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Freerunning

Alles, was du über Freerunning wissen musst

Finde in der neuen Episode von Red Bull Origins heraus, was Freerunning ist und wie das Internet und Social-Media den Sport laufend weiterentwickeln.
Autor: Ben Johnson
8 min readveröffentlicht am
Egal, ob dir der Begriff bekannt ist oder nicht, du bist in irgendeiner Weise mit Sicherheit schon einmal mit "Freerunning" in Berührung gekommen - vielleicht in Form von unglaublichen Action-Sequenzen auf der Kinoleinwand; vielleicht auf Social-Media, wo Athleten rund um Dominic Di Tommaso und Pasha Petkuns Clips publizieren, die viral gehen. Vielleicht hast du dir auch schon einmal einen Contest wie Red Bull Art of Motion angesehen oder du pflegst direkten Kontakt mit der ständig wachsenden Community, die sich in Städten rund um den Globus niederlassen.
Freerunning ist definitiv ein Sport, der immer populärer wird; eine Entwicklung, die Hand in Hand mit der laufenden Verbreitung des Internets und Social-Media geht und genau darin liegt auch der Grund, warum du den Sport eben jetzt kennenlernen solltest. Denn eines ist klar: Der Sport ist noch immer im Wachsen begriffen.
Drücke den Play-Butten im Player oben und erlebe die neue Episode von Red Bull Origins und lies weiter, um alles über Freerunning herauszufinden, was du wissen musst...
Hazal Nehir performt für den Film "The Grand Maze" in Istanbul, Türkei.
Freerunning ist ein globaler Sport, der mit jedem Jahr wächst.
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Was genau ist Freerunning?

Der Name sagt eigentlich schon alles. Alles dreht sich um die Kunst, sich auf jede beliebige Art und Weise durch urbanes Terrain zu bewegen. Das einzige, das dich einschränkt, ist deine Imagination und deine physischen Möglichkeiten. Die Freiheit steht hier also ganz klar im Mittelpunkt und wird großgeschrieben: Jumps, Flips, Spins, Drops, Gap Jumps - die Möglichkeiten sind endlos. Jede Form der Bewegung, die du dir erträumen kannst, ist willkommen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Dominic Di Tommaso performt während der Dreharbeiten zu "City of Gold" in Johannesburg, Südafrika.
Freerunning kannst du dir in etwa so vorstellen...
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Eine weitere kulturelle Errungenschaft der französischen Kultur

Ähnlich wie beim Film, dem metrischen System und den weltbesten Crêpes haben wir es der französischen Kultur zu verdanken, dass Freerunning entstanden ist.
Heute wissen wir, dass die Wurzeln im militärisch-athletischen Training liegen, das mithilfe von Hindernis-Parcours versucht, Bewegungsabläufe zu internalisieren. Die wirklichen Anfänge der Sportart, wie wir sie heute kennen, führen jedoch in die späten 90er-Jahre zurück. In den Pariser Vororten entwickelte die Crew Yamakasi den Parkour-Lauf in lokalen Gebäuden und Shopping-Bezirken.
Inspiriert von militärischem Training, dem Grundgedanken der Disziplin und der Philosophie von Martial Arts arbeitete die Gruppe daran, sich von den Strukturen der urbanen Umgebung zu befreien und sich in jeglicher Art und Weise darüber hinweg zu bewegen, wie sie nur wollten - mit einem spektakulären und eleganten Ergebnis.
Die weiten Sprünge von Dach zu Dach und die tiefen Drops über mehrere Stockwerke haben wir der Yamakasi-Crew in Paris zu verdanken. Daneben sorgte sie auch dafür, dass Freerunning mit körnigen Camcorder-Bewegtbildern zum ersten Mal viral ging. In einem Video sehen wir einen massiven Gap von David Belle an einem Spot, der sich "Manpower" nennt. Die TV-Stationen in Frankreich und in ganz Europa berichteten darüber, womit tausende Menschen dazu inspiriert wurden, den Parkour-Lauf selbst zu trainieren.
"Das Ganze ging viral, lange Zeit bevor virale Videos überhaupt irgendwie an Relevanz gewannen. Das Video war im gesamten französischen Fernsehen zu sehen", erzählt der türkische Freerunner und Parkour-Athlete Hazal Nehir in Origins. "Dieses Video war der Funke, der alles zum Laufen brachte. Seitdem teilen Athleten ihre Videos und pushen den Sport weiter voran."
Freerunner Jason Paul performt in Hamburg, Deutschland.
Parkour hat seine Wurzeln in Frankreich.
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Gibt es einen Unterschied zwischen Parkour und Freerunning?

