Volle Attacke von Marcel Hirscher am Ganslern.
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Alpines Skifahren

Der Hahnenkammslalom: Sieben Fakten zum legendären „Ganslernhang“

Der Ganslernhang ist tückisch – hier sind 7 Fakten, die du wissen musst.
Von: Thomas Wernhart
4 min readPublished on
2020 findet bereits das 80. Hahnenkamm-Rennen statt und der Bann ist immer noch ungebrochen. Jedes Jahr messen sich hier die besten Skifahrer der Welt und schreiben Geschichte - und das vor einem euphorischen Publikum vor Ort und den TV-Schirmen weltweit. Die Streif bietet die perfekte, jedoch furchteinflößende Bühne, für die Abfahrt, der Super-G findet auf der Streifalm statt und die Slalomläufer müssen auf dem "Ganslernhang" zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Hier in Kitzbühel zu gewinnen gleicht einem Ritterschlag und dafür gehen die Athleten an die Grenzen des psychisch und physisch Machbaren.

1. 87 Jahre Ganslernhang

Kitzbühel ist Tradition und Moderne.

Kitzbühel ist Tradition und Moderne.

© hahnenkamm.com

1967 führte die FIS offiziell den Weltcup ein, doch schon davor gehörte der Hahnenkammslalom zu den jährlichen Fixpunkten des Rennkalenders. Das ersten "Internationale Hahnenkamm-Rennen" fand 1931 statt, 1937 wurde dann der erste Hahnenkammslalom auf dem Ganslern gefahren. Der Sieger war damals der Österreicher Willi Walch, der damals auch die Kombinationswertung für sich entscheiden konnte.

2. Die Strecke

Der Start der “Ganslern” liegt auf 1.004 Metern Seehöhe, das Ziel auf 811 Metern – die Athleten haben also eine Strecke von 590 m und 193 Höhenmetern zu überwinden. Der Ganslernhang gilt als Kultstätte des Slaloms uns verlangt den Athleten alles ab. Er fordert die Athleten mit einem Höchstgefälle von 72 %, weist zahlreiche Geländeübergänge auf und fällt an vielen Stellen schräg ab - dadurch zählt dieser Hang zu den anspruchsvollsten Slalompisten im alpinen Skiweltcup.

3. Ingemar Stenmark – der „König des Ganslern“

Mit fünf Slalomsiegen in Kitzbühel ist Stenmark bis heute ungeschlagen.

Mit fünf Slalomsiegen in Kitzbühel ist Stenmark bis heute ungeschlagen.

© hahnenkamm.com

So wie der Schweizer Didier Cuche mit seinen fünf Siegen in der Abfahrt (1998, 2008, 2010, 2011, 2012) als der „König der Streif“ gilt, beansprucht der Schwede Ingemar Stenmark diesen Titel am Ganslernhang für sich. Er stand fünf Mal ganz oben: 1976 und 1977 sowie 1981 bis 1983. Der Rekordmann Marcel Hirscher hat bisher zwei Siege (2013, 2017) vorzuweisen. Der historische “King of Kitzbühel“ ist jedoch der Lokalmatador Andreas Molterer der sich in den fünfziger Jahren mit neun Siegen in die Geschichtsbücher eintrug (zweimal Abfahrt, dreimal Slalom, viermal Kombination).

4. Österreichische Dominanz

Seit 1931 gab es 30 österreichische Triumphe – insgesamt kommen die Sieger aus vierzehn Nationen: 30 Mal Österreich, dreizehn Mal Frankreich, sieben Mal Schweden, sechs Mal Deutschland, fünf Mal Norwegen, vier Mal Italien, drei Mal Luxemburg, zwei Mal Finnland und Liechtenstein, einmal die USA, Slowenien, Jugoslawien, die Tschechoslowakei, die Schweiz und Norwegen.

5. Ruhm, Ehre & dicke Siegerschecks

In Kitzbühel verdienen sich die Athleten ihren Ruhm.

In Kitzbühel verdienen sich die Athleten ihren Ruhm.

© GEPA pictures/Red Bull Content Pool

Der Kitzbüheler Ski Club schüttet für die 79. Hahnenkamm-Rennen (21. bis 27. Jänner 2018) insgesamt 550.000 Euro an Preisgeldern aus. Wie im Vorjahr gibt es in der Abfahrt und im Slalom jeweils 200.000 Euro unter den besten 30 Rennläufern zu verteilen, für den Super-G stehen 150.000 Euro zur Verfügung. Die Top 3 in Abfahrt und Slalom dürfen sich über jeweils 74.000, 37.000 und 18.500 Euro brutto freuen. Der Sieger des Super-G nimmt 55.500 Euro brutto mit nach Hause, für Platz zwei und drei landen immerhin 27.750 bzw. 13.875 Euro auf dem Konto.

6. Junior Race

Beim Junior Race, das seit 2001 jeweils am ersten Trainingstag der Hahnenkamm-Abfahrt stattfindet, haben junge Nachwuchssportler die Chance in einem Riesenslalom und einem Slalom anzutreten. Dieses Rennen ist ein Teambewerb, in dem jeweils vier Mädchen und Buben zwischen 14 und 15 Jahren (U16) pro Team auf dem Ganslernhang spannende Rennatmosphäre schnuppern. Die Nachwuchs-Chefs aller Alpenländer nominieren die hoffnungsvollsten Skitalente und viele heutige Größen waren auch in ihren jungen Jahren hier schon mit von der Partie. Marcel Hirscher war in den Jahren 2003 und 2004 dabei, der Abfahrtsweltmeister von 2017 Beat Feuz (SUI) 2002 und auch Matthias Mayer, Anna Fenninger und Kathrin Zettel verdienten sich hier ihre Sporen.

7. Der Hahnenkamm – ein Zuschauermagnet

25.000 sind alleine beim Slalom mit dabei!

25.000 sind alleine beim Slalom mit dabei!

© Erich Spiess/ASP/Red Bull

Im Rekordjahr 1999 fanden 100.000 Zuschauer an dem Rennwochenende ihren Weg nach Kitzbühel. Im Durchschnitt sehen 15.000 den Super-G, 25.000 sind am Ganslernhang beim Slalom dabei und 45.000 verfallen bei der Königsdisziplin, der Abfahrt, in Euphorie.

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Auch abseits der Skirennen gibt es in Kitzbühel jedes Jahr eine Menge Action!