Der Schweizer MTB-Athlet testet das neue Scott Spark RC
© SCOTT/Gaudenz Danuser
MTB

Schnell und elegant: Das ist das neue Spark RC XCO-Bike von Scott-SRAM

Kate Courtney und Nino Schurter bekommen eine brandneue Waffe zur Verfügung gestellt, wenn sie sich im World Cup mit der Konkurrenz messen. Wir werfen einen genauen Blick auf das neue XCO-Bike.
Autor: Rajiv Desai
5 min readPublished on
Das Scott Spark RC ist seit seinem Debüt im Jahr 2008 erfolgsverwöhnt. Nino Schurter hat bei mehreren Weltmeisterschafts- und World Cup-Siegen darauf gesetzt, während Kate Courtney auf dem Damen-Äquivalent, dem Contessa Spark RC, 2019 ebenfalls einige Triumphe einfahren konnte.
Die Weiterentwicklung von Bikes ist immer in Bewegung, die auch von der aktuellsten Ausführung des Scott Spark RC nicht Halt macht. Wir werfen einen ganz genauen Blick auf die Neuerungen, mit denen Schurter und Lars Forster die neue Saison des Mercedes-Benz UCI Cross-Country Mountainbike World Cup bestreiten.
Ein Bild der 2022er-Version des Scott Spark RC.

Mit diesem Modell sind wir bei der 4. Generation des Scott Spark RC

© Scott

Ein Bild auf das auf Damen zugeschnittene Contessa Spark RC.

Wie das Spark RC wurde auch das Contessa Spark RC upgedated.

© Daniel Geiger

Vor dem Rennen in Leogang, Österreich, haben wir uns mit Yanick Gyger, dem Mechaniker von Scott-SRAM getroffen, um alle Details über das neue Spark RC-Modell und das Set-Up von Schurter in Österreich zu erfahren.

Es ist ein Full-Suspension-Bike. Aber wo ist der Hinterrad-Dämpfer?

Auf den ersten Blick ist auffällig, dass es so scheint, als hätte das Spark RC keinen Hinterrad-Dämpfer. Tatsächlich gibt es einen solchen aber - er ist nur nicht sichtbar. Er ist im Rahmen untergebracht, womit das Bike auf eine einzigartige Philosophie in der Cross-Country-Szene setzt.
Kate Courtney fährt das neue Contessa Spark RC.

Kate Courtney auf ihrem Contessa Spark RC

© SCOTT / Kifcat

Auch die Verkabelung der Bremsen und der Gangschaltung sind im Rahmen untergebracht, womit das Bike mit einer fabelhaften Ästhetik daherkommt. Daneben entstehen mit dieser Herangehensweise einige Vorteile: Kein Dirt oder Schlamm beeinträchtigt den Dämpfer und die Kabel, während der zusätzliche Platz dafür sorgt, dass die Athleten zwei Wasserflaschen unterbringen können. Der Rahmen ist außerdem super-leicht: Er wiegt nur 1,870 Kilogramm.
"Alles ist optimal integriert. Es ist ein Bike, das ziemlich gut aussieht", erklärt Gyger, während er uns das Bike vorstellt.

Wie kommst du an den Hinterrad-Dämpfer, wenn er doch verbaut ist?

Eine Frage stellt sich nun: Wie lässt sich der Dämpfer einstellen, wenn er verbaut ist? Gyger erklärt, dass der Zugang über eine Luke im Rahmen gegeben ist, womit es einfach ist, Kompression, Druck und dergleichen einzustellen.
Zugang zum Hinterraddämpfer im neuen Scott Spark Contessa.

Der Zugang zum Hinterrad-Dämpfer.

© Daniel Geiger

Wie bei den Vorgängermodellen, ist auch in der neuen Version das Scott TwinLoc-System im Einsatz, während sich das Scott-SRAM-Team mit RockShox zusammengetan hat, um das Spark RC mit Dämpfer zu versorgen.
Die Luke schützt den Dämpfer beim neuen Contessa.

Die Luke schützt den Dämpfer.

© Daniel Geiger

Mit TwinLoc ist dem Rider die Möglichkeit gegeben, das Feder-Setup aus drei verschiedenen Modi selbst zu wählen: "Descend", "Traction Control" und "Lockout". Jeder Modus verändert die Art und Weise, wie sich ein Bike anfühlt, was wiederum bei den vielen Anforderungen, die ein World Cup-Track stellt, ein Vorteil sein kann. Auf das TwinLoc-System können die Rider über einen Schalter am Lenker zugreifen.
"Jene Rider, die kein TwinLoc haben, müssen einen Kompromiss eingehen, wenn sie ihr Federwerk einstellen. Mit dem Spark RC bekommen unsere Athleten mehr Flexibilität an die Hand", meint Gyger.

Saubere Linienführung am Cockpit

Scott Spark Lenkstange im Detail.

Das Spark kommt mit neuer Fraser iC SL-Lenkstange daher.

© Bartek Wolinski/@wolisphoto

Das neue Spark hat außerdem eine völlig überarbeitete Fraser iC SL-Lenkstange und eine Vorbau-Kombo von Syncros verbaut. Das Design des Lenkers passt sich perfekt an die geschmeidigen Linien des Spark an. Auch hier erlaubt es die Form, dass die Verkabelung im Inneren untergebracht werden kann. Insgesamt setzt das Spark auch hier auf ein minimalistisches, aber funktionales Design.
Scott Spark Vorbau im Detail.

