Der letzte Abschnitt einer der besten Climbs in der Schweiz.
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Radsport

Die 10 besten Rennrad-Pässe in Europa: Die herausforderndsten Anstiege

Du willst dich den härtesten Hügeln es Kontinents stellen? Diese gnadenlosen Routen peitschen dich durch Himmel und Hölle - und alles, was dazwischen liegt.
Autor: Tom Ward
7 min readPublished on
Europa ist ein Paradies für Rennradfahrer. Viele atemberaubende Routen liegen direkt vor deiner Haustüre. Angefangen bei wunderschönen Bergpässen bis hin zu Wegen, die über die schönsten Strände der nördlichen Hemisphäre führen - hier gibt es alles, was du dir wünscht. Aber ist eine angenehme Fahrt am Strand nicht etwas - flach?
Die wahren Asphalt-Aficionados wissen, dass ein rasender Puls und das Überstehen einer harten Herausforderung das Beste an unserem Sport ist. Was kann deinem Körper mehr abverlangen als einige nette, massive Anstiege?
Suchst du nach den härtesten Climbs Europas, dann bist du hier absolut richtig. Wir versprechen dir mit dem folgenden Kompendium unvergleichlichen Ausblick, neue kulturelle Erfahrungen und puren Schmerz in den Oberschenkeln. Also, schnapp dir deinen Pass und ab auf den Sattel!

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Zu den härtesten Climbs Europas zählt der Passo Stelvio in Italien mit 48 Haarnadelkurven auf 24 Kilometern und 1.817 Höhenmetern, Radprofi Ivan Basso bezeichnet ihn als einen der härtesten Anstiege überhaupt. Auch der Hardknott Pass in Großbritannien gehört dazu: Er ist zwar nur 2,3 Kilometer lang, erreicht aber Steigungen von bis zu 33 Prozent. Der Großglockner in Österreich wiederum ist mit 3.798 Metern eine der höchsten befahrbaren Straßen Europas. Wir zeigen dir zehn der brutalsten Rennrad-Anstiege Europas – von den Alpen über die Pyrenäen bis nach Norwegen und Bulgarien.

1. Passo Stelvio, Italien – 48 Haarnadelkurven auf 24 Kilometern

Nur eine Handvoll der 48 Haarnadeln von Stelvio.

Nur eine Handvoll der 48 Haarnadeln von Stelvio.

© marettay / Flickr

Länge: 24km
Höhenmeter: 1.817m
Startpunkt: Prato Allo Stelvio
Zielpunkt:Passo Stelvio
Dieser brutale Climb, der auf jeder Bucket-List stehen sollte, umfasst unglaubliche 48 Haarnadeln, die sich zwischen Prato und dem Gipfel des Berges erstrecken. Die letzten 5km der Strecke legst du auf über 2.000 Höhenmetern zurück, die dir, buchstäblich, den Atem rauben werden.
Die Höhe bringt es außerdem mit sich, dass du im Großteil des Jahres auf Schnee und Eis treffen wirst, die dir den Weg versperren - am besten planst du deinen Trip also im Sommer. Der Climb selbst ist kompromisslos, dennoch meint der italienische Pro Ivan Basso, dass er ein absolutes Muss ist, da wir es hier "mit einem der härtesten Anstiege überhaupt" zu tun haben.
Derweil halten wir für alle Dolomiten-Liebhaber mehrere Strava-Routen im Rahmen des Red Bull Junior Brothers-Programms bereit.

2. Col du Galibier, Frankreich – Gipfel auf 2.646 Metern Höhe

Panorama-Aufnahme vom Gipfel des Col du Galibier im Winter.

Der Col du Galibier als höchster Punkt der Tour 2026.

© rjshade / Flickr

Länge: 18km
Höhenmeter: 1.245m
Startpunkt:Valloire
Zielpunkt:Col du Galibier
Der Col du Galibier war im Jahr 1911 zum ersten Mal Teil der Tour de France. An diesem Tag gelang es nur drei Fahrern ihre Bikes auf den Gipfel zu peitschen, ohne abzusteigen und zu gehen. Seit 2011 gehört die Strecke nicht mehr zur Tour, was aber noch lange nicht bedeutet, dass er nicht all das mit sich bringt, was du dir wünschst.
Der Gipfel liegt 2.646 Höhenmeter über dem Meeresspiegel und das macht die 18 Kilometer lange Route wahrlich zu keinem Kinderspiel. In der Region hast du zudem Zugang zu einer wahren Vielfalt an Climbs, an denen du dich versuchen kannst. Kein Wunder, dass Henry Desgrange, der Gründer der Tour, einmal meinte, dass der Col du Galibier andere Climbs weit in den Schatten stelle.

