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MTB Cross-Country-101: Offroad-Radfahren mit einer Prise Chaos

Cross-Country-Mountainbiking ist der perfekte Sport, um im Freien abzuschalten. Wir haben uns mit XCO-Pro Emily Batty unterhalten und den ultimativen Guide für dich parat.
Autor: Tom Ward
7 min readPublished on

Cross-country: Eine Kurzversion

Einfach gesagt ist Cross-Country-Mountainbiking eine Disziplin, in der es darum geht, auf hartem und rauem Terrain gegen mehrere Gegner (manchmal bis zu 100 Athleten) ein Rennen zu bestreiten. Dabei führt dich dein Weg in Wälder, über felsige Anstiege, wurzelige Abfahrten und schnelle Single-Track-Trails.
Technik spielt im Vergleich zu Downhill und Enduro eine eher geringere Rolle, womit XCO-Mountainbiking die perfekte Möglichkeit bietet, um in den Sport einzusteigen.
Das Teilnehmerfeld des UCI XCO-World Cups 2020 in Nove Mesto, Tschechien.

Cross-County-Mountainbiking ist sehr zugänglich.

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

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Die Entstehungsgeschichte

Mountainbikes sind im Bike-Design relativ neu, womit es auch die Rennen noch nicht so lange gibt. Schon seit den 1890er-Jahren sind Fahrradfahrer auf Off-Road-Strecken unterwegs gewesen, aber die Entwicklung von Mountainbikes mit eigenem Rahmen, eigener Reifengröße und Geometrie kam erst Mitte der 1970er-Jahre so richtig ins Rollen. Das erste jemals abgehaltene Cross-Country-Event fand 1978 in Colorado statt. Die Strecke war 60 Kilometer lang und führte von Crested Butte weg bis nach Aspen.
In den Jahren darauf entwickelten sich Mountainbikes permanent weiter, bis zum ersten Mal die Federung in der Front-Gabel untergebracht wurde, womit auch ein Befahren von härteren Strecken möglich war. Immer mehr Rider widmeten sich dem Sport, womit die UCI Mountainbiking im Jahr 1990 endlich anerkannte. Die Popularität stieg ständig an - und das auf globaler Ebene.
Emily Battys Canyon Mountainbike, das sie in Nove Mesto, Tschechien, im Mai 2021 fuhr.

Emily Battys Bike - eine moderne Wunderwaffe.

© Bartek Woliński

Batty selbst startete mit dem Biken im Alter von 10 Jahren gemeinsam mit ihren Brüdern und von da an ging es für sie steil bergauf. Als vielversprechende Juniorin nahm sie 2005 zum ersten Mal an der Weltmeisterschaft teil und heute gehört sie im XCO World Cup zu den ganz großen Athletinnen. Erst kürzlich holte sie sich ihren vierten Titel im Canadian National Championship 2019.

Wie dürfen wir uns ein XCO-Rennen vorstellen?

Ein typischer World Cup-Track, wie er von der UCI vorgegeben ist, ist 4 bis 5 Kilometer lang. Die Athleten fahren darauf, abhängig vom Geschlecht, fünf oder sechs Runden, womit Rennen etwa eine Stunde und 20 Minuten dauern. Angst davor, etwas zu verpassen, musst du nicht unbedingt haben. Batty schätzt, dass bei den meisten Events von jedem Punkt zumindest 60 % einsehbar sind, womit du alles immer gut im Blick hast.
Naturgemäß haben wir es hier mit einem hektischen und auslaugenden Sport zu tun. "Du musst 90 Minuten lang alles geben", erzählt Batty. "Wir fahren mit einer Herzfrequenz von 90 bis 98 Prozent unsere Rennen. Der Konkurrenzkampf ist groß. Fitness und die Kontrolle über das Bike sind wichtig, aber auch die Mechanik spielt eine große Rolle. Du musst möglichst schnell von A nach B kommen, ohne mechanische Probleme - das ist herausfordernd!"
Doch nicht alles dreht sich um die Hardware. "Ich glaube, XCO gehört mental zu den anstrengendsten Sportarten, da du so viel Zeit hast nachzudenken", erklärt sie weiter. "Du kommst nur selten in diesen Flow. Du bekämpfst deine Gedanken, während du das gesamte Rennen über auf deinem Maximum bist."
Mathieu Van der Poel beim UCI XCO World Cup 2019 in Albstadt, Deutschland.

