Der ehemalige Tennisprofi Andrea Petkovic posiert für ein Porträt in Berlin, Deutschland.
© Christian Behring
Tennis

Andrea Petkovic verrät uns ihr Erfolgsgeheimnis auf dem Platz

In diesem ausführlichen Podcast vor dem ersten Tennis Grand Slam des Jahres verrät Andrea Petkovic die mentale Taktik, die sie auf dem Platz erfolgreich gemacht hat, und noch viel mehr.
Autor: Thomas Peeters
6 min readPublished on
Die ehemalige deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic ist der aktuelle Gast von Gastgeber Cédric Dumont im Mind Set Win-Podcast. Ihr faszinierendes Gespräch, das in voller Länge und ungeschnitten veröffentlicht wird, wird dich über eine Stunde lang mit interessanten Einblicken fesseln.
Petkovic erreichte in ihrer 16-jährigen Profikarriere, die 2022 nach den US Open zu Ende ging, die Top 10 der Weltrangliste und holte sieben WTA-Tour-Einzeltitel.
Ihr Fokus, ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Begeisterung für das Spiel, machten sie zu einer der beliebtesten und respektiertesten Spielerinnen ihrer Zeit. In ihrem Gespräch mit Dumont ließ sie jeden Aspekt ihres Lebens als Tennisspielerin Revue passieren.
Hör dir die Episode oben an oder lies weiter, um einige der Highlights zu erfahren.
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1. Der Rücktritt war wie ein Trauerprozess

Petkovic hängte ihren Schläger nach den US Open 2022 an den Nagel, dem gleichen Turnier, bei dem sich ihr Idol Serena Williams aus dem Sport verabschiedete. Die schwierige Entscheidung, sich im Alter von 34 Jahren zurückzuziehen, kam nach vielen Jahren des täglichen "Zermürbungskampfes" mit ihrem Körper und dem "Ignorieren" einiger Anzeichen.
"Es war sehr schwer, loszulassen", sagt sie. "Ich liebte Tennis immer noch, ich liebte es zu spielen und an Wettkämpfen teilzunehmen, aber mein Körper funktionierte nicht mehr so wie früher.
Petkovic beschreibt ihren Rücktritt als eine Art Trauerprozess, aber als er vorbei war, fand sie schnell die Freiheit, neue Möglichkeiten innerhalb des Sports zu erkunden, wie z. B. als Kommentatorin.
Die Tennisspielerin Andrea Petkovic verlässt den Platz während ihres letzten Spiels bei den US Open 2022.

Rücktritt für Petkovic war "wie ein Trauerprozess"

© Robert Prange/Getty Images

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2. Intensive Konzentration war ihre größte Stärke

Petkovic gibt offen zu, dass sie nicht die talentierteste Spielerin auf dem Platz war, aber sie glaubt, dass es ihre Fähigkeit war, sich während eines Spiels intensiv zu konzentrieren, die ihr geholfen hat, an die Spitze zu kommen.
"Meine größte Stärke auf dem Platz war mein Fokus und die Fähigkeit, vom ersten bis zum letzten Punkt immer gleich zu bleiben", sagte sie. "Tennis ist so ein psychologischer Sport, dass man Matches gewinnen kann, wenn man eine ausdauernde Kämpferin ist".
Diese mentale Stärke und die Fähigkeit, sich auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren - etwas, das sie auf dem Tennisplatz perfektioniert hat - hat ihr auch im täglichen Leben geholfen, bei allem, was sie sich vornimmt.
Meine größte Stärke auf dem Platz war mein Fokus
Andrea Petkovic
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3. Tennis ist ein Spiel der Strategie und Taktik

"Ich liebe es, dass Tennis ein strategischer Sport ist. Man muss mit einem Spielplan in ein Match gehen und diesen Plan manchmal spontan ändern", sagt Petkovic.
Die Fähigkeit, Probleme zu lösen, sich anzupassen und sich mitten im Match neu zu orientieren, wenn es nicht so läuft wie man will, ist eine wichtige Voraussetzung für dauerhaften Erfolg. Petkovic verrät, dass sie dies schon früh verinnerlicht hat. Schon als Juniorin saß sie am Spielfeldrand, machte sich Notizen und analysierte die Schwächen ihrer Gegnerinnen.
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4. Mentale Stärke kann kultiviert werden

Petkovic erinnert sich, dass sie als Juniorin vor Spielen in der Umkleidekabine weinte, weil sie nervös war, wie es ausgehen würde. Sie war jedoch immer offen für Hilfe und neue Ideen von Fachleuten und lernte so, ihre Emotionen zu kontrollieren und mit dem Stress und den Anforderungen des Spielens in vollen Stadien auf der ganzen Welt umzugehen.
"Auch wenn dein Körper wegen etwas ausflippt, kannst du im Kopf ruhig und gelassen bleiben, wenn du es übst", erklärt sie. "Alles, was mit mentaler Stärke zu tun hat, kann geübt werden."
Petkovic blieb stets vom ersten bis zum letzten Punkt konzentriert

