MTB

Deshalb ist Red Bull Rampage der Super Bowl des Mountainbike-Sports

Wenn du noch nie von dem ultimativen MTB-Spektakel Red Bull Rampage gehört oder gesehen hast, dann mach dich bereit. Hier erfährst du, worum es bei dem Event geht und was es so besonders macht.
Autor: Ric McLaughlin und Hanna Jonsson
10 min readaktualisiert am
Emil Johansson bei der Red Bull Rampage 2019 in Virgin, Utah, USA.
© Adrian Berggren/Red Bull Content Pool
Für einige wenige der weltbesten Mountainbiker tickt die Uhr unaufhaltsam bis zu dem heiß ersehnten Moment, an dem sie bei Red Bull Rampage von der Startrampe droppen. Es ist das Event des Jahres und DER Wettbewerb, bei dem jeder Profi-Mountainbiker dabei sein möchte und jeder Fan alles stehen und liegen lässt, um das Spektakel live mitzuerleben.
Lese weiter, um zu erfahren, was Red Bull Rampage ist, wie es funktioniert und was du über die Ausgabe 2022 am 21. Oktober unbedingt wissen musst.
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Wo kann ich Red Bull Rampage sehen?

Auf Red Bull TV kannst du das Event am Freitag, den 21. Oktober ab 19:00 Uhr live mitverfolgen.
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Wie funktioniert die Rampage?

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Was ist Red Bull Rampage?

Hast du dich je gefragt, was Red Bull Rampage ist? Wir liefern dir alles, was du über das legendäre Freeride-Event wissen musst.

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Um es ganz einfach auszudrücken: Bei der Red Bull Rampage werfen sich die fähigsten Mountainbike-Athleten der Welt mit ihren Bikes über steile, felsige Berghänge hinunter und versuchen, auf ihrer individuell gewählten Line, in einem Stück unten anzukommen. Es handelt sich zwar nicht um ein klassisches Rennen, aber es gibt eine Start- und Ziellinie. Die Rampage-Teilnehmer und ihre jeweils zwei Helfer, die mit Schaufeln ausgerüstet sind, haben mehrere Tage Zeit, um eine möglichst kreative und spektakuläre Strecke zu kreieren.

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Red Bull Rampage: Rückblick auf die besten Momente

Hol dir den ultimativen Adrenalinkick und blicke gemeinsam mit uns auf die besten Momente der „Red Bull Rampage" im Laufe der Jahre zurück.

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Am Finaltag haben die Athleten dann jeweils zwei Läufe, in denen sie ihre Lines präsentieren. Die Rampage hat sich im Vergleich zu den ersten Ausgaben stark weiterentwickelt. Mittlerweile müssen die Sportler am Weg nach unten komplexe und gefährliche Tricks wie Backflips zeigen, wenn sie die Judges überzeugen wollen. Unten angekommen werden sie dann von einer Jury aus Experten und anderen Profi-Athleten beurteilt, die ihre Kreativität und Performance am Berg in Punkte umwandeln. Danach heißt es dann nur noch hoffen, dass es für einen Platz ganz vorne gereicht hat. Kurz gesagt: Es ist das spektakulärste Actionsport-Ereignis der Welt!

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Alle Siegerläufe in der Geschichte von Red Bull Rampage

Werfen wir gemeinsam einen Blick zurück auf alle Siegerläufe in der Geschichte der Rampage.

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Was macht die Rampage so besonders und revolutionär?

Die Geburtsstunde von Red Bull Rampage liegt zurück im Jahr 2001 und war das Resultat einer bahnbrechenden MTB-Freeride-Bewegung, die in den späten 1990er-Jahren aufkam. Beim Freeride-Mountainbiking ging es nicht darum, wie schnell man fahren konnte. Es ging darum, sich auf gefährliche Trails zu wagen und Grenzen zu überschreiten, zu springen, massive Drops zu riskieren und weiter zu kommen als je zuvor - und das in einem Gelände, das auf den ersten Blick unbefahrbar schien. Revolutionäre Filmserien wie "New World Disorder" trugen zusätzlich dazu bei, die Fantasie der Rider zu beflügeln.
Das Ziel von Red Bull Rampage war es, diese Art des Fahrens aus den Wäldern und von den hohen Bergen zu holen und direkt auf die große Leinwand und die Fernseher der Menschen zu bringen. Es hat eindrucksvoll bewiesen, was möglich ist und eine ganze Generation von Ridern dazu inspiriert, ans Limit und darüber hinaus zu gehen. Jahr wird das Event zum bereits 16. Mal über die Bühne gehen.

