Streetballer beim Spiel in der Dyckman League auf einem Court in New York.
© Andre Jones
Basketball

Was ist Streetball? Alles was du wissen musst!

Hier erfährst du alles über Streetball – die wohl reinste Form des Basketballs. Die härtere, trickreichere B-Ball-Variante aus den Straßen New Yorks formt bis heute auch den Profisport.
Von: Henner Thies
8 min readPublished on
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Die Geschichte des Streetballs

1950 organisierte ein Lehrer aus Harlem erstmals das wohl legendärste Streetballturnier der Welt – sein Name: Holcombe L Rucker. Der Park im New Yorker Stadtteil, in dem das Turnier für benachteiligte Jugendliche stattfand, trägt seither den Namen seines Urvaters. Bis heute ist der „Rucker Park” der bekannteste Streetball-Court der Welt – ein Ort, um den sich viele Mythen ranken.

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Der Aufstieg des Basketballs in Toronto

Triff die Basketballspiel-Pioniere, die das Spiel groß gemacht haben, und lerne eine Gruppe junger Hoffnungsträger kennen, die ihre Träume verfolgen.

Russisch +3

Noch heute versammeln sich beim jährlichen Sommerturnier "Entertainers Basketball Classic" die Besten der Besten. Es ist die Zeit des Jahres, wo Streetball-Legenden und erfahrene NBA-Superstars aufeinander treffen: Spieler wie Wilt Chamberlain, Kareem Abdul-Jabbar, Dr J, Allen Iverson, Kobe Bryant, LeBron James, John Wall und viele mehr haben hier vor einem Publikum gespielt, das von Zäunen, Dächern und aus Fenstern zuschaute.

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Den Sprung in den weltweiten Mainstream schaffte Streetball in den späten Neunzigern. Mit dem Start der AND1 Mitxtape Tour 1998 änderte sich die Wahrnehmung des bis dahin eher auf die USA beschränkten Phänomens. Plötzlich zeigten Streetball-Legenden wie „Skip 2 My Lou“, „Hot Sauce“ und „The Professor“ ihre irren Basketball-Kunststücke und erstaunlichen Dunks bei ESPN und erfreuten ein weltweites Publikum.
TV-Sendungen wie „City Slam“ oder Filme wie „Above the Rim“, „White Men Can’t Jump“ und der Dokumentarfilm über Streetball in New York City von 2013 „Doin‘ It in the Park“ haben Streetball endgültig von der Straße in die Pop-Kultur katapultiert und dem Streetball und seinen Ausnahmespielern viel Aufmerksamkeit und endlose Möglichkeiten beschert.
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Streetball: Was ist das eigentlich?

Streetball ist eine Variante des Basketballsports und wurde in den Parks und Straßen New Yorks geboren. Der größte Unterschied zum organisierten Team-Basketball: beim Streetball gibt es keinen Schiedsrichter. Streitigkeiten und alle anderen Regeln, zum Beispiel die Zählweise beim Punkten, müssen die Spieler untereinander ausmachen. Die Ausnahme bilden große Streetball-Turniere, bei denen Schiedsrichter eingesetzt werden.
Für gewöhnlich wird beim Streetball wahlweise 3 gegen 3, 2 gegen 2 oder auch 1 gegen 1 auf einen Korb gespielt. Auch 4 gegen 4 ist möglich, wird aber eher selten gespielt, weil es beim Spiel auf einen Korb schnell zu eng wird. Treffen sich genügend Spieler auf einem Freiplatz oder Streetball-Court, die ein ähnliches Niveau haben, wird 5 gegen 5 auf zwei Körbe gespielt.
Teilnehmer des Basketball-Turnier Red Bull 3X spielen auf einem Basketball Platz in Venice Beach, Kalifornien, um den Einzug in die nächste Runde.

Eine Art Streetball-Mekka: der Platz in Venice Beach, Kalifornien.

