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Düstere Samurai-Action im alten Japan: Onimusha ist zurück!
Eine alte Capcom-Reihe kehrt aus der Versenkung zurück. In Onimusha: Way of the Sword schnetzelt ihr euch in der Rolle von Miyamoto Musashi durch Dämonen im Kyoto der Edo-Periode.
Capcom hat ein starkes Jahr. Zum einen versorgen sie weiterhin Street Fighter 6 mit einer Welle aus neuen Inhalten und haben mit Resident Evil Requiem ein weiteres Brett in der renommierten Horror-Reihe abgeliefert. Doch auch abseits ihrer großen Reihen konnte das Studio aus Osaka punkten: Pragmata ist ein komplett neuer Titel abseits ihrer gesetzten Franchises. Und nun bringen sie mit Onimusha: Way of the Sword eine tot geglaubte Serie zurück.
23 Min
Jason Paul läuft auf der Geisterinsel Gunkanjima
Der dreifache Freerunning-Weltmeister Jason Paul läuft frei auf der verbotenen Geisterinsel Gunkanjima in Japan.
Nicht Oni meinen Handschuh
Onimusha wurde früher als “Resident Evil im alten Japan beschrieben”. Dieser Vergleich ist nicht ganz zutreffend, da der Titel wesentlich mehr in Richtung Action-Adventure geht als Capcoms Survival-Horror-Franchise. Was Onimusha aber in diesem Kontext mitbringt, ist ein wesentlich düsteres Szenario als andere Samurai-Games wie Ghost of Tsujima oder Rise of the Ronin.
Setting für Onimusha: Way of the Sword ist das Kyoto der späten Edo-Periode. Die gesamte Stadt versinkt in einer dunklen Materie mit dem Namen Miasma. Damit geht auch das Erscheinen zahlreicher Dämonen einher. Grund für diese Entwicklung sind die Tore der Hölle, die sich direkt unter der alten Hauptstadt Japans drohen zu öffnen.
Der Protagonist, ein Ronin mit dem Namen Miyamoto Musashi, wird mehr oder weniger in diesen Konflikt zwischen Ober- und Unterwelt hineingezogen. Nachdem der fähige, aber etwas eingebildete Schwertkämpfer nach einer Auseinandersetzung sein Leben lassen musste, wird ihm an den Toren zum Reich der Toten ein Handschuh an seine rechte Hand gepackt und zurück in die Welt der Lebenden geschickt. Dieser Handschuh gibt ihm eine zweite Chance, ist aber fix mit seinem Körper verwachsen, ihn zu entfernen würde bedeuten, sein Leben aufzugeben. In Kyoto erhofft er sich die Hilfe von Takamura Ono, der ein ähnliches Schicksal erleidet. Hier erfährt Musashi von dem Zustand der Stadt, der anstehenden Invasion der Dämonen und der Oni-Dame, die in seinem Handschuh lebt, und ihn dadurch mit Stärke versorgt. Alles, was er tun muss, ist Dämonen zu jagen und für seinen Taschen-Oni deren Seelen in dem Handschuh zu absorbieren. Dadurch erhofft er sich mehr Antworten zu bekommen und eine Möglichkeit zu finden, das parasitäre Kleidungsstück loszuwerden.
Ein echter "cooler Samurai"-Simulator
Das Kern-Gameplay von Onimusha ist dabei sehr Combat-lastig, immerhin ist es Musashis Ziel möglichst viele Dämonen zu erledigen. Das Kampfsystem ist dabei aber sehr methodisch und präzise. Es gilt gezielt Gegner mit Angriffen zu treffen, wenn ihre Deckung ein Loch hat, aber vor allem ist es wichtig, die zahlreichen defensiven Mechaniken des Spiels einzusetzen.
Musashi kann jeden Angriff mit seiner Klinge abwehren, solange er genug Ausdauer hat, geht diese nach zu vielen Attacken zu Grunde, bricht seine Kampfhaltung und erleidet einen schweren Treffer. Um das zu vermeiden, könnt ihr entweder Ausweichen, Parieren oder Kontern. Jede dieser Optionen bietet Vor- und Nachteile. Ausweichen bietet weniger Gefahr, getroffen zu werden, aber eine Parade gibt euch neben einer Öffnung zum Angriff auch noch eine Portion Ausdauer-Schaden an eurem Gegner. Denn dieser kann genau so einen kritischen Treffer kassieren, sollte dessen Ausdauer aufgebraucht sein.
