Screenshot aus Metal Gear Solid Delta: Snake Eater zeigt Snake am Funkgerät.
© Konami / Phil Briel
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Metal Gear Solid Delta: Snake Eater zeigt, wie ein Remake aussehen muss

Mit Metal Gear Solid Delta: Snake Eater bringt Konami einen absoluten Kult-Klassiker zurück. Und zeigt mit eine mutigen Modernisierung, wie ein gutes Remake aussehen muss. Unser Test.
Autor: Phil Briel
5 min readPublished on
Dank seines einzigartigen Dschungel-Settings, spannender Survival-Mechaniken und ikonischer Bosskämpfe genießt der dritte Ableger der Metal Gear Solid-Reihe, ursprünglich 2004 für die PlayStation 2 erschienen, bis heute Kult-Status. Nun bringt Konami den Fan-Favoriten zurück und beweist eindrucksvoll, wie ein gelungenes Remake aussehen muss. Metal Gear Solid Delta: Snake Eater im Test.
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Metal Gear Solid Delta: Snake Eater - Starte Virtuose Mission

Metal Gear Solid Delta: Snake Eater hebt sich erfrischend von den anderen Serienteilen ab. Die Vorlage markierte im Jahr 2004 eine faustdicke Revolution: Nachdem Fans der Reihe mit dem unbeliebten Raiden durch den zweiten Ableger streifen mussten, schlüpfte man mit MGS 3 endlich wieder in die Haut von Solid Snake. Irgendwie, fast zumindest.
Snake Eater versteht sich als Prequel der Serie und setzt im Jahr 1964 an. Im Spiel verschlägt es euch, zwei Jahre nach der Kuba-Krise, in den russischen Dschungel, wo ihr den Wissenschaftler Sokolov befreien und sicher nach Hause bringen sollt. Der gilt nämlich als Vater des mächtigen Kampfroboters Metal Gear.
Screenshot aus Metal Gear Solid Delta: Snake Eater zeigt den Bossgegner The Pain.

Die Bosse, wie The Pain, sind ein absolutes Highlight

© Konami

Es kommt, wie es kommen musste: Der Einsatz schlägt fehl, da Snake durch einen Maulwurf ausgetrickst wird. Was folgt, ist ein beinharter Überlebenskampf. Allein in der Wildnis, umringt von feindlichen Einheiten, mitten im Nirgendwo.
Diese Prämisse war es, die Snake Eater vor 21 Jahren Kult-Status einbrachte und die bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt habt. Und da der letzte Serienteil, Metal Gear Solid V, nun auch schon wieder 10 Jahre auf dem Buckel hat, dürfte Metal Gear Solid Delta: Snake Eater viele neue Spieler:innen anlocken. Der perfekte Einstieg ins MGS-Universum also.
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So spielt sich Metal Gear Solid Delta: Snake Eater

Metal Gear Solid Delta: Snake Eater setzt aus spielerischer Sicht auf zwei Grundpfeiler: Stealth und Survival. Eine Mischung, die in der Form bis heute einzigartig ist. Allein hinter feindlichen Linien ist Snake komplett auf sich gestellt.
Screenshot aus Metal Gear Solid Delta: Snake Eater zeigt Snake mit Tarnung in einem Versteck.

Die richtige Tarnung erleichtert das Vorgehen merklich.

© Konami

Der Magen will durch Schlangenfleisch, Pilze, Früchte und vieles mehr gefüllt werden, Verletzungen wollen selbstständig versorgt werden (jede Wehwehchen bedarf dabei einer individuellen Behandlung). Denn: Nur wer alle Wunden teilt, kann ohne zu zittern zielen und seine volle Energie regenerieren. Die Überlebens-Mechaniken waren schon damals so komplex, dass sie viele waschechte Survival-Games ziemlich alt aussehen ließen.
Doch auch hinsichtlich der Schleichelemente geht Snake Eater eigene Wege. Da ihr in einem lebendigen Urwald unterwegs seid, spielt die Tarnung eine wichtige Rolle. Beim Durchkämmen von Dschungelbasen, Höhlensystemen oder Bergstationen schlüpft ihr in passende Camouflage-Outfits und malt euer Gesicht an, was positive (oder negative) Auswirkungen auf euren Tarn-Index hat.
Klar: In einer dunkelgrünen Wald-Tarnung verschmilzt Snake im Dschungel nahezu komplett mit der Umgebung, während er in der weißen Schnee-Kluft schon aus der Ferne erkennbar ist.
Screenshot aus Metal Gear Solid Delta: Snake Eater

Masken und Gesichtsbemalung gibt's natürlich auch.

