Der Schweizer Nino Schurter liebt es das Publikum zu unterhalten
© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool
MTB

Spektakuläre Action und Spannung pur: Das ist Cross Country-Mountainbiking!

Cross Country ist mehr, als nur ein paar Mountainbiker, die im Kreis fahren. Es ist eine Disziplin, die enorme Fitness, extreme Konzentration und außergewöhnliche Fähigkeiten auf dem Bike erfordert.
Autor: Anna Buick
8 min readaktualisiert am
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2 Staffeln · 13 Folgen
Unter den Profis ist man sich einig und es herrscht gegenseitiger Respekt zwischen furchtlosen Gravity-Ridern und entschlossenen Cross Country-Fahrern. Woanders jedoch sehen wir manchmal so etwas wie Feindseligkeiten zwischen den Fahrern der unterschiedlichen Disziplinen. Wir sind der Überzeugung, dass es sich, egal ob Downhill- oder Enduro-Rider, lohnt, einen Moment lang kürzerzutreten und etwas Bike-Solidarität zu zeigen.
Werfen wir gemeinsam einen Blick darauf, was Cross Country so besonders macht.

Was ist Cross Country überhaupt?

Cross Country ist eine Mountainbike-Disziplin und eine Kombination aus phänomenaler Fitness, übermenschlicher Kraft und Ausdauer, und außergewöhnlichen Fähigkeiten im Umgang mit dem Bike. Es ist ein einzigartiger Mix aus körperlicher Anstrengung, Erschöpfung und unglaublichem Kampfgeist - einzigartiger Taktik, Entschlossenheit und unvorhersehbarer Dramatik.
Das erste UCI Cross-Country-World Cup-Rennen in Albstadt (Deutschland) ist in greifbarer Nähe. Erlebe das Rennwochenende ab 7. Mai live auf Red Bull TV.
Jedes Cross Country-Rennen (auch XCO genannt) schreibt seine ganz eigene Geschichte mit unerwarteten Wendungen und einem pulsierenden Spannungsbogen, der vor Action und Aufregung nur so strotzt - Pannen und emotionale Herzschlagfinals dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

Du denkst XCO-Kurse sind einfach? Zeit umzudenken!

Die Cross Country-Disziplin hat in den vergangenen Jahren einen weiten Weg zurückgelegt, um an den Punkt zu gelangen, wo sie heute steht. Spektakuläre Crashs und haarsträubende Drops gibt es bei Cross Country-Rennen in Hülle und Fülle, außerdem werden große und technische Streckenfeatures immer häufiger von den Kursdesignern integriert, was für noch mehr Action sorgt. Ein Rennen gewinnt man heute nicht mehr allein durch eine hervorragende Fitness, stattdessen müssen die Rider zusätzlich enorme technische Qualitäten und Fähigkeiten besitzen.
Mountainbiker beim UCI Weltcup 2019 in Lenzerheide, Schweiz.
Wer bremst, verliert
Abfahrten auf einem Cross Country-Kurs erfordern ähnliche Skills wie sie reine Downhiller haben müssen und die erfolgreichsten Fahrer sind heutzutage diejenigen, die im Umgang mit ihrem Bike so geschickt sind, dass jeder Gravity-Rider nur so staunen würde. Was das technische Terrain angeht, wird in der Downhill-Disziplin natürlich noch mehr geboten, allerdings sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass Cross Country-Rennen aufgrund der Fähigkeiten Doubles zu gappen, absurd steile Lines zu nehmen und mit nur 100 mm Federweg durch die felsige Prärie zu brettern, entschieden werden.
Henrique Avancini an der Spitze beim UCI XCO-Weltcup-Rennen in Val di Sole, Italien, am 04. August 2019.
XCO-Athleten müssen wahre Allrounder sein
Und all das passiert, wenn die Herzfrequenz der Fahrer so hoch ist, dass sie sich kaum konzentrieren können. Cross Country ist definitiv nichts für schwache Nerven!

