Patrick und Dominik Schmalzried ließen ihre Vision crowdfunden
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Zaunkoenig M2K: Diese High End Gaming Maus kostet 300€

Zwei Brüder aus Deutschland arbeiten daran, Gaming zu revolutionieren, indem sie die leichteste Maus der Welt entwickeln. Aus Kohlefaser und Passion schufen sie diese ungewöhnliche 24-Gramm-Kreation.
Von: Dennis Mrosek / Fatih Öztürk
6 min readPublished on
Benannt haben Dominik und Patrick Schmalzried ihre Maus nach einem der kleinsten und leichtesten Vögel der Welt, dem Zaunkönig. Denn für sie entfaltet das Eingabegerät erst dann ihr volles Potenzial, wenn es kaum spürbar ist. "Ultraleichte Mäuse bieten viele Vorteile, sie lassen sich schneller, präziser und genauer bewegen und stoppen," sind sich die Brüder sicher. Inspiration dafür fanden die beiden unter anderem beim Sportwagenhersteller Lotus, deren Gründer einst sagte: "Leistung macht dich auf den Geraden schneller, Gewichtsreduktion macht dich überall schneller."
Man versteht nicht immer warum etwas passiert. Deswegen muss man viel experimentieren.
Dominik Schmalzried

Fingerspitzengefühl

Nach blitzschnellem Crowdfunding tüfteln die Brüder jahrelang, experimentieren, drucken und werfen alles raus, was keine Miete zahlt. RGB-Beleuchtung und sonstige Extras finden sich hier nicht. Herauskommt mit der Zaunkoenig M2K eine Fingertip Grip Maus (L: 7,9cm, B: 6cm, H: 2,9cm), also ein Gerät, das ihr nur mit den Fingerspitzen führt und das gerade einmal 24 Gramm auf die Waage bringt.
Gearbeitet wurde mit einem Kohlenstofffaser Unibody Gehäuse, wodurch die Maus stabiler und leichter ist, als Kunststoff es in diesen Dimensionen je sein könnte. Die 24g leichte M2K wird mit einem PixArt PMW-3360 bestückt, der sich hier, nativ, mit bis zu 8000hz spielen lässt, was auch spürbar die Reaktionszeit von Maus- zu Cursorbewegung verringert. Als Schalter kommen Japanische Omron Switches zum Einsatz, während auf reinen PTFE Mausfüßen die Bewegungen stattfinden.
Leistung und Kontrolle inspiriert vom Motorsport

Leistung und Kontrolle inspiriert vom Motorsport

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Wie fühlt sich das an?

Optik und Haptik spielen hier auf Champions League Niveau, fast so, als hätte man ein Kunststück vor sich liegen. Das Gerät wiegt in der Hand praktisch nichts, was ein widerstandsfreies Gleitgefühl zur Folge hat. Das wird Ermüdungserscheinungen bei langen Sessions vorbeugen.
Der Fingertip Grip ist zunächst ungewohnt, aber hat man den Dreh raus, funktioniert er erstaunlich gut, selbst in aller Hektik eines FPS. Getestet haben wir die M2K in Rainbow Six: Siege und Apex Legends, hier konnten wir zwar von der vollen Abtastrate jedoch keinen Gebrauch machen, da diese Spiele noch nicht auf den jungen Trend von 8000 Hz Mäusen optimiert sind, doch das Kontrollgefühl ist überragend.

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Das heißt jedoch nicht, dass MOBA-Spieler hier in die Röhre schauen, die leicht auslösbaren Maustasten, sind ein Feature, welches in Klickintensiven Spielen wie League of Legends, zum Vorteil werden. Seid ihr jedoch auf viele Zusatztasten angewiesen, könntet ihr Probleme bekommen, die Zaunkoenig M2K besitzt nämlich lediglich drei davon.
Der stolze Preis von 300€ ist natürlich nichts für jeden und schlägt gezielt in die Nische der Enthusiasten, die auf der Suche nach der höchsten Leistung sind. Die Entwickler möchten keine Kompromisse eingehen und haben schon früher gesagt, dass sie auf diesem Qualitäts- und Preisniveau bleiben möchten.
Die M2K verbindet Militär- und Rennsporttechnologie

