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Mr. Robot als Videospiel

Watch Dogs 2 ist wohl die Überraschung des Jahres
Von: Alexander Amon
3 min readPublished on
Protagonist Marcus über seiner Stadt

Protagonist Marcus über seiner Stadt

© Ubisoft

Watch Dogs 2 ist die Fortsetzung des gleichnamigen ersten Teils, der 2013 als erster Open World Titel für Xbox One und PS4 für Aufsehen sorgte. Die spannende Hacker-Thematik konnte überzeugen, andere Teile des Spiels, wie etwa der spaßbefreite Protagonist und abwechslungsarme Side-Quests, degradierten den gehypten Titel nur ins Mittelmaß der Fangunst. Mit der Fortsetzung soll alles besser werden und tatsächlich hat sich Ubisoft einiges einfallen lassen und eigentlich jeden Punkt verfeinert.
Wer will, kann das Game auch actiongeladen erleben

Wer will, kann das Game auch actiongeladen erleben

© Ubisoft

Gegen das System

Als berüchtigte Hackergruppe Dedsec geht es gegen das böse Betriebssystem ctOS 2.0, welches die Bürger von San Francisco überwacht und manipuliert. In der Rolle von Marcus Holloway, ein cooler Typ mit der richtigen Attitude, findet ihr euch in einer verrückten Gruppe an Hackern wieder, mit denen ihr gemeinsam interagiert und die unzähligen Main- und Subquests lösen müsst. Zwar könnt ihr euch wie in anderen Games auch durch das Spiel prügeln oder ballern, der Fokus liegt aber auf Hacker-Tätigkeiten, dem Einsatz von Drohnen und der Manipulation eurer Umgebung. Das macht wie schon im Vorgänger Spaß, speziell wenn ihr eure Talentbäume in diverse Hacker-Richtungen entwickelt. Auch das Hacken von Privatpersonen und deren Reaktionen sind oftmals ein schmunzeln wert.
Die Gimmicks sind die heimlichen Stars

Die Gimmicks sind die heimlichen Stars

© Ubisoft

Spielerische Vielfalt

Das Game punktet in erster Linie mit der Vielfalt an Spielmöglichkeiten. Wenn ihr die Missionen mit einem geschickten Drohnenflug oder anderen Spielzeugen erledigt, ohne dabei tödliche Waffen zu benutzen, dann ist das so viel mehr, als viele andere Spiele derzeit bieten #Dauerfeuer. Kreativität und Humor, Tugenden, die man heute eher bei Indie-Games als bei Großproduktionen findet, zeichnen Watch Dogs 2 praktisch in allen Abschnitten des Spiels aus. Auch wenn man oftmals das Gefühl hat, die Entwickler haben über die Stränge geschlagen, etwa bei manchen Team-Mitgliedern der Dedsec oder allzu aufgesetzten One-Linern, dann verzeiht man mit fortlaufender Spieldauer solche Fauxpas ohne Bauchschmerzen zu haben. Die Welt als solches funktioniert, wirkt glaubwürdig und entdeckenswert.
Das Team ist verrückt und liebenswert

Das Team ist verrückt und liebenswert

© Ubisoft

Fazit

Die realistische Darstellung San Franciscos, die politischen Anspielungen auf aktuelle Problematiken und das Einfangen des Zeitgeistes macht Watch Dogs 2 nach dem so durchwachsenen Vorgänger zu einer wirklich positiven Überraschung im diesjährigen Weihnachtstrubel. Und auch wenn der Hauptcharakter Marcus so ganz anders als sein Gegenpart Elliot in Mr. Robot ist, so haben beide Figuren doch eines gemeinsam: sie sind mitverantwortlich für den Charme und Erfolg des Produkts. Wer sich für die Thematik im Ansatz interessiert und von der ansonsten so Ballerlastigen Konkurrenz gelangweilt fühlt, der sollte mit Marcus gemeinsam dieses Abenteuer wagen.
Watch Dogs 2 ist ab 15. November 2016 auf PlayStation 4 und Xbox One sowie ab 29. November 2016 für Windows PC erhältlich.