3. Mount Teide, Teneriffa – Anstieg zum höchsten Gipfel Spaniens

Lust darauf, den höchsten Berg Spaniens zu befahren?

Lust darauf, den höchsten Berg Spaniens zu befahren?

© damien_shaw / Flickr

Länge: 45km
Höhenmeter: 2.400m
Startpunkt:Puerto de la Cruz
Zielpunkt:Teide Seilbahn
Teneriffa bietet dem höchstgelegenen Gipfel Spaniens eine Heimat. Er liegt 3.718 Meter über dem Meeresspiegel und so viel sei gesagt: Hier bekommst du es mit einem wahrlich brutalen Climb zu tun, der sogar an einem aktiven Vulkan vorbeiführt.
Es geht das Gerücht um, dass Bradley Wiggins die Tour de France 2012 nur deswegen gewonnen hat, weil er eben hier sein Training absolviert hat. Daneben bekommst du es mit einem ganz besonderen Ausblick zu tun, wie der ehemalige Team Sky-Coach Shane Sutton meint: "Ganz oben gibt es nichts als eine brachgelegene Vulkanlandschaft. Die Aussicht ist atemberaubend!"

4. Großglockner, Österreich – eine der höchsten befahrbaren Straßen Europas

Österreichs höchster gipfelt bietet auch einige gepflasterte Passagen.

Österreichs höchster gipfelt bietet auch einige gepflasterte Passagen.

© midgard / Flickr

Länge: 19,5km
Höhenmeter: 1.266m
Startpunkt:Pockhorn
Der Großglockner bringt vor allem eine große Herausforderung mit sich: mit der Höhe von 3.798 Metern über dem Meeresspiegel zurechtzukommen. Diese Route gehört zu den höchsten befahrbaren Strecken Europas. Um das Leben eines Radfahrers einfacher zu gestalten, gibt es zudem eine Menge an Haarnadeln und gepflasterte Abschnitte. Ja, du hast richtig gehört.
Die 19,5km lange Strecke war kürzlich auch Teil der Österreich-Rundfahrt, kein Wunder, liefert sie doch eine unvergleichliche Aussicht, unterhaltsame Anstiege und eine Menge frischer Luft, die deine Lungen dankenswerterweise in sich aufsaugen werden. Tatsächlich sind kurzfristige Veränderungen der Wetterlage nicht ausgeschlossen, also solltest du vorplanen.

5. Rila, Bulgarien – Steigungen von bis zu 20 Prozent

Die Sieben Seen von Rila sind die Belohnung nach einem harten Aufstieg.

Die Sieben Seen von Rila sind die Belohnung nach einem harten Aufstieg.

© Didi_Lavchieva / Getty

Länge: 14,5km
Höhenmeter: 1.700m
Startpunkt:Pastra
Zielpunkt:Rila
Sucht man nach Rennrad-Destination, ist Bulgarien wahrscheinlich nicht das erste Land, das einem in den Sinn kommt, doch findest du genau hier eine vielfach unterschätzte Perle. Das Rila-Gebirge spielt da ganz vorne mit. Du startest 800 Meter über dem Meeresspiegel im Bergdorf Pastra, während du 2.500 Meter hinter dich bringst.
Genauso wie die atemberaubende Aussicht, geht auch der Anstieg keinerlei Kompromisse ein. Der durchschnittliche Steigungswinkel liegt bei 11,7 Prozent, kann aber an manchen Stellen ganze 20 Prozent erreichen. Am besten versuchst du währenddessen die Aussicht zu genießen, während du mühsam nach Sauerstoff suchst.

6. Grimselpass, Schweiz – 26,7 km durch die Berner Alpen

Der letzte Abschnitt einer der besten Climbs in der Schweiz.

Der letzte Abschnitt einer der besten Climbs in der Schweiz.

© font83 / Getty

Länge: 26,7km
Höhenmeter: 1.538m
Startpunkt:Innertkirchen
Zielpunkt:Grimselpass
Schweiz und atemberaubende Bergwelten gehören zusammen wie Fisch und Chips. Hattest du noch nie das Vergnügen, dann bist du mit dem Grimselpass bestens bedient. Mit einer Höhe von 2.164 Metern kreuzt er mit den Berner Alpen und gilt als Verbindungsstelle mit dem Haslital. Zudem ist die Route oft Bestandteil der Tour de Suisse.
Der Anstieg beginnt in der Kleinstadt Innertkirchen, während du am Fluss Aare vorbeikommst. So richtig geht es dann nach 10 Kilometern los. Die Szenerie ist, wie nicht anders zu erwarten, großartig. Achte nur darauf, dass der Pass zwischen Oktober und Mai aufgrund schweren Schneefalls oft geschlossen ist.

