Rebecca Rusch auf ihrem Gravel-Bike auf dem Abschnitt Bentonville nach Ponca auf der Arkansas High Country Route in den USA.
© Bligh Gillies/Red Bull Content Pool
MTB

Die 10 härtesten Biketouren der Welt

Bikepacking ist längst kein Trend mehr. Ebenso wie organisierte Events, die Rennelemente mit autarkem Fahren über lange Distanzen kombinieren. Klingt das gut? Dann bist du hier genau richtig!
Autor: Andi Spies
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Radrennen eignen sich perfekt, um dich in jeder Hinsicht in Schwung zu bringen. Wenn du aber auf der Suche nach einer richtigen Bike-Challenge bist, dann ist vielleicht einer der hier vorgestellten sogenannten Self-Supported-Bikeevents etwas für dich.
Bei Self-Supported-Bikeraces oder Bikepacking-Events ist der Name Programm. Ganz auf dich allein gestellt und ohne fremde Hilfe musst du mit deinem Bike ein vorher festgelegtes Ziel erreichen.
Unterwegs bist du dein eigener Koch, Mechaniker, Navigator und Arzt. Egal was ansteht, du musst es selbst regeln!
Üblicherweise besteht ein solches Event aus mehreren Etappen, die über lange Distanzen und mehrere Tage gehen. Die meisten Rennen haben ein bestimmtes Ziel und die vage Struktur einer Route. Auf diesen Routen gibt es Checkpoints, die du passieren musst. Manche Rennen haben dagegen nur einen Start- und Zielpunkt. Wie du von A nach B kommst, ist dabei dir überlassen - solange du mit deinem Bike unterwegs bist. Es gibt aber auch einige Regeln. Also schummeln verboten!
Rebecca Rusch auf ihrem Gravel-Bike auf der Arkansas High Country Route in den USA

Gravel-Bikes eignen sich perfekt für Langstrecken

© Corey Rich/Red Bull Content Pool

Die Popularität von Bikepacking-Events und Self-Supported-Rennen hat in den vergangenen Jahren einen explosionsartigen Aufschwung erlebt. Zu dieser Entwicklung hat vor allem der Boom von Gravel-Bikes beigetragen. Self-Supported-Rennen kombinieren normalerweise Offroad-Riding mit normalem Straßenfahren. Es gibt aber auch spezielle Rennen nur auf Asphalt, Schotter oder im Gelände.
Die Veranstaltungen reichen von entspannten Events, bis hin zu richtig kompetitiven Races. So oder so wirst du auf unvergleichliche Kameradschaft und Gemeinschaft unter gleichgesinnten Fahrern stoßen. Hier haben wir jetzt 10 der besten Events, die du unbedingt abchecken solltest:
01

Idatrod Trail Invitational

  • Wo: USA, Knik Lake, Alaska
  • Wann: 22. Februar 2026
  • Distanz: 1.000 km
  • Terrain: Schnee und Eis
  • Biketyp: Fatbike
  • Mehr Infos: itialaska.com
Auf den ersten Blick mag ein Self-Supported-Rennen bei eisigen Temperaturen und in ungemütlichen, winterlichen Bedingungen nicht sehr reizvoll wirken. Wennd du aber die Kälte und den Winter liebst, dann ist das genau das richtige Rennen für dich. Das Idatrod Trail Invitational findet auf einer Strecke von 1.000 km in der absoluten Wildnis von Alaska statt und ist eine knallharte Belastbarkeitsprüfung. Vorräte müssen den gesamten Weg mitgeschleppt werden. In abgelegenen Dörfern gibt es aber die Möglichkeit im Vorfeld organisierte Lebensmittel abzuholen. Trotz der extremen Erfahrungen von Teilnehmern, ist das Idatrod nach wie vor unglaublich beliebt.
Rebecca Rusch auf einem Fatbike auf schneebedecktem Untergrund, beim Idatrod Trail Invitational.

