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Skateboarding

"Winter Creek": Ryan Decenzo shredded einen Gap über einen gefrorenen Fluss

Ryan Decenzo legt die Messlatte mächtig hoch an: Er überwindet einen 6 Meter langen Gap auf seinem Skateboard und braucht dazu nicht mehr als die atemberaubende Schneelandschaft in Whistler.
Autor: Niall Neeson
4 min readveröffentlicht am
Für Ryan Decenzo ist eine Skateboard-Challenge im Freien keine wirkliche Neuheit: Der Kanadier hat mit seinen Thrasher-Videoparts in "1990" und in "Sender Bender" bereits beweisen, dass er dazu in der Lage ist, seine Skateboarding-Action in überraschende und einzigartige Terrains zu verfrachten. Auch seine weiteren Projekte "Wheels On Woods" und "Petrified Park" sprechen für sich. Was also sollte dieses Thema der naturgegebenen Skateboard-Challenges gebührend abschließen? Klar, eine Schneelandschaft!
Seine neue Mission nennt sich "Winter Creek" und ist stark von Rick McCranks "Menikmati"-Sessions inspiriert. Doch was Decenzo hier anstellt, hievt Skateboarding in Sachen Gnadenlosigkeit noch einmal auf ein neues Level. Bei solchen Bedingungen ist nichts sicher!
Ryan Decenzo hat mit uns über sein neues Projekt gesprochen. Im Interview erzählt er uns, wie es ihm gelungen ist, diesen 6 Meter langen Gap über einen gefrorenen Fluss mit nichts weiter als der ländlichen Topographie und seinem Skateboard zu überwinden.
Decenzos "Winter Creek"-Mission erlebst du hautnah in der neuen Episode von "Skate Originals" im Player oben.
Der produktive Ryan Decenzo aus Kanada skatet in der Landschaft von Whistler.
Ryan Decenzo weiß, wie man neues Terrain skatet.

Hi, Ryan! Das ist nicht dein erstes Mal, dass du in freier Natur skatest. Wie lässt sich dieses Projekt mit "Wheels On Woods" und "Petrified Park" vergleichen?

Ryan Decenzo: In der freien Natur zu skaten, bedeutet in der Regel, dass man es mit härteren Bedingungen zu tun bekommt. Die Kälte, Hitze, der Wind oder der Regen sind extrem...auch der Schnee macht die ganze Sache nicht gerade einfach.

Aber dieses Projekt gleicht den anderen beiden insofern, als wir von Unterschlupf, Verpflegung und medizinischer Hilfe ziemlich abgeschnitten sind. Das hier erinnert stark an meine Erfahrungen mit "Wheels on Woods", da wir ein ähnliches Set-Up verfolgen. Es geht downhill durch einen Wald und die engen Passagen auf dem Waldweg sind nicht gerade einfach zu skaten.

Was war besonders gefährlich daran?

In diesem aktuellen Projekt ist das Risiko ganz besonders hoch. So viele Aspekte spielten eine Rolle, womit es um einiges schwieriger umzusetzen war. Ein Teil davon bestand etwa darin, dass der Schnee die Waldwege bedeckte, womit das skaten darauf wirklich riskant wird. Daneben beeinflussen die nassen Bedingungen das Board und die Trucks -- nicht zu vergessen, dass der Gap 6 Meter lang war!

Nicht viele Leute sind darauf vorbereitet, Tricks bei einer dermaßen hohen Geschwindigkeit zu absolvieren...

Du musst dich schlicht und einfach auf den Speed einstellen und wissen, wie du das Ganze umsetzt. Sobald du ein Gefühl für den Gap und die anschließende Landung bekommst, versuchst du es zunächst mit grundlegenden Tricks wie einen Ollie oder einen 180. Sobald du das verinnerlicht hast, verknüpfst du dieses Feeling mit zusätzlichen Moves.

Wie grenzwertig war es, auf nassem Holz zu landen?

Das war definitiv grenzwertig. Idealerweise hätte die Landung doppelt so lang ausfallen sollen, aber dieses Holz auf den Berg zu bringen war keine einfache Angelegenheit. Die Landung versuchte ich so kalkuliert wie möglich anzugehen und so gut wie möglich eher trockene Stellen zu erwischen.

Hattest du Sorge, dass du dich in der Kälte da draußen ernsthaft verletzen könntest?

Meine Hüfte ist ziemlich mitgenommen, da es mich doch einige Male erwischt hat, aber durch das Adrenalin spürte ich das nicht -- zumindest nicht bis zum nächsten Tag. Im Hinterkopf hatte ich diese Angst, dass ich mir mit dem Schnee und der Nässe bei der Landung meine Knie verdrehen würde. Aber du musst diese Angst annehmen und abstellen, sobald sie in dein Bewusstsein gelangt.

Macht es Spaß, an kreativen Projekten zu arbeiten, die nicht Monate oder Jahre in Anspruch nehmen, wie das bei traditionellen Video-Parts der Fall ist?

Ja, das ist großartig. Ich liebe das so sehr. Es ist, also würdest du einfach ein, zwei Tage rausgehen, die Imagination verrückt werden lassen und all das umsetzen, was dir durch den Kopf geht. Das Adrenalin ist hoch, da das Ganze natürlich Druck aufbaut und du im Begriff bist, verrücktes Terrain zu skaten. Aber sobald du realisierst, dass etwas wirklich möglich ist und du diesen ersten skizzierenden Versuch hinter dich lässt, musst du dich der Challenge nur mehr voll und ganz widmen. Genau dafür leben wir.

Hast du irgendwelche weitere Projekte in der Hinterhand, die du gerne umsetzen würdest?

Oh Mann, ich habe einige wirklich verrückte, die ich gerne realisieren würde. Manche sind etwas einfacher zu managen als andere, aber sie alle sind einzigartig und erinnern stark an klassische Stunts. Ernsthaft, ich kann das nächste Projekt kaum erwarten!

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Ryan Decenzo

Versatile and hugely consistent, Canadian skateboarding phenom Ryan Decenzo is making a name for himself on the streets and on the screen.

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