Diese Frage ist ganz klar mit Jein zu beantworten. Ja, das ist nicht wirklich eine Hilfe, doch müssen wir das Ganze etwas näher ausführen.
Parkour nennt sich jene Sportart, mit der alles begann und es ist genau dieser Begriff, der Einzug in das Mainstream-Lexikon gefunden hat, womit jede Art der Bewegung, die in irgendeiner Weise mit dessen Grundkonzept im Verbindung steht, so bezeichnet wird. Dennoch gibt es einige signifikantere und subtilere Unterschiede, wenn man Parkour von Freerunning abgrenzt.
Wie du in Origins lernst, hat das ehemalige Yamakasi-Mitglied Sébastien Foucan den Begriff "Freerunning" in die Welt gesetzt, um den kreativen Ausdruck innerhalb der Parkour-Disziplin in den Mittelpunkt zu rücken. Während es im Parkour also eher um Geschwindigkeit und Effizienz geht (laufen, springen und die konstante Vorwärtsbewegung), fokussiert sich Freerunning vorwiegend auf die Freiheit und die Philosophie, dass jede Bewegung möglich und gerechtfertigt ist - egal ob Flips, Spins, Twists oder Moves, die du zuletzt in alten Stummfilmen von Charlie Chaplin, in einem Video-Game oder in einem B-Boy-Event gesehen hast. Die Grundregel gestaltet sich damit denkbar einfach: Alles ist erlaubt!
Pasha Petkuns performt in Bogota, Kolumbien.
Pasha Petkuns performt klassisches Freerunning in Bogotá.
Noa Diorgina aus den Niederlanden nimmt bei Red Bull Art Of Motion in Athen, Griechenland, teil.
Noa Diorgina zeigt, dass Freerunning auch auf einer Jacht möglich ist.
Auch in der Frage von Locations bietet dir Freerunning bedeutend mehr Möglichkeiten. Der urbane Bereich ist zwar nach wie vor zentral, doch treten Athleten auch immer wieder daraus heraus, denken Freerunning auf neue Art und Weise und zeigen ihre Kunst an Orten, die wir so mit dem Sport nie in Verbindung gebracht hätten - egal, ob das Jason Paul ist, der klassische Video-Games der 80er rekreiert, oder Pasha Petkuns, der sich buchstäblich in einen menschlichen Pinball verwandelt. Auch die größten Contests sorgen dafür, dass sich der Sport beständig weiterentwickelt. Red Bull Art of Motion beispielsweise wurde 2021 auf Segelbooten ausgetragen.
Nehir findet die richtigen Worte: "Es gibt kein festgelegtes Regelwerk und das ist das Schöne daran. Jeder kann sich auf seine individuelle Art und Weise bewegen und seinen einzigartigen Style präsentieren. Das ist das, was dafür sorgt, dass dieser Sport abwechslungsreich bleibt."
Ja, Freerunning ist ein Teil von Parkour und findet darin auch seine Wurzeln. Dennoch sind die Grenzen zwischen beiden Disziplinen fließend, in jeglicher Weise identisch sind sie damit also auch nicht.
Es gibt kein festgelegtes Regelwerk und das ist das Schöne daran. Jeder kann sich auf seine individuelle Art und Weise bewegen und seinen einzigartigen Style präsentieren.
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Erlebe die Fortschritte von Freerunning auf deinem Smartphone in Echtzeit mit