Besonders spannend sind die riskanten Issen-Konter. Hier müsst ihr im exakten Moment, in dem euch eine Attacke trifft, selbst einen Angriff starten. Während ihr bei einer knapp verpassten Parade immerhin noch blocken könnt und bei einem Ausweichschritt ein großes Zeitfenster habt, ist diese Mechanik “High Risk, High Reward”. Die Chance das Timing zu verpassen und Schaden zu nehmen ist sehr hoch, aber wer die Technik meistert, zerlegt Dämonen mit teilweise einzelnen Angriffen.
Kämpfe in Onimusha: Way of the Sword werden so zu einem Tanz aus Offensive und Defensive. Besonders bei den beeindruckenden Bosskämpfen gilt es, deren Angriffsmuster zu verstehen und die dementsprechend mit geschickten Aktionen zu bestrafen. Der Titel ist dabei sehr fair, mit gut lesbaren Animationen und kaum Momenten, in denen man das Gefühl hat, man konnte nicht kommen sehen, was passiert. Sobald man erst einmal in diesen Fluss aus schnellen Angriffen und präzisen Kontern verfällt, fühlt man sich wirklich wie ein überlegender Schwertkämpfer. Die Power-Fantasy feuert hier aus allen Rohren. Wer allerdings blind Knöpfe drücken möchte und hofft, damit Erfolg zu haben, der wird an diesem Spiel keine Freude haben.
Dämonisch gute Unterhaltung
Japan-Fans werden einige Schauplätze des Titels wiedererkennen. Einige, geschlossene Stages spielen an bekannten Sehenswürdigkeiten von Kyoto, wie dem Kiyomizu-dera oder der Burg Nijo. Zwischen diesen instanzierten Abschnitten kehrt ihr immer wieder zu eurem Hub im Osten der Stadt zurück. Hier könnt ihr die Umgebung frei erkunden. Im Laufe des Spiels erweitert sich diese semi-offene Welt immer weiter. Hier gilt es dann nicht nur Tempel und Schreine zu säubern und Bosse zu klatschen, sondern auch kleine Nebenaufgaben für die Bevölkerung zu erledigen.
Als Belohnung winken euch Verbrauchsgegenstände, die ihr für Heilung oder Buffs einsetzen könnt, aber auch Materialien, die ihr neben den dämonischen Seelen für Upgrades nutzen könnt. Sowohl euer Schwert, eure Rüstung, als auch euer Handschuh werden so im Laufe eures Abenteuers verstärkt. Auch neue aktive und passive Fähigkeiten landen durch das Freischalten eines Talentbaums im Arsenal von Musashi.
Insgesamt bietet Onimusha: Way of the Sword mit seinem Mix aus Stage-basierten Abschnitten und der Erkundung von Kyoto ein gutes Pacing. Action, Erkundung und Story-Abschnitte halten sich dabei gut die Waage. Die Geschichte wird dabei gut erzählt und bietet einige epische Momente. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz. Allem voran natürlich der Protagonist, der mit seiner herrlich arroganten Art perfekt den zuvor erwähnten Combat-Loop unterstreicht. Für das volle Japan-Feeling empfehlen wir natürlich, die japanische Sprachausgabe zu nutzen.
Ein Fest für Kaidan-Fans
Onimusha: Way of the Sword ist ein kurzweiliger Ausflug in das von Dämonen überflutete Kyoto. Das Highlight des Titels ist das Kampfsystem. Nicht selten werdet ihr euch dabei erwischen, wie ihr nicht die Schnellreise-Funktion nutzt, nur um auf dem Weg von A nach B ein paar fiese Feinde aufzumischen. Gestützt wird dieser Umstand durch die großartigen Animationen. Gegner reagieren unterschiedlich auf eure Paraden und Musashi selbst verfügt über unterschiedliche Variationen seiner defensiven Aktionen, die je nach Situation und Position ausgeführt werden. Kämpfe sind dadurch extrem flüssig und man hat jederzeit das Gefühl den Sprüche klopfenden Schwertkämpfer unter Kontrolle zu haben.
Optisch bietet Onimusha das typische Capcom-Niveau. Aber vor allem der Art-Style mit seinen Anlehnungen an die japanische Folklore und die damit verbundenen Dämonen- und Monster-Designs sind absolute Hingucker.
Freunde von belohnenden Kampfsystemen und japanischer Kultur sind hier auf Wolke 7. Hier wird taktisches Gameplay mit einem Hang zur Defensive belohnt. Wer stylische Character-Action wie bei Devil May Cry erwartet, dem wird Onimusha allerdings zu methodisch sein. Insgesamt eine herausragende Samurai-Power-Fantasy in einem fantastischem Horror-Szenario.
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