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The Evolution of Red Bull Rampage Competition

The Evolution of Red Bull Rampage Competition

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Muss ich ein eingefleischter MTB-Fan sein, um Red Bull Rampage genießen zu können?

Auf keinen Fall. Es ist ein Wettkampf, der weit über die Grenzen des Sports hinausgeht. Red Bull Rampage ist der ultimative Actionsport-Wettbewerb. Das Event beschert nicht nur den Ridern, sondern auch allen, die zusehen, einen hochdosierten Adrenalinkick. Immerhin bist du live dabei, wenn die besten MTB-Athleten der Welt, mit Highspeed auf oft riskantem Terrain unterwegs sind und die spektakulärsten Tricks vorführen, die du je gesehen hast.
Fans bei den Red Bull Rampage-Finals in Virgin, Utah, USA, am 13. Oktober 2013.

Die Fans geben alles

© Christian Pondella/Red Bull Content Pool

Jeder liebt es, atemberaubende Tricks zu sehen, und ob beim Motocross, auf Skiern, Skateboards oder sogar beim Fußball - es ist immer aufregend, wenn Athleten Dinge anstellen, die wir Normalsterblichen niemals tun könnten. Was diese Athleten leisten, ist kaum in Worte zu fassen. Ein Wettkampf, der mit der Rampage vielleicht vergleichbar ist, ist die Freeride World Tour im Winter.
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Was ist der Unterschied zwischen Red Bull Rampage und einem Slopestyle-MTB-Event?

Vielleicht kennst du MTB-Events, bei denen Rider auf einem speziell angelegten Parcours mit künstlichen Features wie Holzrampen und großen Jumps Tricks zeigen. Diese Art des Mountainbikens wird gemeinhin als Slopestyle-Mountainbiken bezeichnet. Für das ungeschulte Auge mag Slopestyle wie Freeride-Mountainbiken aussehen, aber in Wirklichkeit ist es ganz anders.
Bei Slopestyle geht es weniger um das schwierige und unwegsame Gelände auf dem gefahren wird. Die von Menschenhand geschaffenen Elemente, wie Holzrampen und große Drops, sind zwar groß und schwierig, aber das Terrain ist glatt und einfach. Außerdem fahren die Athleten mit viel kleineren Mountainbikes mit weniger Federung - manche benutzen sogar Hardtails (ohne Hinterradfederung). Die Bikes sind so leicht wie möglich, so dass sie sich in der Luft gut drehen und herumschleudern lassen - und sie haben hart aufgepumpte Reifen, um so schnell wie möglich zu sein und um Reifenpannen zu vermeiden.
MTB-Slopestyle-Kurs aus der Vogelperspektive.

Slopestyle-Kurs vs. ...

© Scott Serfas/Red Bull Content Pool

Rider fährt über das extrem steile Terrain bei Red Bull Rampage.

... Red Bull Rampage-Location

© Peter Morning/Red Bull Content Pool

Bei der Rampage sieht man ähnliche Tricks wie bei Slopestyle-Contests, aber das alles wird auf dem technisch anspruchsvollsten Terrain der Welt ausgeführt. Die Veranstaltung findet nämlich in der felsigen und unbarmherzigen Wüste statt, wo unfassbare Klippen und fast vertikale Abhänge lauern.
Graham Agassiz bei Red Bull Rampage in Virgin, Utah, USA, am 24. Oktober 2018.

Die Rampage-Strecke ist von oben bis unten einfach nur extrem

© Garth Milan/Red Bull Content Pool

Der Untergrund ist teilweise sehr locker und bietet kaum Grip. Anstatt auf einer festgelegten Strecke zu fahren, suchen sich die Rider ihre eigene Line den Berg hinunter, und auch wenn sie sich gelegentlich überschneiden, sind die Lines alle einzigartig. Die Rider benutzen robuste Downhill-Bikes mit viel Federung und großen Reifen mit ausgeprägtem Profil.
Zwar haben die Rampage-Organisatoren in der Vergangenheit eine Reihe von "vorgefertigten" Obstacles gebaut (z.B. den riesigen Canyon-Sprung), aber die Veranstaltung ist ihren Freeride-Wurzeln treu geblieben, denn schließlich geht es darum, eine natürliche Line zu finden.
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Wo findet es statt?