Red Bull-Athletin Rebecca Rusch hatte 2019 ihr Debüt beim Iditarod

© Iditarod Trail Invitational

02

Classics Story – The Northern Way

  • Wo: Belgien und Niederlande
  • Wann: 6. bis 12. April 2026
  • Distanz: 1.200 km
  • Terrain: Asphalt/Straße
  • Biketyp: Rennrad
Bei diesem besonderen Rennen hast du die Möglichkeit auf legendären und historischen Strecken durch die Geschichte des professionellen Radsports zu fahren. Die Strecke führt über Abschnitte von Klassikern wie Omloop Het Nieuwsblad, Gent Wevelgem, Tour of Flanders, Paris Roubaix, Amstel Gold Race und Liège Bastogne Liège. Um vom Start in Ghent das Ziel in Valkenburg zu erreichen, dürfen die Teilnehmer maximal sieben Tage unterwegs sein. Mechanische Probleme müssen wie immer selbst gelöst werden. Es gibt den zusätzlichen Bonus, dass die Fahrer bei dem Rennen die Profis vom Klassiker Paris - Roubaix erwischen können und wenn sie rechtzeitig ankommen auch noch vom Amstel Gold Race. Das sollte genug Ansporn sein!
Dieses Kopfsteinpflaster

Dieses Kopfsteinpflaster...

© George Marshall/Red Bull Content Pool

03

Italy Divide

  • Wo: Italien
  • Wann: 30. April bis ca. 10. Mai 2026
  • Distanz: 1.250 km
  • Terrain: Offroad
  • Biketyp: MTB oder Gravel-Bike
Die Italy Divide gilt als Europas führendes unsupported Bikepacking-Rennen. 2026 findet die 10. Ausgabe statt, und die Veranstalter haben sich etwas Besonderes einfallen lassen: drei brandneue Routen, mit dem einzigen fixen Punkt am Ziel – einer großen Party auf der Bike Farm in Torbole am Gardasee.
Die drei Routen im Überblick:
  • XL Route – Start in Bari, 30. April | 1.650 km | 29.000 Hm
  • Classic Route – Start in Neapel/Pompeji, 1. Mai | 1.250 km | 22.000 Hm
  • Original Route – Start in Rom, 2. Mai | 700 km | 14.000 Hm
Die Strecke verbindet antike Römerstraßen, Schotterpisten, alpine Trails und sanfte Hügellandschaften. Sie führt an ikonischen Orten vorbei – der Appischen Straße, den berühmten weißen Straßen der Toskana (Strade Bianche) und Offroad-Abschnitten durch die Apenninen.
Ein Mountainbike lehnt am Geländer beim Italy Divide.

Ehre, wem Ehre gebührt - Ehrenabzeichen vom Italy Divide

© Italy Divide

04

Carso Trail

  • Wo: Italien und Slowenien
  • Wann: 08.-10. Mai 2026
  • Distanz: 340 km
  • Terrain: Offroad
  • Biketyp: MTB oder Gravel-Bike
  • Mehr Infos: carsotrail.it
Diese Expedition, die mehr Bikepacking-Abenteuer als Wettrennen ist, findet an der Grenze zwischen Italien und Slowenien statt, vor der Kulisse des pittoresken Golf von Triest. Die Route beginnt in Italien, bevor sie sich langsam in Richung Slowenien zum höchsten Punkt auf den Mount Nanos schlängelt. Danach geht es wieder retour nach Italien. Auf insgesamt 335 km befinden sich insgesamt 70 Prozent der Strecke im Gelände. Höhenmeter: 5.500 m. Die schnellsten Fahrer erreichen das Ziel in nur knapp 24 Stunden - die meisten benötigen aber drei Tage. Also kein Stress!
Teilnehmer im Offroad-Gelände beim Carso Trail Bikepacking-Rennen in Italien.