Die Kabeln verschwinden im Vorbau.

© Bartek Wolinski/@wolisphoto

Geometrie

Eines der Hauptziele beim Design des Bikes bestand darin, den Rahmen sowohl vorne als auch hinten auf 120mm Federweg auszurichten. Gyger ist fest davon überzeugt, dass Scott damit ein Meilenstein gelungen ist, dem andere Hersteller folgen werden. Das Spark bietet einen Steuerkopf-Winkel von 67,2 Grad, der um bis zu 0,6 Grad angepasst werden kann. Alles am Bike ist an der Front ausgerichtet, womit es wunderbar stabil zu fahren ist.
Lars Forsters Scott Spark RC World Cup AXS, wie es in Leogang 2021 zum Einsatz kam.

Scott Spark RC World Cup AXS

© Bartek Wolinski/@wolisphoto

Laufräder und Reifen

Scott hat sich dieses Mal dazu entschieden, auf Syncros-Produkte zu setzen. Schurter wird in dieser Saison deshalb mit einem Syncros Silverton SL-Laufradsatz an den Start gehen.
Syncros Laufräder auf dem Scott Spark Bike.

Die atemberaubenden Laufräder von Syncros.

© Bartek Wolinski/@wolisphoto

"Sie sind aus Karbonfaser gefertigt und super-steif. Sie geben dem Athleten die optimale Beschleunigung", fügt Gyger hinzu.
In der Reifenwahl ist sich Gyger noch unsicher, am wahrscheinlichsten ist aber, dass sie beim Maxxis Aspen landen. Schurter fährt üblicherweise mit einem Reifendruck von 1,2 Bar an der Front und 1,25 Bag im Hinterreifen.

Antriebsstrang

Scott setzt hier durch und durch auf SRAM EAGLE AXS. Schurter ist bekannt dafür, die größten Kettenringe, die es für sein Modell gibt, zu verwenden. Er wird mit einem Kettenring mit 38 Zähnen unterwegs sein, während seine Kettenblattgarnitur einen Power-Meter integriert hat. Manchmal verwendet Schurter auch einen Kettenring mit 40 Zähnen, auf die nur Scott-Athleten zugreifen können.
Power-Meter auf dem Scott Spark Bike.

Power-Meter werden für Athleten immer wichtiger.

© Bartek Wolinski/@wolisphoto

Gyger meint dazu: "Power-Meter werden für die Athleten immer wichtiger. Nino verwendet ihn manchmal in einem Rennen, um Daten zu sammeln und zu erfahren, was passiert. Der SRAM-Power-Meter, der im Bike integriert ist, ist unglaublich leicht."
Auch bei den Bremsen bleibt Schurter bei SRAM-Produkten. Die Bremsscheibe am Hinterrad beträgt 160mm, während an der Front eine 180mm-Scheibe verbaut ist.
Die Bremsschreibe auf Lars Forsters Scott Spark 2021 im Detail.

180mm-Scheibe an der Front.

© Bartek Wolinski/@wolisphoto

"Nachdem die Strecken immer anspruchsvoller und technischer werden, müssen wir den Athleten die Möglichkeit geben, noch später zu bremsen", erklärt Gyger.

Die absenkbare Sattelstütze

Schurter war einer der letzten Cross-Country-Athleten, der sich an eine absenkbare Sattelstütze gewöhnt hat. Mittlerweile kann man aber sagen, dass er vollständig konvertiert ist. Abhängig von der Strecke entscheidet er vor jedem Rennen, ob er eine einsetzt oder nicht. Fällt seine Entscheidung darauf, dann liefert ihm Rockshox eine Sattelstütze mit 100mm Federweg, der über einen speziell angebrachten Knopf - in Schurters Fall am linken Grip der Lenkstange - gesteuert wird.
Absenkbare Sattelstütze auf dem Scott Spark Bike.

Absenkbare Sattelstützen sind mittlerweile ein integraler Bestandteil.

© Bartek Wolinski/@wolisphoto

"Nino fühlt sich so am wohlsten, da er so seinen Daumen nicht anheben muss", erzählt Gyger. "Er hat den Knopf gerne im Griff."

Vollständige Ausstattung - Scott Spark RC

  • Gabel: RockShox SID Ult. RD3 120mm
  • Hinterrad-Dämpfer: RS Nude 5 RLC3, 120mm, TwinLoc
  • Federsystem: Scott TwinLoc
  • Lenker und Vorbau: Syncros Fraser iC SL
  • Sattelstütze: RockShox Reverb AXS
  • Sattel: Syncros Tofino 1.0
  • Grips: Syncros Foam
  • Pedale: HT Components M1T
  • Hintere Kettenschaltung: SRAM XX1 Eagle AXS
  • Schaltung: SRAM XX1 EAGLE AXS
  • Kurbelsatz: SRAM EAGLE
  • Kassette: SRAM 10-50
  • Bremsen: SRAM Level Ultimate Blackbox
  • Laufräder: Syncros Silverton SL 29"
  • Reifen: Maxxis Aspen

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