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Was Overwatch zum perfekten eSport macht

Man nehme eine Prise Team Fortress, füge MOBA-Elemente hinzu und fertig ist der neue eSport-Knaller
Autor: Johannes Gorzel
veröffentlicht am
Overwatch
Overwatch
Overwatch ist der neue Titel, der auf der BlizzCon vor rund einem Monat angekündigt wurde. Dass Blizzard mit der Bekanntgabe ihres einzigen neuen Franchises seit WarCraft so lang wartete, kann für erfahrene Fans nur Gutes heißen.
Blickt man auf die Erfolgsrezepte, wenn es um beliebte eSport-Titel geht, dann führt kein Weg an den Konzepten von MOBAs vorbei, welche binnen vier bzw. fünf Jahren eine beeindruckende Szene etablierten. Ein weiteres Vorbild ist VALVes Counter-Strike: Global Offensive, welches vor zwei Jahren tot geglaubt war – nun zuletzt bei der DreamHack Winter eine viertel Million Zuschauer gleichzeitig an die Bildschirme fesselte.
Es ist klar, was MOBAs in Sachen Zuschauererlebnis den konservativen RTS voraushaben: Wenig Wartezeit zwischen der Action, eine Vielzahl an Variationen im Spielverlauf sowie bei Helden- bzw. Champion-Kombinationen und eine zugängliche Spielweise, welche auch Neulinge relativ schnell aufgreifen können. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb CS:GO derzeit unaufhaltsam wächst: Die essenziellen Spielprinzipien in Counter-Strike sind für Jedermann offensichtlich. Hinzu kommt, dass der Shooter als einziger erfolgreicher eSport fähig ist, wiederkehrend eine spannende Spielsituation zu liefern. Während RTS und MOBAs oft durch früh offensichtliche Schneeballeffekte entschieden werden, herrscht in Counter-Strike nach jeder Buy-Round Chancengleichheit, den nächsten Punkt zu holen – wie in konventionellen Sportarten wirken sich frühe Spielsituationen also hauptsächlich auf die Psyche der Spieler aus.
All dies kann Overwatch nun vereinen. Bisher sind für das Spiel zwei Spielmodi bekannt: In „Payload“ muss ein Objekt von einem Team über die Karte bewegt werden, während das andere Team dies zu verhindern versucht. „Point Capture“ basiert darauf, dass ein Team gewisse Objekte verteidigt, während ihre Gegner diese einzunehmen versuchen. Dies erinnert stark an VALVes Team Fortress, jedoch sind dies erst die Informationen, welche wir vor dem Start der Beta erhielten. Die Spielmechaniken von Overwatch erlauben eine große Vielfalt denkbarer Modi, welche den eSport bereichern würden.
Hierbei läuft es nicht auf die immer gleichen Figuren mit identischen Waffen hinaus: Eine Vielzahl an Helden besitzt individuelle Fähigkeiten, welche stark an ein MOBA in Ego-Perspektive erinnern. Bisher sind davon zwölf bekannt, wobei die Palette von einem Samurai über den heilenden Engel bis hin zum Sniper reicht. Jeder von ihnen besitzt, wie im MOBA, vier Fähigkeiten und kann in eine von vier Rollen eingeteilt werden: Offense, Defense, Tank und Support. Wie wir Blizzard kennen, wird dies jedoch nicht alles bleiben und es würde niemanden überraschen, wenn sich die Zahl der Helden im Nu verdoppelt.
Was Blizzard mit diesem Titel anstellen kann, übertrifft folglich das Potenzial aller anderen etablierten eSports. Die Spannungsbögen aus Counter-Strike-Partien können gepaart werden mit der Variation aus MOBA-Titeln. Hinzu kommt die brillante Inszenierung durch die Entwickler bei Blizzard, welche bei den Arenen und Helden bereits ihre Detailverliebtheit bewiesen. Nun gilt es sich nur noch zu gedulden, bis der Shooter 2015 spielbar wird.