Denk nur daran, wie schnell und mit welcher Intensität du dich im Alter zwischen 10 und 20 entwickelt hast. Genau in dieser Phase befindet sich auch das Freerunning. Wir haben es hier mit einer sehr jungen Sportart zu tun, deren Entwicklung auf phänomenale Art und Weise vorangeht. Sie spielt sich direkt vor unseren Augen auf unseren Smartphones und Computerbildschirmen ab - so, wie dies bei keiner anderen Sportart bisher der Fall war.
Wie Origins herausstreicht, ist Freerunning die erste Disziplin, die in ihrer Entwicklung mit dem Internetzeitalter eng verschränkt ist, worin auch der Grund liegt, dass sie auf globaler Ebene so rapide und intensiv gewachsen ist: "Freerunning ist in der Internet-Kultur stark verankert. Die Community hat sich schon in den frühen Tagen vor allem auf das Internet konzentriert", erklärt Parkour-Historiker Jimmy the Giant im Film.
Leistbare Video-Kameras haben stark dazu beigetragen, dass Performances via DVD oder in Internet-Foren mit anderen geteilt werden konnten, der große Durchbruch ging aber 2005 mit dem Launch von YouTube einher, das den Zugang in die Welt des Freerunnings so richtig geöffnet hat. Wenn es einen Moment gibt, auf den sich die globale Aufmerksamkeit von Freerunning zurückführen lässt, dann ist das dieser. Unzählige Neulinge ließen sich von den Bewegtbildern inspirieren und begannen selbst damit, den Sport auszuüben. Daneben entstand eine Datenbank an Tricks und Spots, die das Freerunning weiter vorantrieb.
Mit den rapiden Fortschritten in der Smartphone-Branche und dem Start von Instagram im Jahr 2013 war es für die Freerunner nie leichter, der Welt zu zeigen, was sie können. Heute musst du nur dein Smartphone oder deine GoPro in die Tasche stecken und schon bist du bereit loszulegen.
Daneben haben wir es hier mit dem perfekten Social-Media-Sport zu tun: Er ist schnell, spannend und schaut gefährlich aus. Es ist also kein Wunder, das Freerunning laufend populärer wird, während Athleten wie Di Tommaso hunderttausende Likes auf Insta-Posts generieren. Jason Pauls "Last Call For Mr Paul"-Edit ist daneben das meistgesehene Red Bull-Video, das es jemals gegeben hat. Den Edit siehst du hier:

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Letzter Aufruf für Jason Paul

Viele Menschen rennen durch einen Flughafen, wenn sie fürchten, ihren Flug zu verpassen. Profi-Freerunner Jason Paul macht alles eben ein bisschen anders.

Deutsch +9

Wie Nehir empathisch genug in Origins darlegt: "Der Sport wäre nicht dort, wo er heute ist, gäbe es das Internet und Social-Media nicht."
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Welchen Freerunnern sollte man folgen?

Jason Paul
Jason Paul ist eine wahre Legende im Game. Der Deutsche hat im Freerunning-Bereich schon so gut wie alles hinter sich, angefangen bei seinen Siegen von Red Bull Art of Motion bis hin zu den größten, kreativsten und meistgesehenen Videos, die der Sport je gesehen hat. Hier kannst du ihm folgen.
Dominic Di Tommaso
Dominic Di Tommaso gilt als einer der progressivsten Athleten im Freerunning. Die Videos des Australiers rücken ikonische Städte in den Mittelpunkt. Hier kannst du ihm folgen.
Hazal Nehir
Hazal Nehir ist eine Vorreiterin, die Freerunning in ihrem Heimatland Türkei beständig pusht. Sie gehört zu den prominentesten Damen im Sport und inspiriert eine ganze Generation. Mit ihrer Arbeit für den Hollywood-Film "6 Underground" sicherte sie sich eine Nominierung beim Taurus World Stunt Award. Hier kannst du ihr folgen.
Pavel' Pasha' Petkuns
Wenn du dir Freerunning gemixt mit einer guten Prise Humor abholen willst, dann bist du beim lettischen Athleten "Pasha" Petkuns genau richtig. Der zweimalige Red Bull Art of Motion-Gewinner ist wahrlich wie kein anderer. Hier kannst du ihm folgen.
Krystian Kowalewski
Der amtierende Red Bull Art of Motion-Champion Krystian Kowalewski ist der leidenschaftlichste und anpassungsfähige Athlet im Game. Er bringt den Flow sowohl auf Segelschiffe als auch in felsige Wälder und traditionelle Terrains. Hier kannst du ihm folgen.
Noa Diorgina
Noa Diorgina ist die jüngste Red Bull Art of Motion-Siegerin ever. Diorgina gewann die Austragung des Events im Jahr 2021 mit jeder Menge Style und hat sich schon jetzt einen nachhaltigen Ruf im globalen Rampenlicht erarbeitet. Wir dürfen uns noch Großes von ihr erwarten. Hier kannst du ihr folgen.