Fahre auf realistischen Straßen, ohne das Haus verlassen zu müssen.
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Radsport

Der ultimative Zwift-Guide: Das musst du zum Start wissen

Du hast Watopia noch nie einen Besuch abgestattet? Wir erklären dir, warum du der virtuellen Plattform für Radfahrer eine Chance geben solltest.
Von: David Arthur
6 min readPublished on
Der Indoor-Radfahrsport hat in den letzten Jahren eine rege Entwicklung erfahren. Smarte Turbo-Trainer und Programme wie Zwift leisteten dabei einen wichtigen Beitrag. Während du damit nicht nur eine gute und überraschend realistische Alternative zum Radfahren draußen bekommst, macht die Sache damit auch wirklich Spaß. Lädt das Wetter einmal nicht zum Radfahren ein oder dein Zeitplan lässt es nicht zu, dann bist du mit diesen Möglichkeiten auf der richtigen Seite.

Was ist Zwift?

Versuche dich an Rekreationen von berühmten Climbs wie jenen im Alpe d'Huez

Versuche dich an Rekreationen von berühmten Climbs wie jenen im Alpe d'Huez

© Zwift

Auch wenn sich so einige virtuelle Trainings-Apps finden, ist Zwift darunter die bekannteste. Seit ihrem Start im Jahr 2014 hat sie sich von einer digitalen Trainingsplattform zu einem Ort der unterschiedlichsten virtuellen Welten entwickelt, angefangen beim fiktiven Watopia bis hin zu digitalen Rekreationen von Städten und Regionen wie London. Du kannst an sozialen Events mit Fahrern aus der ganzen Welt teilnehmen, deine Limits in herausfordernden Rennen testen, eine harte Workout-Session absolvieren, berühmte Climbs wie jenen im Alpe d'Huez genießen oder dich einfach durch die virtuellen Welten bewegen - und das alles von zu Hause aus!

Wie funktioniert Zwift?

Der Tritt in die Pedale steuert deinen Avatar.

Der Tritt in die Pedale steuert deinen Avatar.

© Zwift

Die Plattform verarbeitet die Daten, die von den jeweiligen Sensoren während des Radfahrens im Wohnzimmer übertragen werden, in Echtzeit. Die Geschwindigkeitsmessung und die Daten des Trittfrequenzsensors deines smarten Hometrainers werden dabei auf deinen Avatar in der Online-Welt übertragen. Wenn du härter in die Pedale trittst, dann tut es dir dein Avatar gleich.
Am besten verwendest du Zwift aber mit einem smarten Turbo-Trainer. Wagst du dich auf die Hügel von Watopia, dann passt sich auch der Tritt-Widerstand deines Trainers automatisch an das Terrain an, womit deine Indoor-Erfahrung sehr viel realistischer ausfällt.

Wie verwendest du Zwift?

Die App läuft auf dem Smartphone, auf Tablets und Computer.

Die App läuft auf dem Smartphone, auf Tablets und Computer.

© Zwift

Der Einstieg gestaltet sich wirklich einfach, einige Dinge solltest du aber wissen, bevor du dich in die virtuellen Welten aufmachst. Zunächst musst Zwift naturgemäß auf dein Endgerät herunterladen. Die App funktioniert sowohl auf Smartphones als auch auf Tablets, dem Computer und dem Smart-TV. Eine Mitgliedschaft kostet monatlich 14,99 €, es gibt aber auch kostenlose Test-Aktionen. Da es keine Vertragsbindung gibt, kannst du dein Abonnement zudem jederzeit kündigen.
Neben dem Software-Part gilt es auch die physische Ausrüstung zu organisieren, die du brauchst, um zu "zwiften" - ein Bike und einen Turbo-Trainer. Die Kompatibilität des erster ist abhängig vom jeweiligen Turbo-Trainer, für den du dich entscheidest. Um den passenden zu finden, braucht es rege Recherchearbeit - immerhin willst du dir nicht ein neues Bike kaufen müssen...

Welcher Turbo-Trainer eignet sich für Zwift am besten?

Sportler am Wahoo-Turbo-Trainer.

Das richtige Outfit für Turbo-Sessions

© Wahoo;Evans

Indoor-Trainer gibt es in allen möglichen Preisklassen, womit es vor allem darauf ankommt, wie oft du einen solchen benutzt. Willst du nur hin und wieder in die virtuelle Welt eintauchen, kommst du auch mit einem leistbareren Set-Up gut zurecht.
Solche Trainer findest du in zwei verschiedenen Varianten, zum einen als direkter Antrieb, denn du an dein Bike anbringst, nachdem du das Hinterrad entfernt hast, oder als sogenannter "Wheel-on"-Trainer. Ersterer hilft dir dabei, das Meiste aus Zwift herauszuholen, da sich der Tritt-Widerstand dynamisch an die virtuelle Strecke anpasst. Letzterer ist dafür leistbar und eignet sich gut für gelegentliche Fahrten.

Welches Set-Up kommt am günstigsten?

Das Einsteigermodell unter den Turbo-Trainern.

Das Einsteigermodell unter den Turbo-Trainern.