Carso Trail

© Carso Trail

Erstmals wird die Strecke 2026 in drei verschiedenen Versionen angeboten – drei unterschiedliche Reise- und Erlebnisstile, die man allein oder gemeinsam bewältigen kann.
CT Classic
Die traditionelle Originalroute – der bewährte Mix aus Geschichte, Natur und Abenteuer auf dem italienischen und slowenischen Karst.
  • Distanz: ~380 km
  • Höhenmeter: 6.500 m
  • Off-Road/Radwege: 60 %
  • Singletrack: 10 %
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Empfohlenes Rad: MTB, Monster Cross
  • Format: Rundkurs
CT Fast
Kompakter und schneller – ideal für alle, die die Region flüssig und zügig erkunden möchten.
  • Distanz: ~250 km
  • Höhenmeter: 2.500 m
  • Off-Road/Radwege: 60–70 %
  • Singletrack: keiner
  • Schwierigkeit: Niedrig
  • Empfohlenes Rad: Gravel Bike
CT Adventure
Die freieste Variante – für alle, die selbst planen und explorieren wollen. Es werden etwa 15 Wegpunkte an spezifischen Orten im Gebiet vorgegeben, die in der richtigen Reihenfolge passiert werden müssen. Den Weg dazwischen plant jeder Teilnehmer selbst – auch spontane Änderungen unterwegs sind erlaubt. Die Durchquerung der Wegpunkte wird per Live-Tracking validiert.
  • Distanz: 300–450 km (nach eigener Wahl)
  • Höhenmeter: nach eigener Wahl
  • Empfohlenes Rad: frei wählbar (kein Rennrad, da manche Wegpunkte Off-Road liegen)
05

Unbound Gravel (Dirty Kanza)

  • Wo: USA
  • Wann: 30. bis 31. Mai 2026
  • Distanzen: 40 - 563 km
  • Terrain: Schotter
  • Biketyp: MTB oder Gravel-Bike
Le Gravel Race dei sogni - das Gravel-Rennen der Träume

Dirty Kanza: Das wahrscheinlich kompetitivste Ultra-Radrennen der Welt

© Dirty Kanza

Arkansas liegt im Herzen Amerikas und bietet lange, unbefestigte Straßen durch das Kernland der amerikanischen Landwirtschaft. Genau dort findet das Rennen Dirty Kanza statt. Beim Hauptrennen über 322 km wird deine Entschlossenheit so richtig auf die Probe gestellt. Die meisten Teilnehmer erreichen das Ziel noch am selben Tag. Wenn du aber die Umgebung genießen willst und keinen Zeitstress hast, darfst du natürlich gerne länger brauchen. Bikeempfehlung: Mountainbike oder Gravel-Bike. Die Renn-Bibel besagt, dass auch hier keine fremde Unterstützung erlaubt ist.
Das Event bietet verschiedene Streckenoptionen:
  • Unbound XL: 563 km, Start am 29. Mai
  • Unbound 200 (Hauptrennen): 322 km (200 Meilen) für Elite-Männer und -Frauen am 30. Mai
  • Dazu 40, 80 und 161 km-Optionen
06

IncaDivide

  • Wo: Peru
  • Wann: 18. August 2026
  • Distanz: 1.600 km
  • Terrain: Asphalt/Straße mit Schotterabschnitten
  • Biketyp: Rennrad
  • Mehr Infos: bikingman.com
Das IncaDivide ist an Attraktivität kaum zu überbieten. Auf Straßen und Schotterpisten verläuft die Strecke im Gebiet der Anden, ganz in der Nähe von Perus zweitgrößten Stadt Cusco. Hier geht es hoch hinaus. Du solltest also wirklich fit sein, wenn du das Ziel sehen willst. Das Rennen geht über 1.200 km mit wahnsinnigen 23.000 Höhenmetern. Die Teilnehmer haben 10 Tage Zeit, um nach dem Passieren von drei obligatorischen Checkpoints ins Ziel zu kommen. Das IncaDivide ist auch Teil der Bikeman-Series, einer Reihe von Self-Supported-Races auf der ganzen Welt.
Ein Teilnehmer beim IncaDivide in den Anden.

Du wirst starke Beine brauchen fürs IncaDivide

© IncaDivide

07

Transcontinental

  • Wo: Europa
  • Wann: 19. Juli 2026
  • Distanz: 4.000 km
  • Terrain: Asphalt/Straße mit Schotterabschnitten
  • Biketyp: Rennrad
Das Transcontinental nimmt Fahrer mit auf eine Bike-Challenge durch ganz Europa. 2026 liegt der Start in Trondheim (Norwegen) und das Ziel in Kalamata (Griechenland). Dazwischen müssen rund 5.000 km bewältigt werden. Teilnehmer können sich entscheiden, ob sie sich lieber alleine oder als Paar in das Abenteuer stürzen.
Insgesamt müssen fünf Checkpoints passiert werden - die restliche Route darfst du frei wählen. Wenn du verrückt genug bist, um den Sieg anzustreben, solltest du in weniger als 10 Tagen über die Ziellinie fahren. Für alle anderen, die nicht unbedingt 500 km am Tag zurücklegen wollen, gilt: Alles unter drei Wochen ist ok - und ziemlich beeindruckend! Das Transcontinental ist ein echtes Highlight für Bikepacking-Fans: Die norwegischen Fjorde als Startkulisse und dann quer durch Europa bis ans Mittelmeer!
Ein Radsportler beim Transcontinental 2016.

