Brian Grubb auf seinem Wakeboard im Wadi El Hidan in Jordanien 2018.
© Farras Oran / Red Bull Content Pool
Wakeboarden

So gelingt der Ollie auf dem Wakeboard: Step-by-Step Anleitung

Damit der Ollie auf dem Wakeboard gelingt, braucht es den perfekten Mix aus Timing, Balance und Board-Gefühl. Mit diesem Guide schaffst du es, mit dem Wakeboard aufs nächste Level zu springen!
Autor: Natalie Hamingson
5 min readUpdated on
Du stehst sicher auf deinem Wakeboard und Kurven fahren fühlt sich an wie die einfachste Sache der Welt? Dann bist du jetzt bereit, den nächsten Schritt auf deinem Wakeboard zu wagen: Ollies machen!
Deinen ersten Ollie auf einem Wakeboard wirst du nie vergessen! Schließlich ist der Ollie einer der coolsten und wichtigsten Wakeboard-Moves und vor allem bildet er die Basis für ganz viele andere Tricks -- das weiß auch Wakeboarder Felix Georgii. Wir haben den ultimativen Step-by-Step-Guide, damit auch dir der Ollie auf dem Wakeboard gelingt!
Felix Georgii beim Wakeboarden in Deutschland im Jahr 2022.

Felix Georgii mit einem massiven Ollie in Deutschland

© Steffen Vollert / Red Bull Content Pool

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Vorteile beim Erlernen des Ollie

Wie du vielleicht schon weißt, stammt der Begriff "Ollie" eigentlich aus der Welt des Skateboardings. Die Schritte für den Ollie auf dem Wakeboard sind dem Ollie auf dem Skateboard deshalb auch sehr ähnlich: Pop, Sprung, Landung. Der wesentliche Unterschied? Du bist per Seil mit einem Boot oder einer Seilwinde verbunden und gleitest über das Wasser, und genau das bringt natürlich auch viele Unterschiede mit sich. Aber genau wie beim Ollie an Land ist auch der Ollie beim Wakeboarden so etwas wie der Basic-Trick, bevor du aufregendere und kompliziertere Moves lernst.
Der essenziellste Trick beim Wakeboarden ist der Ollie, oder auch Bunny Hop!
Das A und O für einen guten Ollie auf dem Wakeboard ist mit Sicherheit maximale Balance. Außerdem benötigt es perfekt getimte Fußarbeit sowie eine gute Gewichtsverteilung und Kontrolle. Beim Ollie wirst du erstmals mit dem Board in die Luft steigen, bevor du wieder auf der Wasseroberfläche landest. Nachdem du den Ollie gemeistert hast, warten Tricks wie der Heelside Frontside 180.
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Step-by-Step-Anleitung: So gelingt der Ollie auf einem Wakeboard

The wakeboarder ollies over a 6m drop

The wakeboarder ollies over a 6m drop

© Sam Strauss/Red Bull Content Pool

Grundhaltung und Position
Für den ersten Schritt stellst du dich parallel zur Innenseite der Welle auf dein Wakeboard. Fahre in deiner normalen Position, mit geradem Rücken und gebeugten Knien. Halte deine Schultern während des Ollies parallel zu deinen Knien. Das Seil hältst du etwa auf Hüfthöe, entweder mit beiden Händen oder nur mit deiner dominanten Hand. Für bessere Stabilität kann es hilfreich sein, einen Arm auszustrecken. Bei der Wahl der Handposition kommt es nur darauf an, was sich für dich besser und sicherer anfühlt.
Anfahrt und Timing
Brian Grubb mit seinem Wakeboard im Wadi El Hidan in Jordanien 2018.

