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Nintendo 64: Die beste Mehrspielerkonsole
Was die 20 Jahre alte N64 besser kann, als PS4, Xbox One und Wii U
Multiplayer ist nicht gleich Multiplayer. Es macht einen großen Unterschied, ob man während einer gemeinsamen Spielsession nur per Sprachchat kommunizieren, oder direkt nebeneinander sitzen kann. Letzteres ist bestimmt die intensivere und schlichtweg lustigere Erfahrung. Schadenfreude und Leid kommen bei direktem Augenkontakt und Schubsern zwischen Freund/Widersacher, einfach unendlich besser zur Geltung.
Je älter wir werden, umso seltener haben meine Freunde und ich die Gelegenheit, uns zu viert am Wochenende vor einer Konsole zu versammeln. Die ehemals gängigen Zockernächte sind so rar geworden, dass wir äußerst genau darauf achten, was gespielt wird. Schließlich will diese wertvolle Zeit zusammen gänzlich ausgekostet werden.
Denn für uns ist klar: Wenn es um Multiplayer geht, kann der Nintendo 64 keine andere Konsole das Wasser reichen. Trage ich eine Nostalgiebrille? Nein.
Gründe dafür sind zahlreich, wie einfach zu verstehen. Etwa in der Grundfunktionalität des Systems.
Wie erwähnt, ist die Zeit bei diesen heiligen Sessions kostbar. Wir möchten uns hinsetzen und spielen. Ein einfacher Wunsch, den moderne Konsolen nicht erfüllen können, aber die „64er“ schon. Wir wählen das Game, schalten ein und los geht‘s. Keiner von uns will eine Stunde (Internetanschluss in Niederösterreich) warten müssen, bis die Konsole ein unerwartetes Softwareupdate erledigt hat. Häufige Patches, die bei gängigen Spielen locker mehrere Gigabyte groß sind, wären der Tod eines solchen Abends. Diese Stimmungskiller haben wir nicht zu fürchten. Nicht nur, dass sich keiner auf der Nintendo 64 mit einem Account oder Gastaccount einloggen muss, um Daten mit Servern zu synchronisieren; obendrein hat diese „altmodische“ Kiste aufgrund ihres Modulsystems keine (ganz genau: keine!) Ladezeiten.
Die Ausrichtung, macht die 64er zum System unserer Wahl. Nintendo hat mit ihr eine pure Multiplayerkonsole geschaffen. Vier Controlleranschlüsse waren damals wie heute nicht bloß ein markantes Hardwarefeature, sondern ein Zeichen für Gamer wie Entwickler: „Hier.können.vier.Leute.gemeinsam.spielen.“
Fast logisch, dass viele der produzierten Spiele auch vier Controller gleichzeitig unterstützen. Für Playstation- und Xbox-Besitzer ist der Begriff Splitscreen etwas Exotisches geworden. Es gibt nur wenige Games, die offline mehr als einen, geschweige denn zwei Spieler gleichzeitig zulassen.
(Anmerkung: Auf Xbox 360 konnten wir Call of Duty noch zu viert spielen, auf Xbox One ist diese Funktion gestrichen worden).
Der geteilte Bildschirm ist tot. Eigentlich eine bizarre Entwicklung, wenn man bedenkt, dass zur Blütezeit der 64er, gängige Bildschirme gut 70% kleiner waren, als heute.
Für unsere Spielesessions kommen eine Reihe von kompetitiven Games in Frage. Darunter selbstverständlich 007: Goldeneye, Mario Kart 64, Diddy Kong Racing, Star Fox, Smash Bros, Mario Party oder Snowboard Kids, das verkannte Juwel der 64er-Schatzkiste. Versammelt vier Leute in einem Zimmer vor einem dieser Spiele und kein Auge bleibt trocken. Garantiert. Es wird geschrien, geweint, gelacht und getobt, während die Stunden wie Sekunden verfliegen.
Grafisch reißen sie selbstverständlich keinen vom Hocker.
Vielmehr sind Umfang, Abwechslung und spaßiges Gameplay die Dinge, welche diese Titel zu zeitlosen Klassikern gemacht haben. Ihr größter gemeinsamer Nenner ist auch das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu modernen Games. Sie sind einfach zu begreifen und stützen sich auf simple Mechaniken. Es ist keine ewig lange Einführungszeit von Nöten und man findet auch nach mehrwöchigen Pausen schnell ins Spiel. Kurz: Man muss kein Pro sein, um zu gewinnen. Man muss kein Pro sein, um Spaß am Spiel zu haben.
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