Fantastischer Langstrecken-Trail beim Transcontinental

© Pedaled

08

NorthCape 4000

  • Wo: Europa
  • Wann: 25. Juli 2026 (Start Rovereto), 30. Juli (Start Berlin)
  • Distanz: 4.000 km / 3.000 km
  • Terrain: Asphalt/Straße
  • Biketyp: Rennrad / Gravel-Bike
Hast du Lust mit dem Bike so viel wie möglich von Europa zu sehen? Dann ist das NorthCape 4000 das perfekte Event für dich. Die Strecke verläuft durch insgesamt sieben Länder, auf einer Distanz von 4.000 km. Vom Gardasee in Italien geht es nach Norden über den Polarkreis ins Ziel. Die Route ist für alle Fahrer festgelegt und verändert sich jährlich. 2026 wird es vier obligatorische Checkpoints geben. Außerdem ist auch ein verkürztes Race mit Start in Berlin möglich (3.000 km).
Der tschechische Athlet Aleš Zavoral feiert im Ziel vom NorthCape 4000.

Das Rennen endet am Nordkap über dem Polarkreis

© Nord Cape - Official

09

Silk Mountain Road Race

  • Wo: Kirgisistan
  • Wann: 14. bis 29. August 2026
  • Distanz: 2.050 km / 35.500 hm
  • Terrain: Asphalt/Straße, Schotter und Offroad
  • Biketyp: MTB oder Gravelbike
Das Silk Road Moutain Race könnte man am besten als brutal beschreiben - und zwar wirklich brutal. Von den 100 internationalen Teilnehmern, die 2018 bei der ersten Ausgabe aufbrachen, schafften es etwa nur ein Drittel ins Ziel. Die Starter haben die Wahl, ob sie Solo oder als Paar an den Start gehen. Die Strecke verläuft durch die einzigartige Berglandschaft von Kirgisistan, auf einer Reise über Schotterpisten, einspurigen und mehrspurigen Pfaden, sowie alten sowjetischen Straßen, die längst in Vergessenheit geraten sind. Insgesamt gibt es drei Checkpoints.
Die Strecke vom Silk Road Mountain Race aus der Vogelperspektive.

Das Silk Road Mountain Race: Die härtesten 1.700 km der Welt?

© Tom Hardie

10

Panaracer Dirty Reiver

  • Wo: Großbritannien
  • Wann: 24. - 26. April 2026
  • Distanzen: 65, 130 und 200 km
  • Terrain: Straßen, Radwege
  • Biketyp: Gravel-Bike, eGravel-Bke, Hardtail-MTB
Der Dirty Reiver ist eine Off-Road-Radchallenge im Gravel-Grinder-Format, das ursprünglich aus den USA stammt. Es findet im Kielder Forest, Northumberland, Nordengland statt. Start ist am Kielder Castle Forest Park Centre.
Gravelbiker beim Panaracer Dirty Reiver Bikeevent im Kielder Forest, Großbritanien.

Panaracer Dirty Reiver: Mit dem Gravel Bike durch den Kielder Forest

© www.dirtyreiver.co.uk

Die drei Distanzen sind: Dirty Reiver (200 km), Dirty One Thirty (130 km) und Dirty Sixty Fiver (65 km). Der 65er ist auch für E-Bikes offen – als „Dirt-E-Reiver". Das Event ist offiziell kein Rennen – es gibt kein Podium und keine Preise. Finisher werden alphabetisch nach Alterskategorie gelistet.
Die 200-km-Runde ist ein durchgehender Loop mit drei Verpflegungsstationen – 2026 gibt es drei komplett neue Routen. Alle Strecken sind nahezu 100 % Off-Road. Empfohlen werden Gravel Bikes, ein Hardtail-MTB geht aber auch.