Gaming
Falls ihr das Maximum aus euren Gaming-Sessions herausholen wollt, solltet ihr auf die Erkenntnisse von Dr. Matthew Barr vertrauen. Er lehrt an der Universität von Glasgow Computerwissenschaft und ist stellvertretender Vorsitzender der British Digital Games Research Association. Sein Forschungsbereich untersucht wie Videospiele Fertigkeiten, Anpassungsvermögen und kritisches Denken fördern können.
Zusätzlich kommt Christopher 'Duffman' Duff, Chef-Analytiker für die League of Legends Superstars G2, Counter-Strike Profi Michaela 'mimi' Lintrup, und Topson von Dota Gigant OG zu Wort.
1. Lockert den Tag mit reichlich Pausen auf
Ein ausgiebige Gaming-Session mit Freunden ist eine tolle Beschäftigung, doch maximieren lange Sessions auch euer Potential? Laut Barr nicht wirklich: "Falls ihr sechs Stunden am Tag spielt , solltet ihr soviele Pausen wie möglich einbringen."
Reguläre Pausen bei kognitiv fordernden Beschäftigungen haben eine positiven Effekt auf die Lernfähigkeit. So kann euer Gehirn Informationen ordnen und sich erholen
Duffman stimmt hier voll und ganz zu: "Burnout stellt ein hohes Risiko dar, vor allem in kompetitiven Games wie League of Legends. Sobald man sowohl im Team als auch individuell Trainingseinheiten macht, sollte man gut darauf achten, sich nicht zu übermüden. Deswegen sind ein lockerer Ansatz und genügend Pausen beim Trainieren vor Turnieren ungemein wichtig." Selbst Weltmeister OG pausiert nach 2 Spielen im Training für eine gute Stunde.
2. Nehmt einen N00b unter eure Fittiche
Laut Barr macht es durchaus Sinn, die Rolle des Mentors einzunehmen. Er spricht hier vom Protegé-Effekt, der in seinen Studien oft auftritt.
Der Protegé-Effekt, der beim Unterrichten vorkommt, hat einen positiven Effekt auf das Gedächtnis des Lehrenden. Er erinnert sich besser an Information und kann diese auch effektiver einsetzen
"Auch kann ein frisches Augenpaar unbekannte Schwächen in der eigenen Strategie ausmachen und so dem Lehrer helfen", so Barr.
Auch der dänische CS:GO Superstar Mimi meint, dass Profi-Spieler oft die "Basics" vergessen. "Beim Erklären fallen dir auf einmal Dinge wieder ein, die du vergessen hast. Auch alt-bewährte Strategien werden auf einmal wieder hinterfragt", sagt sie.
3. Frischluft
"Die Natur ist für unsere Leistungsfähigkeit unabdingbar", so Barr. "Auch wenn ihr nicht für einen Spaziergang raus geht, so solltet ihr das Fenster öffnen und für reichlich Frischluft im Raum sorgen. Gepaart mit Sonnenlicht erhaltet ihr dadurch einen natürlichen, physischen Boost."
Falls ihr tagsüber kein Sonnenlicht abbekommt, wird dies negative Auswirkungen auf euren Schlaf und in Folge auch auf eure kognitiven Fähigkeiten haben
TI Gewinner Topson stellt seinen PC stets neben einem Fenster auf. Auch wenn es manchmal schwer erscheint, ist sein bester Tipp: "Geht früh schlafen und steht früh auf, so kriegt ihr am meisten Tageslicht ab".
4. Analysiert eure Spielweise so früh wie möglich nach dem Spiel
Heutzutage ist es sowohl auf Konsole als auch am PC sehr leicht sein Spiel aufzuzeichnen. Wichtig ist, dass ihr euch die Aufzeichnung sobald wie möglich ansieht, damit ihr den maximalen Lerneffekt daraus erzielt. Denn wir vergessen Details sehr schnell. Holt euch außerdem vie Twitch undco. unmittelbares Feedback von anderen Spielern ein.
Man lernt eine Menge, wenn man sich seine Fehler anschließend ansieht - welche Chancen ausgelassen wurden, welche Fehler gravierend waren - ohne emotionale Spannung
"Wichtig ist eine angenehme Atmosphäre während der Feedback-Runde. Hier sehen wir uns an, was als Team toll geklappt hat und was noch - in Bezug auf die Trainingsziele - verbessert gehört", so Duffman über Feedback.
Mimi ist davon überzeugt, dass ein effizientes Zeit-Management den Unterschied macht: "Wenn wir (WRTP) in ein Turnier gehen, sehen wir uns die gegnerischen Teams genau an und fokussieren uns auf die, welche uns gefährlich werden können. So nützen wir unsere Vorbereitungszeit so effizient wie möglich".
5. Spielt mit Randoms
Unterschiedliche Spieler mit unterschiedlichen Fertigkeiten lassen jedes Team besser werden, und zwar in der Kommunikation - laut Barr: "Wenn wir uns mit anderen, neuen Spielern zusammentun, finden wir stets neue Wege der Kommunikation. In einem bekannten Team funktionieren viele Dinge wortlos, weil es gewohnt ist. Doch, um seine kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern, sollte man stets aus der Komfortzone raus und mit anderen spielen."
Einige Spieler brauchen mehr Anweisungen, andere reagieren mit Widerstand auf Kritik. Man kann also nicht mit dem verbalen Vorschlaghammer auf jeden zugehen
Ein weiterer Bonus ist, dass man neue Herangehensweisen kennenlernt. Duffman sieht hier eindeutig Lerneffekte, die auch im gewohnten Team Verbesserungen mit sich bringen. "Man kann sich verschiedene Spielweisen zunutze machen, indem man sie kopiert bzw. in das eigene Spiel integriert und so dem ganzen Team neue Konzepte liefert."