Petkovic blieb stets vom ersten bis zum letzten Punkt konzentriert

© Phil Pham / Red Bull Content Pool

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5. Sie versuchte, ihr Idol Serena Williams zu imitieren

"Serena hatte so viel Leidenschaft und spielte so kraftvolles und intelligentes Tennis. Sie war mein Idol."
Ich merkte, dass nachdem ich Serena beobachtet habe, sie imitieren wollte.
Andrea Petkovic
Der amerikanische Superstar hat den Tennissport revolutioniert und in seiner glanzvollen Karriere 23 Grand Slam Titel gewonnen. Petkovic beobachtete Williams genau und ließ sich von ihrem Konkurrenzdenken inspirieren, ihrer Bereitschaft, jedem einzelnen Ball nachzujagen und ihrer Weigerung, bei jedem Punkt aufzugeben. Diese Eigenschaften versuchte sie in ihren eigenen Stil auf dem Tennisplatz zu übernehmen.
"Ich hatte nicht ihr Talent, aber ich versuchte, auf dem Platz so leidenschaftlich zu sein wie sie", erklärt sie. "Das habe ich gemerkt, als ich sie beobachtet habe. Ich habe versucht, sie zu imitieren und eine ähnliche Konkurrentin auf dem Platz zu werden."
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6. Tennis kann auch einsam sein und zu Wahnvorstellungen einladen

Petkovic erzählt, dass Tennis manchmal ein einsamer Sport sein kann, wenn man lange Zeit von zu Hause weg ist und alleine auf dem Platz steht, ohne dass man sich hinter jemandem verstecken kann. Sie scherzt, dass enge Teammitglieder, auch wenn sie vielleicht Freunde sind, letztendlich dafür bezahlt werden, Zeit mit dir zu verbringen.
Die Deutsche glaubt auch, dass Spielerinnen und Spieler während des unerbittlichen Turnierplans manchmal fast wahnhaft werden können, denn selbst wenn du schlecht spielst und ständig verlierst, musst du das vergessen und in deinem Kopf glauben, dass nächste Woche alles anders sein wird.
"Tennis lädt dich dazu ein, dich selbst auszutricksen und fast wahnhaft zu sein", sagt sie. "Du kannst jede Woche verlieren, aber gleichzeitig hast du jeden Montag eine neue Chance."
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7. Den totalen Flow-Zustand finden

Tennisspielerin Andrea Petkovic bei den Australian Open 2011.

Petkovic war bei ihrem Sieg über Sharapova im Flow

© Cameron Spencer/Getty Images

Eines der herausragendsten Ergebnisse in Petkovics Karriere kam 2011 in der vierten Runde der Australian Open. Als sie gegen die mehrfache Grand Slam Siegerin Maria Scharapova antrat, klappte alles von dem Moment an, als sie den Platz betrat und einen atemberaubenden 6:2, 6:3 Sieg errang.
Sie nutzte die lautstarke Atmosphäre des Publikums als weißes Rauschen, um alles aus ihrem Kopf auszublenden, und fand fast augenblicklich zu ihrem Flow. So sehr, dass sie beim Matchball so vertieft war, dass sie nicht einmal merkte, dass sie gewonnen hatte!
"Mein ganzer Körper war in voller Alarmbereitschaft, als ich rausging", erinnert sich Petkovic. "Ich war vom vierten Punkt an in der Zone und habe nie geschwankt.
"All die Jahre der Übung und des Trainings erreichten ihren Höhepunkt in diesem einen Match, in dem alles aus mir herausfloss. Ich habe einfach getan, was ich wollte und war im Moment.
Ich war vom vierten Punkt an in der Zone
Andrea Petkovic
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8. Eine Analyse der "Big 3" im Männerspiel

Dominic Thiem und Stefanos Tsisipas bei Red Bull Bassline 2023

Dominic Thiem und Stefanos Tsisipas bei Red Bull Bassline 2023

© Charly López / Red Bull Content Pool

Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic sind zweifelsfrei drei der größten Tennisspieler aller Zeiten. Da sie in der gleichen Ära spielten, werden ihre Spielstile, Trophäensammlungen und Persönlichkeiten auf dem Platz ständig verglichen.
Nachdem sie sie aus nächster Nähe beobachtet hat, hat Petkovic ihre eigenen Vorstellungen davon, was sie alle drei zu den ganz Großen der Geschichte macht. "Ich glaube, es gibt drei verschiedene Arten von Sportlern, und bei ihnen haben wir alle drei", sagt sie.
"Federer spielt aus Liebe zum Spiel, Nadals Motivation ist seine Angst vor dem Verlieren und Djokovic bezieht seine Energie aus den Zweifeln der Leute und will ihnen das Gegenteil beweisen."
Hör dir die Folge an, um weitere Einblicke und Analysen von Petkovic über die "Big 3" des Männersports zu erhalten!
Weitere Informationen - einschließlich einfacher Übungen für zu Hause - findest du in Mind Set Win.

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Cédric Dumont

A vastly experienced skydiver and BASE jumper, Belgium's Cédric Dumont is always travelling the world in search of new adventures.

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