Im Cross-Country musst du ans Limit gehen.

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Bei einem XCO-Event, das nicht auf World Cup-Level ausgetragen wird, treten Rider mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten an, womit jede Altersgruppe vertreten ist. Spannung und individuelle Herausforderungen sind damit gleich in mehrfacher Hinsicht gegeben.
Wenn sie dem Sport treu bleiben, steigen erwachsene Athleten in die Sport-, Senior- und Expert-Kategorien auf. Am Ende stehen dann in der Elite die Besten der Besten - darunter auch Batty. Gelingt es einem Rider, in den Elite-Rang vorzustoßen, besteht das Hauptaugenmerk darin, World Cup Rennen auf der ganzen Welt zu bestreiten.
"Die World Cup-Events haben sich in den letzten 10 Jahren maßgeblich verändert", zeigt sich Batty enthusiastisch. "Wir haben in den letzten drei Jahren einen konsistenten Standard gesehen und es ist ein sehr publikumsfreundlicher Sport."
Pauline Ferrand-Prévot beim UCI Weltcup 2019 in Lenzerheide, Schweiz.

Die Schweiz liebt Cross Country-Racing

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Ich möchte es versuchen. Was brauche ich dazu?

Die gute Nachricht: Du musst nicht in ein teures Bike investieren, um damit zu beginnen.
"Wenn du gerade erst in Cross-Country einsteigst, versuche etwas zu finden, das noch nicht zu anspruchsvoll ist", rät Batty. "Es gibt üblicherweise einige lokale Rennen. Diese kannst du besuchen und mit den Athleten dort sprechen."
Willst du dich beständig weiterentwickeln, solltest du dann dein altes Mountainbike mit einem Modell tauschen, das sich besser für das Rennfahren eignet. Normalerweise wiegen Cross-Country-Bikes zwischen 7 und 16 Kilogramm, womit sie zu den leichtesten Mountainbikes überhaupt gehören. Hardtail-Mountainbikes sind die Norm, aber Full-Suspension-Bikes werden von den Profis meist bevorzugt. Die Reifengröße ist in den letzten Jahren von 26" auf 29" angestiegen.
Zudem musst du etwas aufrechter auf dem Bike sitzen als auf einem Asphalt-Rad, um durch das raue Terrain zu kommen. Natürlich brauchst du einen Helm, das ist - sofern du nicht Downhill fahren willst - aber auch schon ausreichend.
Emily Batty  performt beim UCI Cross-Country World Cup 2021 in Albstadt, Deutschland.

Die Ausrüstung im XCO erinnert an das klassischen Rennradfahren.

© Bartek Woliński

Ein Trickwörterbuch

Nachdem XCO ein Rennsport ist, liegt das Hauptaugenmerk nicht unbedingt auf den Tricks. Im BMX-Freestyle ist das beispielsweise ganz anders. Stattdessen sind das Handling und die Taktik sehr viel wichtiger.
"Die Strategie ist ein wichtiger Part des Ganzen", stimmt Batty zu. "Eine besondere Rolle kommt dem Start zu, wo du dich gut platzieren willst. Bist du ein paar Minuten nach dem Start in einer schlechten Position, hängst du in der Single-Track-Passage fest. Wenn du im Rennen eine gute erste Runde fährst, ist das großartig!"
Start des Herrenrennens beim UCI World Cup 2021 in Nove Mesto, Tschechien.

Ein guter Start ins Rennen und eine gute Positionierung sind essenziell.