Action wie im Motorsport und Boxenstopps wie in der Formel 1

Am einfachsten ist es, wenn man sich vorstellt, dass Cross Country irgendwo zwischen Downhill und Tour de France liegt. Aber wirklich gerecht wird diese Vorstellung der Disziplin nicht! Wie wäre es also mit einer Mischung aus Motorsport-Action und F1-Strategien?
Grün bedeutet „GO!"
Wie bei den meisten Motorsportrennen starten die Fahrer im Cross Country aus einer Startaufstellung und wenn die Ampel von Rot auf Grün umspringt, geht es mit Vollgas los. Ein Rennen wird in der Folge meist von engen Positionskämpfen, Verteidigungen der Ideallinie, späten Bremsmanövern und knallharter Beschleunigung geprägt. Wenn einmal kein Crash passiert, weil darum gekämpft wird, wer zuerst in die Kurve kommt, ist es ein höchst ungewöhnlicher Tag.
Start der Damen beim XCO Weltcup-Rennen 2019 in Vallnord, Andorra.
Beim Massenstart kann es schon einmal hektisch und/oder dramatisch werden
Bitte an die Box!
Eine weitere Ähnlichkeit zum Motorsport sind die Boxen. Auf jeder Cross Country-Strecke gibt es in der Regel mindestens eine Box, meistens aber eher zwei, wobei es häufig zweiseitige Boxen sind, an der die Fahrer an beiden Seiten, zu unterschiedlichen Zeiten im Rennen vorbeikommen. Die Box ist voll besetzt mit Team-Mechanikern, die sich in Sekundenschnelle um Reifenplatzer, gerissene Ketten oder gebrochene Sattelstützen kümmern müssen. Außerdem sind in der Box auch noch die Betreuer der Teams, die die Aufgabe haben, die Fahrer mit Getränken und Nahrung zu versorgen.
Ulloa Arevalo Jose Gerardo beim UCI XCO-Weltcup in Vallnord, Andorra am 07. Juli 2019.
In der Box geht es darum die Akkus aufzuladen und Probleme zu lösen
Stell dir einfach vor, alle Formel 1-Autos fahren gleichzeitig (und ohne Geschwindigkeitsbeschränkung) in die Boxengasse, wobei einige mechanische Unterstützung benötigen und andere etwas zu essen oder zu trinken suchen. Ja, es ist ein halb choreografiertes Chaos!

Non-Stop Racing bis zur Ziellinie

Wenn du ein Cross-Country-Rennen fährst, dann hast du keine Zeit, um Energien zu sammeln. Die Athleten geben vom Start weg bis zur Ziellinie Vollgas - eine volle Stunde lang erlebst du hier kompromisslose Action. Dabei geht es oftmals knapp her; nicht selten müssen die Rider am Ende noch einmal alle Energiereserven anzapfen, um im physisch denkbar anspruchsvollen Zielsprint zu bestehen und das Rennen zu gewinnen.
MTB · 11 Min
Die besten XCO-Sprints, die es jemals gegeben hat

Superstars mit seriösen Sponsoren und einer glühenden Fangemeinde

Cross Country ist nicht irgendeine Nischensportart in den Highlands von Schottland, in der die besten Athleten darum kämpfen von mehr als nur ihren Bike-Kollegen gesehen zu werden. Wir sprechen hier von den Ford Mustangs des Bike-Universums, Schweizer Bank-Sponsorings und eigenen Fernsehshows, in der die Crème de la Crème der Cross Country-Disziplin die absoluten Superstars sind.
Nino Schurter bei den UCI XCO World Championships in Lenzerheide am 08. September 2018.
Nino Schurter ist in der Schweiz ein gefeierter Bikechampion
Die Schweiz ist in vielerlei Hinsicht das Herz des Cross Country-Racings: Es hat das höchste Niveau des heimischen Rennsports und mehr als nur eine Handvoll des weltbesten Rider sind in der Schweiz zu Hause.
Nino Schurter und Jolanda Neff - die wohl größten Namen des Sports - sind so gut wie jedem Menschen im Land ein Begriff und nationales Kulturgut der Schweiz. Sie werden häufig auf der Straße erkannt oder sind landesweit auf Werbetafeln und Keksverpackungen zu finden. Schurter hat es sogar geschafft seinen Landsmann und Tennislegende Roger Federer auf Platz 2 zu befördern und wurde 2018 Sportler des Jahres in der Schweiz. Neff darf in der Zwischenzeit, neben ihren persönlichen Sponsoren, auf Weltmarken wie Tissot Watches und Ford Schweiz zu ihren Unterstützern zählen.
In den USA wissen dank Emily Batty und Kate Courtney insgesamt über 722.000 Instagram-Follower über XCO Bescheid, während in Südamerika Henrique Avancini ein brasilianischer Held ist, mit einem persönlichen Entwicklungsteam und einer Fernsehshow, die sein Leben dokumentiert.
MTB · 7 Min
Henrique Avancini

Was sagen Downhiller über ihre XC-Kollegen?