© Ryan Young / Red Bull Content Pool

Die Zählweise beim Streetball unterscheidet sich – im Normalfall – ebenfalls von der Zählweise beim organisierten Hallen-Basketball. Würfe von jenseits der Dreierlinie zählen beim Streetball 2 statt 3 Punkte. Würfe innerhalb der Dreierlinie zählen 1 statt 2 Punkte.
Streetball ist zudem eine extrem individuell geprägte Basketball-Variante, bei der es neben dem Team-Play vor allem auf das eigene Können, insbesondere die eigenen Dribbelfähigkeiten ankommt. Wer es schafft, seinen direkten Gegenspieler schwindlig zu spielen und ihn durch diverse Crossover-Dribblings vielleicht sogar zu Fall bringen kann, bevor er punktet, genießt das größte Ansehen auf dem Court. Und Ansehen ist beim Streetball, neben gutem Style, vielleicht die wichtigste aller Basketball-Währungen.
Die Uhs und Ahs der Zuschauer sowie die der Mit- und Gegenspieler sind beim Streetball somit fast genauso wichtig, wie der Ausgang des Spiels, das für gewöhnlich das Team gewinnt, das zuerst 11 Punkte erzielt. Doch auch das müssen die Spieler untereinander regeln. Je nach Andrang am Freiplatz gehen einzelne Spiele auch mal bis 15 oder 21 Punkte, oder aber – falls viel los ist am Court – nur bis 7 Punkte.
Zwei Basketballer spielen auf einem Streetball-Court 1 gegen 1.

Das 1-on-1 ist der ultimative Test im Streetball.

© All Yazbeck

Streetball basiert letztlich auf Fair Play und der Übereinkunft Gleichgesinnter – ohne dabei den Wettkampfgedanken zu vernachlässigen. Im Gegenteil auf den Freiplätzen dieser Welt geht es manchmal sogar um Geld, immer aber um Ruhm und Ehre. Dabei hat jeder Freiplatz seine eigenen Helden. Und: Die Währung, die immer und überall akzeptiert wirdist Können.
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Die wichtigsten Streetball-Regeln und -Begriffe

Da die Regeln beim Streetball von den Spielern selbst gemacht werden, hat jeder Freiplatz seine eigenen Regeln. Es gibt allerdings einige Grundregeln, die ohne vorherige Absprache eigentlich überall gelten:
  • Um zu bestimmen, welches Team als erstes Ballbesitz hat, wird ein Dreier geworfen: geht er rein, hat die Mannschaft des Werfers den Ball, geht der Wurf daneben, hat das andere Team den ersten Angriff.
  • Jeder Angriff nach einem toten Ball (Aus/ Foul/ erfolgreicher Korb, etc.) beginnt mit einem "Check" außerhalb der Dreierlinie – also einem kurzen Pass des Angreifers an seinen Verteidiger, der den Ball sofort wieder zurückspielt.
  • Ein Treffer von jenseits der Dreipunktlinie zählt im Streetball 2 Punkte, ein Wurf innerhalb der Dreierlinie zählt 1 Punkt.
  • Weil es keinen Schiedsrichter gibt, sagt der Angreifer die Fouls an. Dabei gilt die unausgesprochene Regel, nur echte Fouls anzusagen und nicht zu soft, also zu weich zu sein. Um diesen Ansatz zu unterstreichen sagt man spaßeshalber auch mal "no blood, no foul" – kein Blut, kein Foul. Unterm Strich sollte jeder Spieler sich beim Ansagen der Fouls bei seiner Ehre gepackt fühlen und ehrlich sein – zu sich selbst und zu seinen Gegnern.
  • Bei Foul gibt es keinen Freiwurf, sondern erneut Ballbesitz für das Team des gefoulten Spielers.
  • Nach einem erfolgreichen Korb, bekommt erneut das Angreiferteam den Ball, frei nach dem Motto: "make it, take it". Wer den Korb macht, bekommt den Ball.
  • Die Schritt- und Dribbel-Regeln sind dieselben wie beim organisierten 5-gegen-5-Basketball, wobei sie nicht ganz so streng ausgelegt und durchgesetzt werden. Insbesondere beim Dribbeln hat man im Streetball deutlich mehr Freiheiten.
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Die coolsten Streetball-Events

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Das war das Red Bull Half Court Weltfinale 2022

Sieh dir die beste Action des Red Bull Half Court Finals 2022 in Ägypten an – dem größten 3on3 Streetball Turnier der Welt.