© Bartek Woliński

Im Rennen solltest du also vor allem auf die ersten Sekunden achten. Es kommt oft vor, dass genau das das weitere Rennen und letztlich das Endergebnis bestimmt.
Das bedeutet aber noch lange nicht, dass das eine Garantie für den Erfolg ist. Wie Batty herausstreicht, bewerten Cross-Country-Athleten permanent das Rennen und die Wetterbedingungen, während sie unterwegs sind, womit sich die Position schnell verändern kann. Gerade in der letzten Runde kommen auch Taktiken aus anderen Radsport-Disziplinen ins Spiel.
"Viele Taktiken aus den klassischen Radrennen auf Asphalt werden in der letzten Runde ausgegraben. Du versuchst zu kalkulieren, ob dir genügend Platz übrig bleibt, um die anderen Rider zu überholen", meint Batty weiter. "Du denkst an den Wind und das Wetter, um zu entscheiden, ob du an jemanden links oder rechts vorbeifährst. Es gibt all diese Elemente, die du miteinbeziehen musst, während wir permanent festlegen, auf welche Position wir abzielen."
Taktik und psychologische Spielchen sind ein zentraler Bestandteil von XCO.

Taktik und psychologische Spielchen sind ein zentraler Bestandteil von XCO.

© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Wen solltest du auf der Rechnung haben?

Nun weißt du also, worauf du achten musst. Aber wen unter den Profi-Athleten solltest du im Blick behalten?
"Es gibt einige großartigen Red Bull-Athletinnen und es ist tatsächlich so - jeder in den Top-12 könnte im nächsten Rennen die Siegerin sein", erklärt Batty. "Energie ist hier alles!"
Drei Rennfahrerinnen sind hier besonders hervorzustreichen:
"Sie hat definitiv gezeigt, dass sie hier ist, um zu bleiben. Sie hatte ein fabelhaftes Jahr 2019, wenn sie also das Level auch heuer bringt, wäre das gut für ganz Amerika. Es ist großartig für Kanada und die USA, mit den Europäerinnen mithalten zu können."
"Sie ist eine Athletin aus der Ukraine. Vor eineinhalb Jahren hat sie sich die Hüfte gebrochen. Wenn sie wieder in Form ist, liefert sie ein wahres Feuerwerk ab."
"Evie ist eine ehamlige Teamkollegin. Sie ist eine Maschine. Es kam nicht überraschend, dass sie 2020 einige XCC Short-Track-Rennen gewonnen hat. Sie muss man unbedingt auf der Rechnung haben, so viel ist sicher."
Kate Courtney und Evie Richards fahren bei UCI XCC-Rennen 2020 in Nove Mesto, Tschechien.

Kate Courtney und Evie Richards – die nächste Generation im Cross-Country.

© Bartek Woliński

Wo kann ich mehr sehen?

Du hast nun Lunte gerochen und willst dir die Renn-Action nicht entgehen lassen?
"Red Bull TV überträgt die gesamte World Cup-Serie live, also kannst du dir dort alle Rennen ansehen", streicht Batty heraus. "Sie produzieren hervorragende Pre-Show; es geht nicht mehr nur um das Event. Du schaltest ein und siehst 30 Minuten lang Interviews und Storys, die vor dem Rennen passieren. Damit holst du dir ein noch immersiveres Erlebnis."
Du bekommst damit mit jedem Rennen mehr Kontext und Farbe, während die Spannung vor dem Haupt-Event steigt. Batty empfiehlt auch, die Social-Media-Kanäle deiner Lieblingsfahrer zu abonnieren, um noch mehr Einblick in die individuellen Trainingsroutinen zu bekommen.

Teil dieser Story

WHOOP UCI Mountain Bike World Cup

Der Mercedes-Benz UCI Mountainbike Weltcup kehrt im Jahr 2021 mit 8 action geladenen Stopps zurück, darunter sechs Downhill- und sechs Cross-Country-Rennen.

71 Stopps

Kate Courtney

Mit zwei Cross-Country-Weltmeistertiteln in verschiedenen Disziplinen und einem Gesamtweltcup-Sieg bringt Kate Courtney die glorreichen Tage des US-amerikanischen Mountainbikens zurück.

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten

Evie Richards

One of the stars of cross-country mountain biking, Evie Richards is Great Britain's first elite MTB XCO World Champion and an overall XCC World Cup winner.

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