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MTB-Frauen-Power in der Wüste: Die Highlights von Red Bull Formation
Erlebe das größte, rein weibliche MTB-Freeride-Event der Welt! Wir liefern dir die Höhepunkte von Red Bull Formation in Utah - angefangen beim Bau der Lines bis hin zur satten Rennaction.
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Die ersten Tage
Wenn die Sonne hinter den roten Felsen der Wüste im südlichen Teil von Utah untergeht, dann werden auch die Schaufeln und Bikes bei Red Bull Formation niedergelegt. Es beginnt jene Phase, in der die acht Athletinnen und ihre Crews den Tag noch einmal Revue passieren lassen. Eines wurde in den ersten Tagen an der Location aber klar: Ein Jahr, in dem die Athletinnen gezwungenermaßen pausieren mussten, hat den Hunger nach Mountainbiking nur vergrößert - und das zelebrieren sie mit dem Beginn einer neuen Ära des weiblichen Freeride-Mountainbikings!
Acht der besten Freeride-Athletinnen aus der gesamten Welt - darunter Hannah Bergemann, Camila Nogueira, Casey Brown, Chelsea Kimball, Jess Blewitt, Sam Soriano, Vaea Verbeeck und Vinny Armstrong - fanden sich ab 23. Mai an der Location in Virgin, die von den Organisatoren gewählt wurde, ein, um zunächst über die Fortschritte zu sprechen, die sie seit 2019, der letzten Austragung des jährlichen Events, gemacht haben.
Unterstützt werden die Teilnehmerinnen ein weiteres Mal von Teams, die sich aus den erfolgreichsten Action-Sport-Athleten der Welt zusammensetzen. Michelle Parker, Brooklyn Bell und Krystin Norman finden sich genauso darunter wie Lexi Dupont, Jaxson Riddle und Carson Storch. Sie bringen sich mit vielschichtigem Support aktiv ein.
"Die Strecke fällt in diesem Jahr etwas größer aus, womit sich eine Menge Optionen ergeben, mit denen wir arbeiten können", analysiert Bergemann, nachdem sie den Kurs näher betrachtet hat. "Zudem ist er um einiges länger, womit die Runs schwieriger werden, während wir kreativer an die Sache herangehen können. Mit diesem zusätzlichen Raum plane ich eine umfassendere Line. Wir haben heuer mehr Features dabei, darauf freue ich mich."
Mit Bedingungen, die aus einem Bilderbuch stammen könnten, war die Freude ab dem Zeitpunkt, an dem sie die Strecke betraten, groß. Sobald die Planungs- und Support-Sessions ihr Ende fanden, spazierten die Teilnehmerinnen und die Crews zur Location. Dabei gab es eine Menge Gelächter, während jede Athletin darüber nachdachte, wie sie den Track am besten attackieren könnte. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass das Event ein ganz besonderes wird.
"Jeder von uns hat nun eine konkrete Idee, wie sie an die Strecke herangeht", erzählt Bergemann nach der Streckenbesichtigung. "Im ersten Jahr waren wir uns nicht ganz sicher, worauf wir uns einlassen. Es war das erste Mal, dass wir hier draußen vollständige Lines bauten, also waren wir vorsichtig, es nicht zu übertreiben. In diesem Jahr ist jeder darauf bedacht, noch weiter zu gehen."
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Zeit, zu schaufeln
Die letzten Kübeln und Schaufeln werden nach drei Tagen harter Arbeit verpackt, während sich die Athletinnen und die Crews langsam aber sicher auf den Wettkampf vorbereiten. Einen Tag Pause steht nach den Grabungsarbeiten an, bevor es zurück an die Strecke geht. Eines ist nach der Vorbereitung sicher: In diesem Red Bull Formation-Jahr wird Geschichte geschrieben.
"Im ersten Moment, als ich die Strecke für dieses Jahr zu sehen bekam, war ich wie weggeblasen davon, wie stark sich die Damen in so kurzer Zeit weiterentwickelt haben", erzählt Michelle Parker, die als Schauflerin in der Support-Crew arbeitet. "Das, was wir momentan bauen, ist um so vieles umfangreicher, als im ersten Jahr - es ist unglaublich, diesen Fortschritt zu sehen."