Die Kulisse für den zweirädrigen Wahnsinn der Extraklasse sind die ockerfarbenen Klippen von Virgin, Utah. Denn wenn man schon ein extremes Event auf die Beine stellt, dann doch gleich an einem der extremsten Orte, oder?
Das Gebiet bietet atemberaubende Klippen, schwindelerregende Ausgesetztheit und fast senkrechte Rinnen, die oft genutzt werden, um verschiedene Lines miteinander zu verbinden.
Tyler McCaul und Carson Storch gratulieren einander bei der Red Bull Rampage.

Viele High-Fives und noch mehr Dreck - einfach nur episch!

© Garth Milan/Red Bull Content Pool

Der Austragungsort in Virgin ist in der Regel ein steiler Berghang, der sich für ein Event dieser Art perfekt eignet. Die Organisatoren versuchen Jahr für Jahr, die Red Bull Rampage frisch zu halten, was bedeutet, dass immer wieder andere Berghänge genutzt werden.
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Warum brauchen die Rider ein Dig-Team?

Emil Johansson bei der Red Bull Rampage 2019 in Virgin, Utah, USA.

Der schwedische Superstar Emil Johansson packt mit an

© Hanna Jonsson/Red Bull Content Pool

Wie bereits erwähnt treten die Fahrer alle auf unterschiedlichen Lines an, die sie selbst erkundet und dann gebaut haben. Das ist harte und zeitaufwändige Arbeit. Deshalb darf jeder Rider zwei Helfer zum Graben mitnehmen, die Teil des Teams sind. Gemeinsam wird dann gegraben und geformt - so lange, bis die krassesten Lines des Mountainbike-Universums entstehen.
Jedes Team hat vier Tage Zeit, um mit dem Bau der Line zu beginnen. Danach gibt es einen Tag Pause für alle. Nach dem Ruhetag dürfen die Rider dann weitere vier Tage lang an ihrer Line tüfteln, üben, arbeiten und weitergraben.
Bei einigen Features arbeiten unterschiedliche Fahrer und Dig-Teams zusammen, um Zeit zu sparen und noch größere Dinge zu bauen.
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Können sie also alles und überall bauen?

Ja, sie können bauen was sie wollen und wo sie wollen, solange es innerhalb des markierten Bereichs liegt. Erlaubt sind außerdem nur Handwerkzeuge wie Schaufeln und Spitzhacken - schwere Maschinen sind verboten und es darf auch kein Material von außen verwendet werden. Die Fahrer bekommen 75 Sandsäcke und müssen das natürliche Terrain nutzen, um ihre Lines zu bauen. Holzteile sind nicht mehr erlaubt.
Die Dig-Teams rund um Szymon Godziek, Thomas Genon, Jaxson Riddle, Kurt Sorge, Kyle Strait und Ethan Nell geben dir einen Einblick in ihre Arbeit in der Wüstenlandschaft von Utah und zeigen dir, welche Lines sie bei der 2021er-Ausgabe von Red Bull Rampage kreiert haben.

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Constructing lines in Utah

Szymon Godziek, Thomas Genon, Jaxson Riddle and more get busy constructing the perfect lines in Virgin, Utah.

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Wie werden die Rider von den Judges in den Finals bewertet?

Am Finaltag gibt es wie gesagt eine Start- und Ziellinie. Dazwischen können die Fahrer tun und lassen, was sie wollen, aber sie haben nach dem Verlassen der Startrampe insgesamt drei Minuten Zeit, um ihren Run zu beenden - Geschwindigkeit kann also auch ein Faktor sein. In den Finals hat jeder Läufer zwei Runs und schließlich entscheidet die beste Punktzahl aus beiden Läufen über die Platzierung. Grundsätzlich werden die Rider auf einer Skala von 1 bis 100 anhand von vier Hauptkriterien bewertet:
  1. Schwierigkeitsgrad der Line: Je mehr Punkte erreicht werden, desto steiler, schwieriger und krasser ist die Line.
  2. Tricks und Style: Tricks, Style und eine saubere Landung sind alles Dinge, die viele Punkte bringen.
  3. Flüssigkeit und Kontrolle: Je geschmeidiger, schneller und aggressiver, desto mehr Punkte.
  4. Höhe: Airtime - wie lange ist ein Athlet in der Luft und was macht er in dieser Zeit?

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Risk, Reward & Rampage: Elements of Style

Risk, Reward & Rampage: Elements of Style.

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Kann das Wetter eine Rolle spielen?

Kurz gesagt, ja. Das Event findet in der Wüste statt, die für ihre extremen Wetterverhältnisse bekannt ist. Wie du an den ausgetrocknet wirkenden Bildern zweifellos erkennen kannst, ist nicht der Niederschlag das Problem, dafür aber der Wind.
Ein Teilnehmer checkt die Windrichtung beim Practice von Red Bull Rampage 2014 in Virgin, Utah, USA.