Brian Grubb mit seinem Wakeboard im jordanischen Wadi El Hidan

© Daniel Deak Bardos / Red Bull Content Pool

Sobald du in Position bist, fährst du von der Welle weg, um deinen Ollie zu machen. Du solltest nicht zu lange damit warten, deinen Ollie zu poppen, da sich sonst zu viel Spannung im Seil aufbauen könnte. Die ideale Spannung des Seils - eine wichtige Wakeboard-Ollie-Technik - kann nur kurz nach dem Cut von der Welle erreicht werden.
Kompressionsphase
Um deinen Ollie nun zu poppen, drückst du das Tail des Boards nach unten, um eine Art Rampe für dein Board zu schaffen. Das sollte kein harter Push sein, sondern eher eine sanfte Rollbewegung zum Tail. Achte darauf, die Knie leicht gebeugt zu haben, damit du flexibel bleibst.
Pop und Sprung
Bei der Pop-and-Jump-Technik beim Wakeboarden verlagerst du dein Gewicht auf den hinteren Fuß und ziehst gleichzeitig den vorderen Fuß zur Nose des Boards. Für einen kraftvollen Snap stößt du dich mit dem hinteren Fuß ab, sobald du am Tail etwas Widerstand vom Wasser spürst. Das Ziel ist es, in der größtmöglichen Höhe das Board parallel in der Luft zu halten.
Die Bewegung ist superschnell, deshalb kann es hilfreich sein, sich im Vorfeld Ollie-Tutorials für Wakeboard-Anfänger anzusehen. So hast du eine gute Vorstellung im Kopf, bevor du den Ollie selbst ausprobierst.
Ausrichtung
Kajakfahrerin Vávra Hradilek und Wakeboarder Omeir Saeed zusammen im Wadi Adventure Park. Kajak und Wakeboard zusammen im Freestyle-Kanal

Ollie mit einem Tailgrab über Kajakfahrer – auch das geht...

© Alan Norton/Red Bull Content Pool

Nachdem du den Snap eingeleitet hast, sollte sich dein Board aus dem Wasser erheben und sich -- in maximaler Höhe -- parallel zum Wasser ausrichten. Dazu schiebst du den vorderen Fuß zur Nose. Sobald dein Board horizontal in der Luft steht, ist es wichtig, die Füße gerade zu halten und das Gewicht gleichmäßig zu verteilen.
Das Board nach unten bringen
Wenn dein Board wieder Richtung Wasser sinkt, halte deine Knie gebeugt, um den Impact bei der Landung abzufangen. Dazu solltest du deine Körpermitte anspannen, um perfekt ausgerichtet zu sein, wenn die Schwerkraft dein Board und dich selbst wieder nach unten zieht. Versuche, deinen Blick nach vorne zu richten -- nicht gerade nach unten.
Sauberes Landen
Um einen Ollie auf dem Wakeboard erfolgreich zu landen, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder landest du möglichst gerade und gleichmäßig, oder -- wie Experten raten -- leicht auf dem Tail und nicht ganz flach. So vermeidest du das Eintauchen der Nose und damit einen Sturzflug. Nach der Landung kannst du gleich wieder den nächsten Versuch starten, denn auch beim Wakeboarden gilt vor allem eines: Übung macht den Meister.
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Häufige Fehler und Fehlerbehebung beim Wakeboard-Ollie

Fahrer crashen beim Red Bull Cope'n'Waken.

Crash beim Red Bull Cope'n'Waken

© Esben Zøllner Olesen

Hier einige der häufigsten Fehler und Tipps zum perfekten Wakeboard-Ollie:
  • Den richtigen Schwung holen: Die perfekte Geschwindigkeit für einen guten Snap zu haben, geht nicht von heute auf morgen. Wenn du dich erst aufwärmen musst, versuche ein paar kleine Sprünge auf deinem Board, bevor du einen vollen Ollie machst. Das ist eine tolle Ollie-Trainingsübung für Wakeboarder, denn so bekommst du ein Gefühl dafür, wie sich dein Board in der Luft verhält.
  • Lifting statt Popping: Wakeboard-Anfänger versuchen oft, das Brett mit den Beinen aus dem Wasser zu heben. Das ist jedoch nicht dasselbe wie "poppen". Der Schwung, den du beim Herunterdrücken des Tails bekommst - das Poppen - ist das, was dir Airtime gibt. Je mehr du übst, desto besser wirst du.
  • Zu wenig Luftstand: Am besten fängst du mit niedrigen Ollies an, damit du Sprung- und Landetechnik verfeinern kannst. Wenn du dann zur nächsten Phase übergehst -- also höheren Ollies -- kannst du deine Arme als zusätzlichen Hebel einsetzen. Wenn du den Seilgriff beim Ollie zu dir ziehst, springst du höher.
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Hier macht Dominik Gührs den Ollie-Lehrer

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Ready für die nächste Wakeboarding-Challenge

Deinen ersten Ollie zu landen, ist leichter gesagt als getan. Es braucht den perfekten Mix aus Timing, Balance und einem ausgeprägten Board-Gefühl. Aber wenn du den Pop richtig hinbekommst und sauber landest, wirst du ein unbeschreibliches Glücksgefühl verspüren. Und dann bist du bereit, deinen nächsten Wakeboard-Trick zu lernen.

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Felix Georgii

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Dominik Gührs

Schädelbasisbruch als Karriere-Ende? Nicht mit Nik! Er macht die Wakeparks rund um den Globus unsicher und steigt zum mehrfachen Weltmeister auf.

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