F1
Track-Sessions und Simulatoren: So schärfen F1-Piloten ihre Skills
Erfahre, wie die Formel 1-Fahrer stundenlang sowohl auf als auch abseits der Strecke ihre Fähigkeiten trainieren, um die bestmöglichen Zeiten herauszuholen.
Oracle Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen wurde zum jüngsten Fahrer der Formel 1-Geschichte, als er 2015 beim Großen Preis von Australien im Alter von 17 Jahren und 166 Tagen an den Start ging. Manche sagen, es liegt ihm im Blut, da sein Vater ebenfalls F1-Fahrer und seine Mutter im Karting-Sport aktiv war. Fragt man Verstappen aber selbst, dann liegt es vor allem an den unzähligen Stunden, die er auf und abseits der Strecke in sein Training investiert, die ihm zum Erfolg verhelfen.
Verstappen treibt eine permanente Lust an, sich zu verbessern. Er selbst meint: "Ich sagte ihm [Red Bull-Berator Helmut Marko], dass ich in meinem Motorhome gerne einen Simulator hätte, damit ich auch am Abend fahren kann. Es ist mein Hobby und es hält meine Sinne permanent scharf."
Simulatoren, wie jener von Red Bull, fanden ihren Anfang in den späten 1990er-Jahren als auf das Grundsätzliche reduzierte Computer-Spiele. Heute hat jedes Team einen solchen und sie stellen das exakte Modell des Fahrzeugs als auch die Straßenbedingungen dar, mit denen der Fahrer am Renntag konfrontiert sein könnte.
Wir liefern dir einen Überblick über die vielen Möglichkeiten, die die F1-Piloten haben, um ihre Fähigkeiten bis zum Renntag zu schärfen -- angefangen beim Ausdauer- und beim Krafttraining bis hin zu den unzähligen Stunden auf der Strecke und im Simulator.
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Simulatoren
Nachdem private Test-Sessions im Jahr 2009 verboten worden waren, suchten Teams nach anderen Möglichkeiten für die zusätzliche Vorbereitung auf der Strecke vor Rennwochenenden -- was wiederum zum rasanten Aufstieg von Simulatoren geführt hat.
Simulatoren sind genau das, wonach sie klingen -- sie simulieren die Rennbedingungen, mit denen der Fahrer bei den jeweiligen Rennen konfrontiert ist. Dabei lassen sich zwei Arten unterscheiden: Factory-Simulatoren und Home-Simulatoren.
7 Min
Zwischen Sim und Realität
Max Verstappen taucht tief in seinen Simulator ein und muss verschiedene Levels absolvieren, um zum GP in Belgien zu gelangen.
Factory-Simulatoren:
- Gehören den Teams und werden von diesen betrieben.
- Sie greifen auf umfangreiche Instrumente und Technologien zurück, die den Fahrern eine möglichst realistische Erfahrung der Rennstrecke bieten.
- Sie erlauben es den Teams, die Parameter der Welt rund um ihre Piloten zu verändern; angefangen beim Wetter und den Reifenabbau bis hin zur Sicht. Damit können die Fahrer in die verschiedensten Szenarien eintauchen.
- Die Hardware ist einem F1-Cockpit nachempfunden. Die Fahrer tragen ihren vollständigen Rennanzug und ihren Helm, während sie im Simulator sind.
Home-Simulatoren:
- Werden für zusätzliches Training verwendet, wenn die Fahrer gerade nicht in der Werksfabrik sind.
- Die meisten bestehen aus mehreren Bildschirmen, die nebeneinander platziert und mit einem Lenkrad- und Pedal-System ausgestattet sind.
- Diese Setups sind jedoch nicht so gut ausgestattet, die wie die Factory-Simulatoren. Einige wichtige Informationen werden hier ausgespart.
- Es verschafft Fahrern die Möglichkeit, sich eine Strecke und die Art und Weise, wie sie zu fahren ist, einzuprägen. Sie suchen sich die Ideallinie und präzisieren ihre Kenntnis des Streckenlayouts.
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Test-Tage in der Vorsaison
Die einzige Möglichkeit für Teams, ihre Autos auf der Strecke zu testen, ist während der Test-Phase in der Vorsaison.
Sergio Pérez in der Boxengasse am dritten Tag der F1-Tests in Bahrain.
© Getty Images/Red Bull Content Pool
Diese Tage sind vor Saisonbeginn angesetzt, meist zwischen Februar und März. Während dieser Tests probieren Teams verschiedenste Teile und Komponenten aus, um einen kompetitiven Vorteil herauszuschlagen und zu sehen, wie gut das Auto in der jeweiligen Umgebung performt. Manche Teams simulieren Rennen, andere Teams simulieren Performance-Laps, wo sie ihr Auto auf das Maximum pushen, um die Grenzen der Leistung zu finden.
Von 9 Uhr Vormittag bis 18 Uhr am Abend können die Fahrer so lange testen, wie sie wollen, dennoch gibt es einige zentrale Richtlinien: Die Menge des verbrauchbaren Treibstoffs ist begrenzt sowie die Anzahl der Reifen, die verwendet werden darf. Deshalb fahren die Piloten in der Regel nur für einige Stunden pro Session.
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Freies Training
Während jedes Rennwochenendes haben die F1-Fahrer in der Regel zumindest zwei freie Trainings-Sessions, die sie nutzen können.
In den freien Trainings können die Fahrer und ihre Teams ihr Auto auf der jeweiligen Strecke testen, ohne sich um die Position oder die Zeiten sorgen machen zu müssen. Dadurch testen Teams oft in dieser Phase ihr neues Equipment oder sie achten darauf, wie ihre Reifen sich auf dem Track verhalten. Die Fahrer nutzen diese Zeit, um ihren Rhythmus und eine Rennlinie zu finden und so im Qualifying und im Rennen ihre besten Zeiten aufstellen zu können.
Die freien Trainings unterscheiden sich insofern von den Test-Tagen, da sie während der Saison absolviert und als Teil des Rennwochenendes angesehen werden.
Die meisten Rennwochenenden bieten drei freie Trainings, die jeweils eine Stunde dauern. Rennwochenenden mit Sprint-Qualifying haben jedoch nur zwei bzw. eine Session -- je nach Sprint-Modell, das gerade gefahren wird.
Durch das Training zur Perfektion
Die F1-Saison laugt die Piloten aus. Um sicherzustellen, dass sie immer in Bestform performen, müssen die F1-Piloten unzählige Stunden investieren.
Es ist diese Hingabe an das Training und das kompromisslose Üben, dass es den F1-Fahrern erst ermöglicht, bei 300 km/h unheimlich fokussiert zu fahren und die G-Kräfte auszuhalten.
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