7. Hardknott Pass, Großbritannien – Steigungen von bis zu 33 Prozent

Er mag zwar kurz sein, aber er ist alles andere als einfach.

Er mag zwar kurz sein, aber er ist alles andere als einfach.

© Andrew and Annemarie / Flickr

Länge: 2,3km
Höhenmeter: 299m
Startpunkt:Eskdale
Zielpunkt:Hardknott Pass
Zwar bietet Großbritannien nicht den alpinen Raum, den andere Länder mitbringen, doch bedeutet das noch lange nicht, dass du dort auf haarsträubende Anstiege verzichten musst. In der Region Cumbria findet sich der 2,3km lange Hardknott Pass. Das mag kurz erscheinen, doch wird es hier extrem steil. Der Steigungswinkel liegt Stellenweise bei unglaublichen 33 Prozent - und es wird eine Menge Momente geben, an denen du einfach nur noch absteigen möchtest.
Die brennenden Oberschenkel werden es dir danken, wenn du zur erlösenden Abfahrt kommst, dein Kopf und dein Herz hingegen nicht. Diese ist nämlich ähnlich respekteinflößend wie der Anstieg selbst.

8. Puig Major, Mallorca – der höchste Punkt der Insel

Nur einer der vielen Gründe, warum Mallorca ein Radfahrer-Hotspot ist.

Nur einer der vielen Gründe, warum Mallorca ein Radfahrer-Hotspot ist.

© sergeigussev / Flickr

Länge: 24km
Höhenmeter: 1.492m
Startpunkt:Port de Sóller
Zielpunkt: Puig Major
Als Teil des Serra de Tramontana-Gebirges ist der Puig Major der höchste Punkt auf der Ferieninsel. Du beginnst auf Höhe des Meeresspiegel und tauschst die Feriencocktails mit einem durchschnittlichen Steigungswinkel von sechs Prozent aus - und das auf 24 langen Kilometern.
Die Route ist mittlerweile so bekannt, dass sie erst kürzlich im Trofeo Serra de Tramontana-Rennen eingesetzt wurde - die ideale Location also für einen sonnigen Trip nach Spanien.

9. Trollstigen, Norwegen – 55 km durch spektakuläre Fjordlandschaft

Hier gelangst du an deine Schmerzgrenzen.

Hier gelangst du an deine Schmerzgrenzen.

© serena_tang / Flickr

Länge: 55km
Höhenmeter: 1.170m
Startpunkt:Åndalsnes
Zielpunkt:Valldal
Denk nur an Norwegen und seine idyllischen Bergstraßen, die atemberaubenden Fjords und die eisigen Wasserfälle. Trollstigen bietet all das und noch mehr. Übersetzt bedeutet die Bezeichnung "die Trollenleiter", die sich 55 lange Kilometer zwischen Åndalsnes und Valldal hinzieht.
Wo auch immer du mit der Strecke beginnst, es ist nicht die Distanz oder der Steigungswinkel, die dir den Atem rauben, sondern die einzigartige Aussicht. Bei einem solltest du aber vorsichtig sein: Während nur wenige Trolle deinen Weg kreuzen werden, passieren im Sommer mehr als 2.000 Autofahrer das Trollstigveien Plateau.

10. Passo Valparola, Italien – historischer Gebirgspass in den Dolomiten

Die Belohnung nach einem anstrengenden Anstieg in den Dolomiten.

Die Belohnung nach einem anstrengenden Anstieg in den Dolomiten.

© Alessandro Belotti / Getty

Länge: 13,9km
Höhenmeter: 802m
Startpunkt: La Villa
Endpunkt: Valparola Pass
Valparola ist ein Gebirgspass, der in den Dolomiten, in der Provinz Belluno, liegt. Die Route bietet nicht den üblichen netten Tag in der freien Natur. Der durchschnittliche Steigungswinkel liegt bei 6,7 Prozent (manche Passagen liegen gar bei 15 Prozent), während sich die Strecke 13 lange Kilometer hinzieht.
Kleiner Fun-Fact: Vor dem Ersten Weltkrieg führte nur ein vager Trail über den Pass, das veränderte sich aber, nachdem die Region während des Krieges hart umkämpft war. Ein übriggebliebenes Fort wurde heute zum Museum umfunktioniert - nicht, dass das irgendwie von Bedeutung ist, wenn dein Körper an seinen Grenzen ist, du den Kopf tiefgelegt über den Lenker senkst und darum betest, dass alles endlich ein Ende findet.

Häufig gestellte Fragen zu den besten Rennrad-Pässen Europas