaftler verglichen im MRT die Gehirne von Gamern mit denen von Spielmuffeln. Das Ergebnis war eindeutig: Das Gehirn eines Hardcore-Gamers ist besser vernetzt, die einzelnen Gehirnregionen arbeiten so besser zusammen. Besonders die Gehirnhälfte, die für Logik und analytisches Denken zuständig ist, ist bei Gamern deutlich besser und stärker miteinander verbunden als bei einem Nicht-Gamer.

Hirnschmalz, Alter!

Grandpa Gaming: Dieser Opa teabaggt dich in PUBG
Grandpa Gaming: Dieser Opa teabaggt dich in PUBG
GrandpaGaming macht es vor. Schnelle Shooter und wilde Racer machen in jedem Alter Spaß. Doch bringen sie gerade älteren Menschen einen spannenden Bonus, wie eine Studie von Forschern der University of Iowa bewies. Diese testeten die Auswirkung eines Spiels, das auf Tempo und strategische Entscheidungsfindung ausgerichtet war, bei Menschen über 50. Das überraschende Ergebnis: bereits 2 Stunden Spielzeit am Tag können die kognitiven Fähigkeiten langfristig um bis zu 70% verbessern und altersbedingte Verschlechterungen bremsen. Also, besorgt euren Großeltern Headsets und droppt als Squad in Erangel.

Herr der Träume

Kämpfe gegen Albträume lassen sich trainieren.
Kämpfe gegen Albträume lassen sich trainieren.
Eine Studie der Grand MacEwan Universität in Kanada ergab, dass Videospieler auch dann Ergebnisse zeigen, wenn man eigentlich gar nicht Herr seiner Sinne ist – im Schlaf. So fanden Wissenschaftler heraus, dass Gamer häufiger als andere in der Lage sind, aktiv in ihre Träume einzugreifen und sie in ihrem Sinne zu lenken oder zu beeinflussen. Das geht sogar so weit, dass Gamer Albträume besser bekämpfen und sich imaginären Gefahren darin besser stellen können als Nicht-Gamer. Ein Traum, oder?

Besser zupacken

Durch Spielen wirst du geschickter.
Durch Spielen wirst du geschickter.
Davon haben viele Gamer schon gehört, aber es ist immer schön, wenn Wissenschaftler das Gefühl auch bestätigen. Die haben schon in mehreren Studien das eindeutige Ergebnis bekommen, dass Spieler über bessere motorische Fähigkeiten verfügen als Nicht-Gamer. Eine Studie der australischen Universität Seakin bewies bereits bei Vorschulkindern einen Unterschied zwischen denen, die Videospiele spielten und denen, die das nicht taten. Auch die sogenannte Hand-Auge-Koordination war bei diesen Kindern bereits besser ausgeprägt, als bei ihren Altersgenossen, die nicht regelmäßig einen Controller in der Hand hielten. Wundere dich also nicht, wenn du Dinge fängst, die andere fallen lassen – du hast das eben trainiert.

Ein Gamer kennt keinen Schmerz

Lara weiß, dass das nur ein wenig pieksen wird
Lara weiß, dass das nur ein wenig pieksen wird
Okay, ein wenig übertrieben ist das schon, auch Gamern tun die gleichen Dinge weh wie anderen. Aber: Gamer können sich durch Spielen tatsächlich besser von unangenehmen Momenten wie Schmerzen ablenken. Eine Untersuchung der American Pain Society zeigte, dass virtuelle Räume und Videospiele Schmerzpatienten teilweise genauso stark halfen wie Medikamente, selbst Brandopfer gaben an, dass Schmerzen sich beim Spielen nur noch etwa halb so stark bemerkbar machten. Also statt Schmerztablette nehmen lieber ein Stündchen „Battlefield“ spielen – das kann die gleiche Wirkung haben!

Adleraugen

Schnelle Rennen trainieren auch den Blick.
Schnelle Rennen trainieren auch den Blick.
Wohl jeder Gamer hat es im Lauf seines Lebens schon gehört: Das ist doch garantiert schlecht für die Augen, was du da machst! Wissenschaftler einer New Yorker Universität haben belegt: Das Gegenteil ist der Fall! Schon 2007 ergab eine Untersuchung, dass bereits 30 Stunden Spielen eines Ego-Shooters zu einer signifikanten Verstärkung der räumlichen Auflösung führte, die Testpersonen konnten kleine, dicht nebeneinander platzierte Objekte deutlich sehen. Und auch feine Kontrastunterschiede können Gamer laut einer Studie um mehr als 50 Prozent besser wahrnehmen als ihre nichtspielenden Mitmenschen. Videogamer wissen darüber hinaus auch sehr genau, was Kontrast eigentlich ist und wo man ihn beim Fernseher einstellt.

Schneller richtig liegen

Entscheidungen soweit das Auge reicht, etwa in Skill Trees
Entscheidungen soweit das Auge reicht, etwa in Skill Trees
Entscheidungen, Entscheidungen: Jeder Gamer muss sich tagtäglich damit herumschlagen. Ob das die mögliche Taktik beim Ego-Shooter ist oder eine weitreichende Entscheidung in einem Rollenspiel, spielt dabei keine Rolle – Gamer tun es schneller. Forscher der University of Rochester fanden heraus, dass Gamer eine erhöhte Sensibilität für die Ereignisse in ihrer Umgebung entwickeln. Und das macht sich bei den unterschiedlichsten Alltagsdingen bemerkbar: beim Autofahren, beim Orientieren in unbekannten Gegenden, beim im Auge behalten von Freunden in einer Menschenmenge – überall schneiden Gamer besser ab als Nicht-Gamer.

Künstlerisch wertvoll

Im entzückenden Tearaway weint ihr Freudentränen
Im entzückenden Tearaway weint ihr Freudentränen
Gut, möglicherwiese bist du für diesen Vorteil schon zu alt. Wissenschaftler der Michigan State University untersuchten Kinder und Jugendliche auf Kreativität und fanden heraus, dass sich hier Gruppen deutlich voneinander unterschieden, die alle viel mit technischem Gerät wie Smartphones oder Tablets zu tun hatten. Die deutlich kreativere Gruppe war die, die die Technik auch zum Spielen benutzte. Im Internet zu surfen oder zu chatten, hatte hingegen keine entsprechende Wirkung. Getestet wurde das mit Bildern und Geschichten, die die Kinder anfertigen sollten, die Gamer-Kinder waren hier den anderen deutlich überlegen. Wenn dir also immer gute Geschichten einfallen, warum du jetzt unbedingt noch eine Runde zocken musst – kein Wunder!

Gemeinsam spielen macht friedlich

Im Team zocken macht dich freundlich.
Im Team zocken macht dich freundlich.
Klar, du kennst mindestens einen Menschen, der diese Erkenntnis klar widerlegen kann, dennoch ist sie wahr: Eine Studie der Ohio State University fand heraus, dass Gamer, die oft im Koop spielen, also mit anderen gemeinsam Probleme lösen und um den Sieg kämpfen, deutlich weniger aggressiv sind als andere. Wissenschaftler fanden das schon deshalb interessant, weil dieses Ergebnis mit der weitläufigen Meinung kollidiert, dass Games aggressiv machen würden. So seien selbst recht gewalttätige Spiele dazu angetan, sich hinterher freundlich zu verhalten, wenn man sie gemeinsam mit jemandem statt gegen jemanden spielen würde. Gut zu wissen, dass man ich mit einer Koop-Runde in eine freundliche Stimmung spielen kann.
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