Albstadt 2019 bot ein matschiges Duell
© Bartek Wolinski
MTB

Hochspannung zum XCO-Auftakt: Albstadt & Nove Mesto im Check

Sensible Pflänzchen, Poker-Spieler, Säbel-Wetzer: Expertin Nathalie Schneitter verspricht in ihrem Course-Check, dass bald die Karten auf dem Tisch landen. Die XCO-Saison 2021 wird hochspannend.
Autor: Nathalie Schneitter & Sissi Pärsch
veröffentlicht am
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Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup

Pauline Ferrand-Prévot

FranceFrance

Lars Forster

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DAS POKER-SPIEL IST ERÖFFNET

Auch wenn die Damen und Herren es wohl kaum zugeben würden: Spitzenathleten sind wie Pokerspieler. Sie setzen alles auf die eine Karte und timen ihr Training auf den grossen Titelkampf – obwohl alle genau wissen, dass nur einer gewinnen kann. Edelmetall kommt einem Ritterschlag gleich...
So wird der Formaufbau auch auf Tokio ausgerichtet – wobei dieser Formaufbau ein sensibles Pflänzchen ist. Es ist eine hohe (und individuelle) Kunst, Körper und Geist auf den punktgenau zur Höchstform zu trimmen. Die einen benötigen Rennrhythmus – mit jedem gefahrenen Wettkampf werden ihre Beine schneller. Die anderen hingegen ermüden durch den Races eher und brauchen viel Erholung, um vor allem auch geistig frisch zu bleiben.
Die UCI Weltcup-Rennen in Albstadt und Nove Mesto im Mai sind in dieser Saison ein erstes Säbelwetzen. Die meisten Athlet*innen müssen sich gegenüber in der internen Nationenwertung positionieren – schliesslich geht es auch um Startplätze bei bevorstehenden Grossereignissen. Heisst im Klartext: alle Top-Fahrer*innen werden schon jetzt ihre Karten auf den Tisch legen müssen. Das Pokerspiel ist eröffnet!
Jordan Sarrou war an Mathias Flückiger dran
Jordan Sarrou war an Mathias Flückiger dran

Spannendes Duell der Nationen

Der Kampf zwischen französischen und Schweizer Athlet*innen um die Nummer 1-Position im Cross Country-Sport hat Tradition. 2020 hatten die Franzosen die Nase vorne: Jordan Sarrou verwies Mathias Flückiger bei der Weltmeisterschaft auf Rang 2 und Titouan Carrod ergatterte für Frankreich sogar den Bronze-Platz. An der Europameisterschaft wendete sich das Blatt aber um 180°: Altmeister Nino Schurter meldete sich mit einem überzeugenden Sieg zurück und Carrod wurde auf dem 2. Platz von einem weiteren Schweizer eingerahmt, denn Flückiger holte sich die Bronzemedaille.
Bei den Damen sicherte sich 2020 einmal mehr Pauline Ferrand-Prévot sowohl den Weltmeister- wie den Europameistertitel – während die Schweizerinnen bei beiden Titelkämpfen leer ausgingen. Das muss aber keineswegs so bleiben...
Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot
Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot

ALBSTADT: COURSE CHECK & NATHALIES FAVORIT*INNEN

Der Weltcup im Albstädter Bullentäle ist ein Klassiker im Kalender. Jahr für Jahr pilgern Tausende von Fans auf die Schwäbische Alb und verwandeln die Strecke in einen wahren Hexenkessel. Dieses Jahr wird das Rennen dank Corona-Hexe jedoch ohne Zuschauer auskommen müssen...
Albstadt hat seine zwei Gesichter: geradezu harmlos bei Trockenheit – und nur bedingt fahrbar bei Nässe. Das Wetter wird eines der grossen Entscheidungskriterien sein...
Nathalie Schneitter
Dabei zeigt sich Albstadt gerne wie verhext: Bei Trockenheit steht die Strecke in Kritik fahrtechnisch viel zu einfach zu sein und die Athlet*innen zu wenig zu fordern. Bei Nässe jedoch sorgt der lehmige Boden für äusserst rutschige Bedingungen und die Strecke ist nur noch bedingt fahrbar. Es gab schon Jahre, an denen es mehr Stürze als Attacken gab. Die Favorit*innen in Albstadt sind deshalb witterungsabhängig: Bei Trockenheit haben danke den sehr steilen Aufstiegen die Kletterziegen die Nase vorn, bei Nässe die Schlechtwetter-Spezialisten.
Nino Schurter beim Weltcup in Albstadt 2018.
Die schmerzhaften Anstiege von Albstadt

Nathalies Favorit*innen bei trockenen Bedingungen:

  • Herren: Mathias Flückiger
  • Damen: Loana Lecomte

Nathalies Favorit*innen bei Nässe

Rock 'n Roll à la Nové Město
Rock 'n Roll à la Nové Město

NOVE MESTO: COURSE CHECK & NATHALIES FAVORIT*INNEN

Nove Mesto ist “Everybody's Darling”: Die natürliche Strecke serviert ein wurzeliges, steiniges Gelände uns ein spannendes Auf und Ab. Im Renntempo entpuppt sich Nove Mesto allerdings auch als Biest. Anstiege, die technisch so anspruchsvoll sind, dass man sie mit Puls 180 nur noch zu Fuss bewältigen kann. Rockgarden, die keine Konzentrationslücken verzeihen. Und generell keine Sekunde Erholung. Rhythmus? Das gibt es hier nicht. Kletterziegen? Kommen schnell an ihre Grenzen. Positionskämpfe? Nonstop! Nove Mesto rückt die komplettesten Athlet*innen ins Rampenlicht.

Nathalies Favorit*innen

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