Neues Jahr, altes Thema: Wer hat die Hits? Wer den Hype? Wer vielleicht sogar beides? Wir wagen eine Prognose für das Jahr 2020 und stellen 11 KünstlerInnen vor, an denen du in diesem Jahr definitiv nicht vorbeikommst.
1. Reezy
Für Freunde von: RIN, Bausa
„Reezy, Bro, was ist das für ein Sample?“ fragte RIN im letzten Jahr auf dessen Song „Vintage“. Vollkommen zurecht: der Newcomer hatte bei dem Throwback-Track als Produzent seine Finger Spiel. Dass er nicht nur die richtigen Alltime-Classics flippen, sondern mindestens genauso gut rappen kann, bewies der Frankfurter 2019 auf seinem Album „Teenager Forever“ und durch Zusammenarbeiten mit Bausa, Yung Hurn, Nimo und Kalim. Kurz vor Jahresende droppte er außerdem an der Seite von Summer Cem den Riesenhit „Phantom“. Gerade läuft sich das musikalische Multitalent mit „My Little Sunshine“ für sein Album „Weißwein & Heartbreaks“ warm.
9 Min
Reezy
In UNFILTERED erzählt REEZY über sein Vorbild 50 Cent und warum er nicht Fußballer geworden ist.
Check hier unser Unfiltered-Interview mit reezy!
2. KeKe
Für Freunde von: Ebow, Juju
Ganz ähnlich sieht es mit KeKe aus. Die Österreicherin machte sich im letzten Jahr nicht nur mit Features auf den Alben von Trettmann und KUMMER einen Namen, sondern darüberhinaus auch mit Solostuff von sich reden. Die 20-Jährige drehte auf wüsten Trap-Nummern wie „Donna Selvaggia“ frei, aber zeigte mit „Malibu“, dass sie auch mellow und in die R&B-Richtung kann. Vor allem beschränkt KeKe sich nicht aufs simple Braggen oder seichte Themen, sondern spricht in ihren Songs immer wieder auch psychische Probleme und Depressionen an. Empowerment pur. Ihre „Donna“-EP deutet bereits an, was man auf Albumlänge von KeKe erwarten kann …
3. Pashanim & Symba
Für Freunde von: BHZ, 102 Boyz, RapKreation
Berlin bleibt hart! Auch 20 Jahre nach Bushido, Sido und Konsorten ist die Hauptstadt immer noch die erste Anlaufstelle für kompromisslosen Straßenrap. Bestes Beispiel: Pashanim von der Playboysmafia. Der landete mit „Shababs botten“ im letzten Sommer einen gerade mal anderthalb Minuten langen Untergrund-Hit. Mittlerweile zählt die minimalistische Trap-Hymne vom Mehringdamm über 4 Millionen Klicks. Der Nachfolger „Hauseingang“ kam deutlich melancholischer, aber nicht weniger eindrucksvoll daher. Wenn es um ungeschönte Momentaufnahmen aus dem Herzen von Kreuzberg geht, gibt es an Pashanim derzeit kein Vorbeikommen. Zusammen mit RB_030 und Symba bildet er übrigens das Künstlerkollektiv Playboysmafia. Insbesondere Symba sollte man dabei wegen Hits wie „Maxi King“ oder „Blockparty“ ebenfalls auf dem Schirm haben.
4. Jamule
Für Freunde von: Cro, Nimo
Ende 2018 erschien Jamule mit seinem Song „NBA“ zum ersten Mal so richtig auf der Bildfläche. Seine „Ninio“-EP im Frühjahr 2019 und Zusammenarbeiten mit Luciano oder Cro machten deutlich, dass der Ruhrpott-Rapper mit spanischen und libanesischen Wurzeln gekommen ist, um zu bleiben. Wobei Rapper eigentlich untertrieben ist: Der 23-jährige Beau flext nicht nur die Konkurrenz an die Wand, sondern hat Dank einer ganz besonderen Stimmfarbe auch das Croonen drauf – und mit Miksu und Macloud obendrein noch das Produzenten-Duo mit der höchsten Hitdichte in Deutschland an seiner Seite. Coming up next: Das Debütalbum „LSD“.
5. Elias
Für Freunde von: Shindy, OG Keemo, Summer Cem
Während ein Großteil der neuen Deutschrap-Generation sich am aktuellen Zeitgeist orientiert, schielen ein paar auch in die Vergangenheit – genauer in Richtung Millenium. Egal ob Samples, Outfits oder Reimtechnik: Die 2000er sind derzeit das Throwback-Genre schlechthin. Elias ist einer dieser nostalgischen Newcomer. Schon auf seinem ersten Mixtape „Flyest Alive“ machte der Anfangzwanziger keinen Hehl aus dem Umstand, dass seine Helden Jay-Z, P. Diddy und Mase heißen. Ein Co-Sign von Summer Cem sorgte für den nötigen Hype plus Major-Deal. Mit „Benzo“ hat Elias gerade den ersten Vorboten auf sein Debütalbum veröffentlicht, an dem er mit dem ebenfalls vielversprechenden Producer Young Mesh arbeitet.