Parker fasst die Stimmung während der Grabungsarbeiten in einem Wort zusammen: Teamwork! Mit größeren Support-Crews und der generellen Einstellung, dass "viele Hände leichte Arbeit" machen sollen, waren die Rider in der Lage, Lines aus den Felsen zu schaben, die ihren wildesten Träumen entspringen.
Die Location hat die Kreativität vor allem bei einer Athletin mächtig angeregt - Chelsea Kimball.
"Chelsea baut ein brandneues Feature, das mich unmittelbar angezogen hat", erzählt Parker, die den ersten Tag vor allem dazu nutzte, um für Kimball zu schaufeln. "Hier draußen, in diesem Teil des Landes, überarbeiten wir üblicherweise alte Lines. Aber Chelsea hat etwas bemerkt, das sie inspirierte, und einen Abschnitt gefunden, der bisher noch nicht bebaut wurde. Dort etwas Neues zu schaffen, wo bisher noch keiner Hand angelegt hat? Das ist großartig."
Kimballs Feature ist ein massiver Drop inmitten der Strecke, das unter die Kategorie "Das-musst-du-gesehen-haben-bevor-du-es-glaubst" fällt. Nachdem die Crew zwei Tage damit verbracht hat, daran zu arbeiten, haben sie auch noch einen Canyon-Gap nach dem Runout eingebaut.
"Wenn man es genau nimmt, haben wir den gesamten Berg versetzt, um diese Features zu bauen", meint Parker. "Aber wir freuen uns darauf. Ich glaube, dass Chelsea zunächst bezweifelte, dass wir es schaffen. Aber jetzt, wo alles seinem Ende zugeht, sieht sie, wie alles Form annimmt. Und genau das inspiriert mich, noch härter zu graben."
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Zeit, die Lines zu testen
Die Tage, an denen die Lines getestet werden, sind am Laufen, nachdem über die Woche tagelang analysiert, geschaufelt und angepasst wurde. Schon jetzt erleben wir einige atemberaubende MTB-Sessions.
Mit der untergehenden Sonne begannen die Athletinnen damit, einzelne Streckenabschnitte einer Testfahrt zu unterziehen, mit der Hoffnung, am Finaltag am 1. Juni einen vollständigen und runden Run zusammenzubringen. Bergemann, Brown und Soriano fuhren alle im oberen Abschnitt des Tracks und es gelang ihnen, ihre Features nach einigen wenigen Versuchen perfekt zu erwischen.
"Ich habe da oben definitiv einen Kampf mit meinen inneren Dämonen ausgetragen", erzählt Brown, nachdem sie den oberen Abschnitt ihrer Line hinter sich gelassen hat. "Aber ich bin echt froh darüber, dass es mir gelang, diesen Teil zu meistern."
"Ich bin definitiv am Zittern", meint Soriano, nachdem sie den gefürchteten oberen Abschnitt nach Casey bestritten hat. "Aber ich bin froh darüber, dass ich es hinter mich gebracht habe. Ich brauchte jemanden, der den Countdown herunterzählt, da ich es selbst nicht schaffte."
Jess Blewitt und Vinny Armstrong mit jeder Menge Style beim Step-Up.
© Catherine Aeppel/Red Bull Content Pool
Verbeeck, Nogueira und Kimball arbeiteten ebenso an den höhergelegenen Features der jeweiligen Lines. Das Publikum, das aus den Gräbern, Mentoren und Mitarbeitern bestand, brach in Jubel aus, wenn sie ihre jeweiligen Abschnitte hinbekamen.
"Ich habe an meinem Double-Drop gearbeitet, als ich hörte, das Chelsea unterwegs ist. Also bin ich runtergelaufen, um mir ihre Fahrt anzusehen", erzählt Bergemann. "Es war wirklich cool zu sehen, wie sie das neue Feature bestreitet."
Mit einer überraschenden Rückkehr, nachdem die Athletinnen Pause machten, begannen Armstrong und Blewitt am späten Nachmittag damit, sich an den oberen Features zu versuchen. Mit den sich verbessernden Windbedingungen nutzten sie den Vorteil voll aus.
Bleib am Laufenden, wenn am die Athletinnen ihre Bausteine am 1. Juni zu einer finalen Ride zusammenfügen.
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