© FWE; Evans

Ein Einsteigermodell eines "Wheel-on"-Trainers eignet sich gut, um herauszufinden, ob das "Zwiften" deinen Ansprüchen genügt, bevor du großes Geld investierst. Sobald du dir so einen zugelegt hast, musst du nur mehr einen Bluetooth- oder ANT+-Trittfrequenzsensor hinzufügen, dann kann es auch schon losgehen. Zwift verwendet die Geschwindigkeits- und Trittfrequenzdaten, um den Watt-Output zu kalkulieren, der dann wiederum in Pedaltritte innerhalb der virtuellen Welt übersetzt wird.
Hast du mehr Budget zur Verfügung, kannst du in einen "Wheel-on"-Trainer mit Powermeter investieren. Das sorgt für mehr Realismus, da Zwift den Widerstand automatisch an den Steigungswinkel der virtuellen Strecke anpassen kann.

Was ist das beste Zwift-Set-Up?

Die Option, wenn Geld kein Problem ist...

Die Option, wenn Geld kein Problem ist...

© Wahoo

Für das realistischste und immersivste Zwift-Erlebnis solltest du dir einen smarten "Direct Drive"-Trainer zulegen. Der integrierte Powermeter verbindet sich via Bluetooth oder ANT+ mit deinem Endgerät, was Zwift wiederum erlaubt, den Tritt-Widerstand deines Trainers zu kontrollieren. Arbeitest du dich zum Beispiel einen virtuellen Hügel hoch, steigt der Widerstand und das Ganze fühlt sich realistischer an. Und das funktioniert auch wirklich - du wirst überrascht sein, wie realitätsnah sich das anfühlt.
Ein "Direct Mount"-Trainer liefert eine sicherere Verbindung zwischen Bike und Trainer und sorgt für ein noch realistischeres Gefühl. Zudem ist die Abnutzung auf deinem hinteren Laufrad nicht so hoch, da der Antriebsstrang direkt an den Trainer angeschlossen wird. Der Nachteil besteht darin, dass du dein Hinterrad jedes Mal, wenn du den Trainer benutzt, abmontieren musst.
Ein solcher Trainer kostet aber in etwa so viel wie ein neues Bike, weshalb dieses Investment eher nur denjenigen zu raten ist, die den Output des Indoor-Trainings auf ein Maximum ausdehnen wollen. Zum ultimativen Set-Up gehört aber ein hochwertiges Indoor-Trainingsbike wie jene von Wahoo, Stages, SRM, Tacx und WattBike.
Für welches Set-Up du dich am Ende auch entscheidest, es zahlt sich am Ende aus, auch in einen Ventilator zu investieren. Wenn du im eigenen Wohnzimmer trainierst, wird es relativ schnell relativ heiß, womit ein einfacher Schreibtischventilator ein tolles Werkzeug ist, um dem entgegenzuwirken.

Wie verwendest du Zwift am besten?

Nimm an einer Gruppenfahrt teil...

Nimm an einer Gruppenfahrt teil...

© Zwift

Sobald du alles aufgebaut hast, ladest du einfach Zwift herunter und machst dich auf, es tausenden Zwift-Usern gleichzutun und deine erste virtuelle Fahrt zu absolvieren.
Die App liefert dir eine breite Palette an Möglichkeiten, angefangen bei organisieren Social-Events bis hin zu regulären Zeitrennen. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass du dabei auf Profi-Fahrer wie Lucy Charles-Barclay oder Tom Pidcock stößt. Events sind generell eine tolle Möglichkeit, um auf hunderte, manchmal tausende, gleichgesinnte Rider zu treffen. Zudem helfen sie dir dabei, Watopia und die anderen Welten von ihrer schönsten Seite kennenzulernen.
Die Companion-App, die du im iOS- oder Android-Appstore findest, bietet einen guten Ausgangspunkt, da dort alle Events gelistet sind. Du kannst diese je nach Level und Typ filtern und wenn du ein Passendes gefunden hast, wählst du es einfach aus und du bekommst eine Benachrichtigung, sobald es soweit ist.
Messe dich mit den Besten und nimm an einem virtuellen Event teil.

Messe dich mit den Besten und nimm an einem virtuellen Event teil.

© Zwift

Willst du es etwas entspannter angehen, kannst du basierend auf Distanz und Herausforderung eine Route ganz deinen Ansprüchen entsprechend auswählen. Diese kannst du jederzeit ändern und dadurch die verschiedensten virtuellen Strecken kennenlernen. Dabei stößt du auch immer wieder auf Sprint-Abschnitte und KOM- (King of the mountain) / QOM- (Queen of the mountain) Challenges mit speziellen Trikots für die schnellsten Fahrer. Es gibt sogar Power-Ups, die dir dabei helfen, noch schneller unterwegs zu sein.
Standardmäßig bist du dabei in der fiktiven Welt Watopia mit einer breiten Vielfalt an Routen und Climbs unterwegs. Wenn dir das nicht genug ist, kannst du dich auch in der Realität nachempfunden Ständen wie London, Innsbruck, New York, Richmond, Harrogate, Bologna und dem fiktiven Crit City fortbewegen. Diese sind zu verschiedenen Terminen zugänglich, die beiden letzten aber nur via Events.