Es ist nicht leicht, die physische Brutalität und technische Schwierigkeit einer Cross Country-Weltcupstrecke anerkennen zu können, ohne es selbst einmal ausprobiert zu haben, und wir bezweifeln, dass viele Menschen die Möglichkeit dazu haben werden. Wir erwarten auch nicht, dass du uns alles glaubst, was wir gesagt haben. Wenn du auf uns schon nicht hörst, solltest du dir aber auf jeden Fall anhören, was die ehemaligen Champions Myriam Nicole und Loïc Bruni, sowie die sechsfache Weltcupsiegerin Rachel Atherton zu sagen haben.
Myriam Nicole testet im Weltcup oft die XCO-Strecken und ihre Reaktion sagt alles: „Es ist verrückt, ich bin immer so beeindruckt. Ich fahre mit meinem Enduro-Bike und habe auf einigen Strecken extrem zu kämpfen, wie in Mont-Sainte-Anne beispielsweise."
Nino Schurter auf der schwierigen Steinpassage des XCO-Tracks in Mont-Sainte-Anne
Mont-Sainte-Anne und die berühmten Steinpassagen
Da sie mit dem französischen XCO-Champion Victor Koretzky aufgewachsen ist, hat sie aus erster Hand die beeindruckenden technischen Fähigkeiten sowie die enorme Hartnäckigkeit gesehen, die es braucht, um an die Spitze zu gelangen. Aber was ist das Wichtigste, das Nicole von der Welt des Cross Country gelernt hat? „Sich um seinen Körper zu kümmern, wie man sich effizient regeneriert und wie man in der Lage ist, immer ans absolute Limit zu gehen."
Loïc Bruni weiß auch ein oder zwei Dinge übers Biken und selbst er behauptet, dass ihn die besten XCO-Jungs auf einige Passagen schlagen würden. „Ich bin überzeugt, dass ich den Jungs im Downhill nachkomme, in anderen Passagen sind sie aber definitiv schneller als ich. Manchmal drehe ich eine Runde auf ihrem Kurs vor dem Rennen und da sind echt ein paar coole Gaps und Abschnitte dabei - im Rennen ist das natürlich dann eine andere Geschichte. Ich bin sicher, dass jeder Cross Country-Rider den Wechsel zum Downhill besser meistern würde als umgekehrt - ihre Skills sind einfach fantastisch und Power haben sie sowieso."
Kate Courtney beim UCI XCO-Weltcup in Vallnord, Andorra am 05. Juli 2019.
Downhiller bewundern den enormen Einsatz aller Cross Country-Rider
Auch Rachel Atherton ist ein Riesenfan des Cross Country-Racings und kann gar nicht genug betonen, wie aufregend das Zusehen dieser Rennen ist und wie sehr sie die Sportler und vor allem die Sportlerinnen respektiert: „Als ich anfing, den Downhill-Weltcup zu verfolgen, wurde ich plötzlich mit Cross Country konfrontiert und ich war völlig überwältigt. Ich bin so beeindruckt von den Rennen der Frauen und ich liebe es ihre Rennen am Tag nach unserem Event zu verfolgen. Es ist einfach großartig zu sehen, wie sich die Frauen über die Strecke schmeißen, sich selbst challengen und sich heiße Fights um den Sieg liefern - ausgestattet mit ihrer ganz individuellen Renntaktik."
Taktik und psychologische Spielchen sind ein zentraler Bestandteil von XCO.
Taktik und psychologische Spielchen sind ein zentraler Bestandteil von XCO.
Da hast du es also. Die absoluten Downhill-Legenden sind die größten Fans des Cross Country-Mountainbikings - worauf wartest du also noch?

Wo kann ich Cross Country sehen?

Besonders bei XCO-Weltcupevents bekommst du mehr als nur einen richtigen Vorgeschmack darauf, was bei Cross Country wirklich abgeht. Verrückte Fans kommen ganz nah an die Rider heran und laufen zwischen den Streckenabschnitten hin und her, um ihre Favoriten zu jedem Zeitpunkt anfeuern zu können. An der Strecke sieht man außerdem erst so richtig, wie groß die Strapazen für die Fahrer wirklich sind und wie steil die Streckenführung tatsächlich ist. Vor Ort beobachtest du einzigartige Battles um den begehrten Sieg und erlebst hautnah, wie fein die Linie zwischen Risiko und Belohnung ist.
Emily Batty mit ihren Fans beim UCI XCO-Weltcup in Mont Sainte Anne, Kanada am 06. August 2017.
Erst das Rennen, dann der Spaß
Vor und nach dem Rennen laufen die Fans außerdem durch den Team-Bereich, um Fotos und Autogramme von einigen der bescheidensten und freundlichsten Ausnahmeathleten der Welt zu bekommen.
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