Vor ausverkauftem Haus sahen die Zuschauenden, wie Max Verstappen beim 24 Stunden Rennen am Nürburgring - einem der anspruchsvollsten Langstreckenrennen - nur wenige Stunden vor dem Sieg stand, bevor sein Mercedes-AMG mit der Startnummer 3 kurz vor dem Ziel mit einem technischen Defekt ausfiel.
Das Rennen auf der legendären Nordschleife in Deutschland gilt als eines der härtesten Rennen im Motorsport. Es kombiniert 24 Stunden Renndauer mit wechselndem Wetter, Nachtrennen und ständigem Mehrklassenverkehr auf dem 25 km langen Kurs , der auch als "Grüne Hölle" bekannt ist. Das Rennen hat in diesem Jahr aufgrund von Verstappens vielbeachtetem Debüt noch mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Laut Veranstalter waren 352.000 Zuschauende vor Ort. Rekord!
Die 5 wichtigsten Erkenntnisse:
01
Der vielseitige Verstappen zeigt sofort Wirkung
Nachdem Max Verstappen schon lange über seine Leidenschaft für Rennen jenseits der Grand-Prix-Wochenenden gesprochen hatte, war sein vielbeachtetes Debüt auf der Nordschleife das bisher deutlichste Zeichen für seinen Wunsch, sich in verschiedenen Disziplinen auszuprobieren.
Seine Ankunft hat der Veranstaltung weltweit große Aufmerksamkeit beschert und dazu beigetragen, dass die Veranstaltung ausverkauft war und das Interesse weit über das übliche Langstreckenrennen-Publikum hinausging.
Aber konnte sich selbst ein vierfacher Formel-1-Weltmeister sofort an eine der härtesten Herausforderungen im Langstreckensport anpassen? Er beantwortete diese Frage schnell und etablierte sich als einer der schnellsten und ruhigsten Fahrer im Feld.
Nach einer anfänglichen Schrecksekunde, als er eine Bodenwelle touchierte und auf das Gras rutschte, fand er einen beeindruckenden Rhythmus, überholte entschlossen, manövrierte sich hervorragend durch den Verkehr und brachte den Mercedes-AMG mit der Startnummer 3 immer wieder in den Kampf um die Führung.
"Was ich am GT3-Rennen mag, ist der Wettbewerb und die Tatsache, dass man sich bei einem Langstreckenrennen mit seinen Teamkollegen abwechselt", sagte Verstappen in einer seiner Pausen. "Bei den 24h Nürburgring ist die Strecke auch super anspruchsvoll, also ist es einfach eine gute Kombination."
02
Team Verstappen - eine gemeinsame Anstrengung
Während Verstappen unweigerlich die Schlagzeilen auf sich zog, war das Rennen selbst weit entfernt von seinen üblichen Einsitzern. Die Teamleistung stand eindeutig im Vordergrund bei einem der stärksten Teams in der Startaufstellung. Die erfahrenen Langstrecken-Rennfahrer Dani Juncadella, Jules Gounon und Lucas Auer spielten alle eine wichtige Rolle, indem sie den Mercedes-AMG mit der Startnummer 3 fast einen ganzen Renntag lang konstant an der Spitze hielten.
Das Quartett vermied die großen Fehler und Zwischenfälle, die dieses Rennen oft prägen, und hielt das Tempo bei wechselndem Wetter und dichtem Verkehr hoch. Egal, ob Juncadella schwierige Stints fuhr, Gounon das Auto im Rennen hielt oder Auer Positionen zurückholte, die #3-Crew verbrachte den Großteil des Rennens entweder in Führung oder in Schlagdistanz zur Spitze.
03
Verstappens Heldentaten in der Nacht
Die entscheidende Phase des Rennens kam in der Nacht, als die Nordschleife bei Dunkelheit und kälteren Bedingungen noch furchteinflößender wurde. In dieser Zeit lieferte Verstappen seine wohl stärkste Leistung ab und lieferte sich mit dem Schwesterteam von Mercedes-AMG - dem späteren Sieger - einen spannenden Kampf um die Führung.
Gegen 1:30 Uhr Ortszeit setzte Verstappen einen entscheidenden Schachzug gegen Maro Engel, um das Auto mit der Startnummer 3 auf den ersten Platz zu bringen, wobei der Deutsche kurz auf das Gras lief, als sich die beiden durch den Verkehr kämpften. Verstappen fuhr dann einen beherzten Doppelstint und baute einen kleinen, aber wertvollen Vorsprung auf, bevor er das Auto an seine Teamkollegen übergab. Am Sonntagmorgen war die Startnummer 3 das Maß aller Dinge an der Spitze des Feldes.
04
Drei Stunden vom Ruhm entfernt - so nah und doch so fern
Weniger als vier Stunden vor Schluss schien der Mercedes-AMG mit der Startnummer 3 fest auf Siegkurs zu sein. Das Auto hatte einen Vorsprung von etwa fünf Minuten und kontrollierte einen Großteil des Rennens durch Beständigkeit, eine starke Strategie und das unermüdliche Tempo aller vier Fahrer.
Doch das Rennen geriet plötzlich aus den Fugen, als Juncadella in Führung liegend einen ABS-Alarm meldete. Zunächst war das Problem noch überschaubar, doch dann wurden Geräusche und Vibrationen immer schlimmer, bis das Auto drastisch langsamer wurde und an die Box zurückkehrte. Ein Antriebswellenschaden wurde als Ursache ausgemacht und beendete den zum Greifen nahen Debütsieg abrupt.
Max Verstappen sagte: "In dem Moment, als wir die Führung übernahmen, gab die Antriebswelle den Geist auf und unser Kampf um den Sieg war vorbei."
05
Eine noch nie dagewesene Atmosphäre auf der Nordschleife
Die 24h Nürburgring sind bereits eine der kultigsten Veranstaltungen im Langstreckensport, aber Verstappens Teilnahme hob die Aufmerksamkeit rund um das Rennen auf ein neues Niveau. Das weltweite Medieninteresse stieg die ganze Woche über an, während die Wochenendtickets Berichten zufolge zum ersten Mal in der Geschichte der Veranstaltung ausverkauft waren, da die Fans in Scharen kamen, um den Superstar auf der Nordschleife zu sehen.
"Ich möchte mich bei allen für die Unterstützung während des Wochenendes bedanken", sagte Verstappen nach der Veranstaltung und beantwortete die Frage, ob er in Zukunft wieder hier fahren wird. "Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Es hängt immer ein bisschen von meinem Kalender ab."
Teil dieser Story