Die M2K verbindet Militär- und Rennsporttechnologie

© zaunkoenig

Im Gespräch mit den Erfindern der weltweit leichtesten Gaming Maus

Dominik und Patrick konnten ihre Vision via Crowdfunding verwirklichen. Von der Garage in die große Welt. Wo sie herkommen und wo ihre Reise hingeht, erzählten sie uns im Interview.
Wer sind die zwei Köpfe hinter Zaunkoenig?
Patrick hat in seiner Jugend fast ausschließlich StarCraft gezockt, unter anderem für das B-Team der deutschen Nationalmanschaft. Danach hat er Wirtschaftswissenschaften studiert. Dominik hat in seiner Jugend hauptsächlich CS gezockt und danach BWL studiert.
Woher die Inspiration und Motivation, eine eigene High-End-Maus auf den Markt zu bringen?
Patrick hat recht früh in seiner StarCraft-Karriere eine Obsession für Mäuse entwickelt. Die Mäuse mit denen er zwischen 1999 und 2003 gespielt hat, waren aber leider sehr schlecht: sie waren viel zu groß und viel zu schwer. Patrick hat dann angefangen zu studieren unter der Annahme, dass die Maushersteller schon noch auf den Trichter kommen würden, dass eine gute Gaming-Maus klein und leicht sein muss. Am Ende des Studiums dann die Ernüchterung: Gaming-Mäuse waren noch größer und schwerer geworden. Da ist Patrick klar geworden, dass das Warten auf Wandel sinnlos war. Das war die Geburtsstunde von Zaunkoenig.
Die nächste Maus von Zaunkoenig wird eine Extremversion der M2K sein. Der Preis wird ungefähr bei 650 Euro liegen.
Patrick Schmalzried
Wie lange habt ihr am Material gefeilt und seid ihr am Ziel angekommen? Potenzial zur Gewichtsreduktion?
Wir haben hunderte von CFK-Schalen gemacht. CFK ist ein bisschen so wie schwarze Magie: man versteht nicht immer warum etwas passiert. Deswegen muss man viel experimentieren.
Prototypen und Experimente auf dem Weg zum perfekten Modell

Prototypen und Experimente auf dem Weg zum perfekten Modell

© zaunkoenig

Carbon Fiber Hell, Covid Chip Shortages – erzählt uns was über euren ganz alltäglichen Produktionswahnsinn.
Anfang 2021 hat sich die weltweite Chipkrise, auch bekannt als Chipageddon, immer mehr zugespitzt. Immer mehr Prozessoren waren plötzlich weltweit ausverkauft. Als wir das Problem voll realisiert hatten, waren all die preiswerten Prozessoren schon ausverkauft. Glücklicherweise konnten wir das Problem lösen indem wir einen Prozessor gekauft haben, der grotesk Overkill ist für eine Gaming-Maus. Dieser Prozessor wird zum Beispiel in Militärdronen eingesetzt. Der Lieferant dieses Prozessor hat uns den Chip dann auch erst ausgeliefert, als wir ihm erklärt haben, was wir damit machen wollen: «Due to the nature of this part we would need to know additional information of yourself or your company.»
Die nächste Version ist zumindest schon in euren Köpfen in Arbeit – welche Faktoren fließen hier in Design und Funktionalität ein?
Die nächste Maus von Zaunkoenig wird eine Extremversion der M2K sein. Der Preis wird ungefähr bei 650 Euro liegen. Hier lassen wir es dann wirklich krachen: statt normalem CFK kommt Hochmodul-CFK zum Einsatz, und das maßgefertigte Kabel wird vom selben Spezialisten hergestellt, der schon für die Apollo-Mission Kabel hergestellt hat.
In wessen Händen würdet ihr eure Maus gerne sehen?
FlaSh und BiSu. Beides sind Patricks Lieblings-StarCraft-Spieler. BiSu ist der beste Protoss-Spieler und FlaSh ist nicht nur der beste Terraner-Spieler, sondern auch der beste StarCraft-Spieler überhaupt.
Der moderne Esport von heute wäre undenkbar ohne das Fundament, das StarCraft vor Jahren gefestigt hat. Er brachte grandiose Spieler wie Reynor hervor und fesselt nach wie vor Unzählige Menschen. Was dieses Spiel ausmacht und welche Geschichten es geschrieben habt, erfahrt ihr bei One Final Run.
Wieso haben die „Großen“ noch keine solche Maus produziert? Wie stuft ihr den Markt für Fingertip Grip ein?
Fingertip Grip wird sich die nächsten Jahre kontinuierlich weiter verbreiten, aber erst in einigen Jahren wird die Anzahl Fingertip Grip-Spieler groß genug sein, dass einer der großen Maushersteller dafür eine Maus herausbringt. Es ist ein bisschen wie mit dem Wechsel von Verbrennern zu Elektroautos: so ein Prozess braucht Jahrzehnte.
Heute seid ihr ein Startup – gibt es eine Zukunft für Zaunkoenig-Mäuse vom Fließband? Ableger für Palm Grip? Wireless? Zusätzliche Tasten?
Eine CFK-Maus vom Fließband wird schwierig, aber unmöglich ist es nicht. Eine Palm Grip-Maus wird Zaunkoenig nie herausbringen, schließlich glauben wir ja daran, dass Fingertip Grip besser ist. Warum also eine Maus für einen Grip machen, den wir für schlechter halten?
Noch sind Lithiumionenakkus zu schwer, aber die Energiedichte von Lithiumionenakkus nimmt jedes Jahr zu. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis eine kabellose Maus leichter ist als eine kabelgebundene Maus, aber das kann noch fünf bis zehn Jahre brauchen.
Das Problem mit zusätzlichen Tasten ist, dass sie die Maus schwerer machen und dass sie beim greifen der Maus stören können. Man stelle sich einen Tennisschläger mit eingebauten Schaltern vor: wie soll man den Schläger denn greifen ohne die Schalter zu aktivieren? Erschwerend kommt dazu dass die Tastatur ja voll von Tasten ist, warum also Tasten auf die Maus verfrachten?