Dem zweifachen MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo unterlaufen nur sehr wenige Fehler. Daher ist die Tatsache, dass der Yamaha-Pilot in den beiden ersten Rennen der Saison 2014 jeweils einen entscheidenden Fehler machte, umso überraschender.
Lorenzos Sturz in der ersten Runde in Katar und sein Fehlstart in Austin haben zum nervösen und dramatischen Saisonstart beigetragen. Angesichts seines Fehlers beim Red Bull Grand Prix of the Americas am Sonntag hat RedBull.com einige der merkwürdigsten und unterhaltsamsten MotoGP-Patzer zusammengetragen, die wir in den letzten Jahren erlebt haben.
Jorge Lorenzo: Austin 2014
Dass Lorenzo am Start auf dem Circuit of the Americas so unkonzentriert war, hat alle Beobachter völlig überrascht, da er sonst fast immer fehlerfrei fährt.
Ein Fehlstart passiert normalerweise dann, wenn ein Pilot um Sekundenbruchteile zu früh startet, bevor die rote Ampel ausgeht. Manchmal ist das mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Doch Lorenzo startete viel zu früh. Da waren gerade erst alle roten Lichter an.
Als er seinen Fehler bemerkte, war es bereits zu spät. Lorenzo musste sich damit abfinden, dass er nach der Bestrafung für den Frühstart keine Chance mehr hatte, viele Punkte zu sammeln.
Das Foto oben zeigt, wie weit sich Lorenzo schon vorwärtsbewegt hatte, als die Ampel tatsächlich ausging. Und dieses Video von Stefan Bradls Bike aus der ersten Startreihe zeigt eine andere Perspektive des Missgeschicks.
Julián Simón: Katalonien 2009
Weiter geht es von einem unglaublichem Fehler zum nächsten! Julián Simón hatte bei seinem Heim-Grand-Prix das ganze Rennen mit Andrea Iannone um die Führung in der 125er Klasse gekämpft. Vor der letzten Runde klebten die beiden buchstäblich aneinander, wie das Foto oben suggeriert.
Doch als sie eine Runde vor Schluss die Ziellinie überquerten, dachte Simón, er hätte das Rennen bereits gewonnen und setzte sich auf. Der Spanier begann wild zu gestikulieren und bis es seiner Crew an der Boxenmauer gelang, ihm klarzumachen, dass das Rennen weiterging, hatte er seine Siegchance bereits eingebüßt.
Sein Teamkollege Sergio Gadea machte das Ganze nur noch schlimmer, als er ihm den dritten und letzten Podiumsplatz wegschnappte und Simón mit hochrotem Kopf zurückließ. Doch der sympathische Simón hatte Glück im Unglück: Seine Titelchancen blieben intakt und er gewann am Ende den WM-Titel 2009 in der 125er Klasse.
Álvaro Bautista: Brünn 2009
Dieses spektakuläre Missgeschick passierte nach dem Rennen der 250er Klasse in Brünn. Bautista, der noch um den WM-Titel mitfuhr, war gerade beim tschechischen Grand Prix auf Platz drei gefahren. Das wollte er mit einem Wheelie vor der Tribüne feiern.
Für einen kurzen Moment schien dem spanischen Piloten der Wheelie auch geglückt zu sein, doch die Sache ging schnell furchtbar schief, als sich das Bike überschlug, Bautista abwarf und ihn mit dem Hintern zuerst auf eine Rutschpartie über den Asphalt schickte.
Bautista nahm das Missgeschick mit Humor, lachte über seinen kolossalen Fehler und fuhr per Anhalter mit dem Franzosen Jules Cluzel zurück in die Boxengasse. Dort wartete Teamchef Jorge Martínez schon auf eine Erklärung für die sinnlose Zerstörung des Bikes! Beim Interview nach dem Rennen gab sich Bautista dann auch eher kleinlaut:
Ich wollte einen Wheelie fahren, verlor aber die Kontrolle. Trotzdem gab ich weiter Gas und flog mit einem Salto ab!
- Álvaro Bautista