  • Red Bull Half Court: Seit 2021 sucht Red Bull im Rahmen des 3x3-Streetball-Turniers Red Bull Half Court die weltbesten 3-on-3-Streetballer – und das mit Stopps in rund 20 Ländern von Algerien bis in die Schweiz! Damit ist Red Bull Half Court das globalste Streetball-Turnier der Welt. Vom 18. Juni bis 24. Juli macht Red Bull Half Court 2022 in Deutschland halt.
  • FIBA 3x3 World Tour: Vergleichbar mit der PGA Tour im Golf oder der WSL im Surfen ist die FIBA 3x3 World Tour die höchste Spielklasse der 3x3-Basketball-Welt. Von Mai bis Dezember sammeln die qualifizierten Teams bei spektakulären Stopps von Japan bis Frankreich im Turnierformat Punkte. Los gehts in diesem Jahr mit dem Utsunomiya Opener in Japan am 14./15. Mai. Beim World Tour Finale in Abu Dhabi am 9./10. Dezember wird schließlich der 3x3 World Tour Champion 2022 ermittelt.
  • FIBA 3x3 Women's Series: Die FIBA 3x3 Women's Series ist die prestigeträchtigste 3-gegen-3 Serie der Welt. 2022 startet die weltweit ausgetragene Turnier-Serie am 25. Das große Finale steigt am 17./18. September in Konstanza, Rumänien.

Die 5 bekenntesten Streetballer der Welt

  • Earl "The Goat" Manigault: "The Goat" ist einer der besten Streetballer, wenn nicht sogar Basketballer aller Zeiten. Das belegt die Aussage von NBA-Legende Kareem Abdul-Jabbar. Auf die Frage, wer der beste Spieler gewesen sei, gegen den er je gespielt habe, antwortete er: "The Goat". Manigault hatte nicht nur unwahrscheinliche Sprungkraft, er war auch treffsicher und hatte unglaubliche "Handles". Leider kamen ihm, wie vielen Streetball-Legenden dieser Zeit, diverse Drogen in die Quere. Das bewegte Leben des Streetball-GOATs zeigt der sehenswerte HBO-Film Rebound.
  • Ed “Booger” Smith: Booger Smith ist vielleicht die letzte Streetball-Legende, die allein durch Mundpropaganda berühmt wurde. Mit 17 Jahren war er auf den Courts in New York bereits eine echte Legende. Er schaffte es sogar aufs Cover der Sports Illustrated. Seine Point Guard Skills waren einzigartig und seine Karriere in der NBA zum Greifen nah – doch auch Booger machten letztlich Drogen und Straftaten einen Strich durch die Rechnung. In der Dokumentation "Soul in the Hole" von 1997 spielt er die Hauptrolle. Der zugehörige Soundtrack ist bis heute DIE Streetball Scheibe schlechthin.
  • Larry “Bone Collector” Williams: Der "Knochensammler" ist der Self Made Man unter den Streetballern. Anders als die meisten heutigen Streetball-Legenden spielte er nicht in der High School Basketball. Seine Skills lernte er ausnahmslos auf den Freiplätzen Amerikas – von seinem Geburtsort Texas, über Südkalifornien, wo er aufwuchs bis New York City, wo er sich seinen Namen vor allem im Rucker Park erspielte. Berüchtigt war und ist der "Bone Collector" besonders für seine Crossover und seinen Trash Talk. Er soll sogar Allen Iverson in dessen Prime einmal besiegt haben...
Rafer "Skip To My Lou" Alston spielt Basketball als Mitglied der Orlando Magic in der NBA.

Rafer "Skip To My Lou" Alston als Mitglied der Orlando Magic in der NBA.

© Chris Graythen/Getty Images

  • Rafer “Skip To My Lou” Alston: ESPN hat Rafer Alston einmal "den berühmtesten Streetballer der Moderne" genannt – zu Recht. Allein die AND 1 Mixtape Tour, die mit ihm seinen Anfang nahm, hat Streetballer über Generationen hinweg inspiriert. Zudem ist er einer der wenigen waschechten Streetballer, die es in die NBA geschafft und dort mehrere Jahre erfolgreich gespielt haben. Nachdem er 1998 von den Millwaukee Bucks gedraftet wurde, spielte er rund 14 Jahre für diverse Teams, bevor er sich zur Ruhe setzte. Den Freiplätzen New Yorks stattet er selbstverständlich noch immer den ein oder anderen Besuch ab.
  • Grayson "The Professor" Boucher: Sicher hast du "den Professor" schon mal auf YouTube als Bugs Bunny gegen diverse Freiplatz-Locals spielen und gewinnen sehen. Er hat rund 6,5 Millionen Abonennten... Nein? Dann hast du ihn sicher in einem der vielen Filme gesehen, in denen er Gastrollen-Auftritte hatte – zueltzt war er in Adam Sandlers Netflix-Film "Hustle" zu sehen. Kurzum: Von allen lebenden Streetball-Legenden ist Grayson Boucher der jüngste und aktivste. Ihm auf YouTube zu folgen lohnt sich!

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