6. HAVA
Für Freunde von: Loredana, Nura
2020 dürfte endgültig das Jahr sein, in dem die Frauen im deutschen Rap übernehmen – und Hava ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine von ihnen. Die Rapperin und Sängerin mit bosnischen und türkischen Wurzeln machte im letzten Jahr mit ein paar millionenstarken Songs wie „Panamera“ oder „Korb“ von sich reden. Ende des Jahres folgte dann an der Seite von Nimo mit dem Nummer-1-Hit „Kein Schlaf“ der endgültige Durchbruch. Perfekte Voraussetzungen für den nächsten Schritt in Sachen Solokarriere.
7. Mk.Gee
Für Freunde von: Frank Ocean, Toro Y Moi
Menschen mit einem Faible für gute Musik abseits vom playlistgesteuerten Einheitsbrei dürften vielleicht schon das eine oder andere Mal über Mk.Gee gestolpert sein. Ursprünglich aus New Jersey, wohnt Michael Gordon mittlerweile in Kalifornien – und das hört man. Wie kaum jemand sonst schmeißt der Newcomer R&B, Jazz, Electronica, Funk und Pop zu Gutfühlmusik mit warmen Vibes zusammen und singt dazu, was insofern interessant ist, als das Mk.Gee eigentlich immer nur Gitarre spielen wollte. Mut, der spätestens in dem Moment belohnt wurde, als Frank Ocean Songs von Mk.Gee in seiner „Blonded”-Radioshow laufen ließ. Nach dem Mk.Gee mit „Pronounced McGee“ und „Fool“ 2018 bereits zwei Alben veröffentlicht hat, wurde es letztes Jahr recht still um ihn. Gerade ist mit „Untitled“ allerdings eine neue Single erschienen – da scheint das Album auch nicht mehr in allzu weiter Ferne.
8. ÄTNA
Für Freunde von: Grimes, Blond, Kat Frankie
Hinter dem Namen ÄTNA verbergen sich Inéz und Demian. Das Duo aus Dresden hat sich mit seinem ganz eigenen Indietronica-Sound bei Touren und Festivalauftritten schon in ganz Europa einen Namen gemacht. Auch die neue Single „Come To Me“ kommt so eigen und kraftvoll daher, dass man sich sofort mehr davon wünscht.
9. Jean Dawson
Für Freunde von: Kanye West, Mac DeMarco, Post Malone
Wer es etwas melodiöser mag, sollte vielleicht mal bei Jean Dawson reinhören. Dessen Musik klingt, als wäre Kanye West nicht kurz nach „Yeezus“ falsch abgebogen, sondern hätte so, als ob gar nichts gewesen wäre, mit Post Malone Musik gemacht. Irgendwie zwischen Rap und Post-Punk, Industrial und Indie haben wir es bei dem 23-Jährigen mit einem absoluten Ausnahmetalent zu tun.
10. Jeremias
Für Frende von: Parcels, Golf
Bei all der handgemachten Rockmusik, die in den letzten Jahren aus Deutschland kam, könnte man beinahe vergessen, dass es auch noch Bands gibt, die sich ein Faible für Funk und Disco auf die Fahnen geschrieben haben. Jeremias aus Hannover sind eine davon und ihre „Du musst an den Frühling glauben“-EP aus dem letzten Jahr macht definitiv Lust auf mehr.
11. badmómzjay
Für Freunde von: Bhad Bhabie, Cardi B, Eunique
„Still the hardest doll in Germany / Still the hardest female ... suck a D / Wer hat Englisch reingebracht? Richtig / Und jetzt psssst ... Showtime B!" badmómzjay weiß, wie man ins Rap-Game kommt. Die 16-Jährige aus der Nähe von Berlin gilt derzeit als eine der heißesten Newcomerinnen in Sachen Deutschrap - auch, wenn sie gerne mal in allerfeinstem Denglisch über basslastige Trap-Beats flext. Nach Features mit Monet192 und einem Haufen eindrucksvoller Instagram-Videos legt badmómzjay jetzt erste Solosongs wie „24/7“ und „Zirkus“ vor und stellt damit gleich zweierlei unter Beweis: 1. Ist sie mehr als die deutscher Antwort auf Bhad Bhabie und 2. dürfte man in diesem Jahr noch viel von dem rappenden Rotschopf hören. No Cap.
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Badmómzjay: Signal
Live beim Red Bull Soundclash 2022