Ein kurzer Wind-Check vor dem Run ist enorm wichtig

© John Gibson/Red Bull Content Pool

Da die Strecke auf einem Berghang liegt, ist der Höhenunterschied zwischen Start und Ziel enorm. Es gibt weder Bäume noch andere Pflanzen, die vor Wind schützen. In der Vergangenheit hat dies die Fahrer in ein interessantes Dilemma gezwungen: im ersten Lauf alles riskieren, falls die Bedingungen umschlagen, oder zuerst auf Sicherheit gehen und sehen, wie viele Punkte die Judges vergeben, bevor man im zweiten Run dann alles auf eine Karte setzt?
Die Konsequenzen sind bei Red Bull Rampage zu hoch, als dass Strategie und Run-Management keine Rolle spielen würden - und sie verleihen dem Event eine äußerst spannende Dimension.
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Was sind die bedeutendsten und größten Momente von Red Bull Rampage?

In Wirklichkeit gibt es zu viele davon, um sie alle aufzuzählen. Praktisch gesehen ist jeder Run ein spektakuläres Highlight für sich. Trotzdem gibt es hier eine Auswahl der besten und schlimmsten Momente in der Geschichte der Rampage.

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Die unglaublichsten Momente von Red Bull Rampage

Die unglaublichsten Momente von Red Bull Rampage 2019.

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Wer fährt bei der Red Bull Rampage 2021 mit?

Bei dem MTB-Spektakel der Extraklasse steht eine exquisite Mischung aus eingeladenen und handverlesenen Ridern am Start. Für die Ausgabe 2022 haben die Organisatoren diese Zahl auf 18 begrenzt. Davon sind 10 vorqualifizierte Rider, die 2021 in den Top 10 landeten. Die restlichen acht Wildcards wurden von einem Komitee aus ehemaligen Rampage-Teilnehmern, Profi-Athleten, Judges und Experten sorgfältig ausgewählt.
Außerdem gibt es eine Liste mit Ersatzfahrern, für den Fall, dass ein vorqualifizierter Rider oder Wildcard-Fahrer ausfällt. Die aktuelle Fahrerliste für das Event 2022 sieht folgendermaßen aus:
Vorqualifizierte Athleten
Wildcards
  • Alex Volokhov
  • Andreu Lacondeguy
  • Brett Rheeder
  • DJ Brandt
  • Dylan Stark
  • Tom Van Steenbergen
  • William Robert
Die aktuelle Fahrerliste enthält nicht weniger als sechs Rampage-Sieger und drei Event-Rookies, was einen perfekten Querschnitt der aktuellen Freeride-Szene ergibt.
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Was geschah bei der letzten Rampage-Ausgabe im Jahr 2021?

Die 15. Ausgabe zum 20-jährigen Jubiläum der Red Bull Rampage hat alles andere als enttäuscht! Die 15 Athleten, die sich der Herausforderung stellten, sorgten für Begeisterung pur und glänzten mit Kreativität, Skills und einer gewaltigen Brise Mut auf dem steilen und zerklüfteten Berghang.
Den Sieg holte sich Brandon Semenuk mit seinem zweiten Run, nachdem er im ersten Lauf einen Wipeout hinnehmen musste. Es war ein Ride vollgepackt mit schwierigen Tricks, gepaart mit technischer Raffinesse. Kurt Sorge wurde Zweiter und zauberte gleich zwei sensationelle Runs in den Dirt von Utah. Reed Boggs schaffte als Dritter ebenfalls den Sprung aufs Podium.

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Red Bull Rampage 2021: Die Highlights

Alle Highlights des größten Wettkampfs für Mut, Geschicklichkeit und Kreativität im MTB-Sport.

Englisch

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Red Bull Rampage

Red Bull Rampage has evolved over 18 years to become freeride mountain biking’s most coveted title.

10 Stopps

Red Bull Rampage 2021

Red Bull Rampage hat sich zum wahrhaftigsten Test für Geschicklichkeit und mentale Stärke auf einem Mountainbike entwickelt.

Vereinigte Staaten

Brandon Semenuk

Brandon Semenuk hat bereits in fast jeder Mountainbiking-Disziplin Wettkämpfe bestritten, doch in der Freeride-Welt stach der Rider aus Whisterl, BC am stärksten hervor.

CanadaCanada

Carson Storch

A stylish freerider, the USA's Carson Storch regularly appears on the cover of Bike magazine and has worked on a number of film projects.

United StatesUnited States

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