© Konami / Phil Briel

Aus spielerischer Sicht bietet euch Metal Gear Solid Delta: Snake Eater zahlreiche Freiheiten, denn es gibt nicht den einen richtigen Weg, das Spiel zu spielen. Heimlich schleichen? Einen Hinterhalt legen? Oder die direkte Konfrontation wagen? Alles möglich. Innerhalb der offenen Areale finden Spieler:innen, die die Augen offen halten, zahlreiche Abkürzungen, Geheimnisse und alternative Ansätze für das Vorankommen.
Besonders cool: Wie ihr vorgeht, welche Items ihr findet und was ihr verwendet hat dabei Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf und verändert sogar die Bosskämpfe. Einer der Gründe dafür, warum Snake Eater so gut gealtert ist. Hier entdeckt ihr auch nach dem dritten Durchspielen noch neue Geheimnisse.
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Metal Gear Solid Delta: Snake Eater - Ein Grafik-Traum

Screenshot aus Metal Gear Solid Delta: Snake Eater zeigt Snake beim Hängen von einer Brücke.

Dank Unreal Engine 5 sieht das Game beeindruckend aus

© Konami

Okay, aber was macht das Remake Metal Gear Solid Delta: Snake Eater denn nun so gut? Da wäre einerseits die Grafik, die absolut beeindruckend ausfällt. Nun muss man sich vor Augen halten, dass insbesondere Games der PlayStation-2-Ära nicht sonderlich gut gealtert sind.
Konami spendiert dem Survival-Stealth-Spiel daher einen komplett neuen Unterbau und verfrachtet das Geschehen in die Unreal Engine 5. Und diese schafft nicht nur eine unglaublich detailverliebte, lebendige Spielwelt, sondern generiert eines der grafisch beeindruckendsten Dschungel-Szenarien, die die Gaming-Welt gesehen hat.
Screenshot aus Metal Gear Solid Delta: Snake Eater.

Im dichten Dschungel will euch alles und jeder an den Kragen.

© Konami / Phil Briel

Ja, Metal Gear Solid Delta: Snake Eater sieht hervorragend aus. Das gilt nicht nur für die detaillierten Umgebungen, sondern auch für die hochauflösenden Charaktermodelle, Licht- und Spezialeffekte und überarbeitete Darstellung, die nun sogar Kampfspuren an Snakes Kleidung und Körper visualisiert. Dank butterweicher 60 fps flimmert das Geschehen nun zudem angenehm flüssig über den Bildschirm.
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Gameplay-Neuerungen und neue Modi

Aus spielerischer Sicht präsentiert sich Metal Gear Solid Delta: Snake Eater als exakte Adaption der Vorlage, bringt aber dennoch ein paar spannende Neuerungen mit sich, die dafür sorgen, dass das Gameplay sich zeitgemäßer spielt.
Screenshot aus Metal Gear Solid Delta: Snake Eater

Im neuen Stil spielt sich Snake Eater wesentlich moderner und dynamischer.

© Konami / Phil Briel

So entscheidet ihr zu zu Spielbeginn, ob ihr den Titel im klassischen Stil aus der Überkopfperspektive oder im neuen Stil aus der Third-Person-Ansicht erleben wollt. In Kombination mit der überarbeiteten Steuerung spielt sich das Abenteuer damit wesentlich moderner und fühlt sich frischer an.
Die frei bewegliche Perspektive verringert zudem den Schwierigkeitsgrad ein wenig, da ihr nun beispielsweise besser die Umgebung scannen, Gegner verfolgen oder potenzielle Nahrung am Waldboden entdecken könnt. Bewegungen und Manöver lassen sich nun merklich präziser und schneller ausführen, was dem Spielspaß spürbar zu Gute kommt.
Screenshot aus Metal Gear Solid Delta: Snake Eater zeigt Snake, versteckt in einem Baumstamm.

Metal Gear Solid Delta: Snake Eater

© Konami / Phil Briel

Das Gameplay mit seinen von einander losgelösten Arealen, Bosskämpfen und Umgebungen bleibt von der Frischzellenkur jedoch unangetastet. Im Kern ist Metal Gear Solid Delta: Snake Eater noch dasselbe Spiel wie vor 21 Jahren. Nur eben mit moderner Grafik und präziserer Steuerung - und noch mehr Spielspaß.
Mit 'Fox Hunt' wird es zudem einen brandneuen Multiplayer-Modus geben. Dieser rückt die klassischen Stealth-Mechaniken um Tarnung, Verstecken und Entdecken in den Fokus und soll sich spielerisch stark von klassischen Multiplayer-Shootern abheben. Konkrete Details sind aktuell aber noch Mangelware, denn Fox Hunt soll erst im Herbst 2025 als kostenloses Update nachgereicht werden.
Damit bleibt also genügend Zeit, die Kampagne von Metal Gear Solid Delta: Snake Eater durchzuspielen. Dabei kommen nicht nur Fans des Originals voll auf ihre Kosten, auch Serien-Neueinsteiger:innen dürfen sich über ein packendes, intensives und grafisch wie spielerisch beeindruckendes Schleichabenteuer freuen, was nicht ohne Grund als eines der besten Spiele aller Zeiten gilt.

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