Wintersports
Das Schweizer Wintersportresort Verbier hat eine lange Freeride-Tradition. Hier wurde am berühmt berüchtigten Bec des Rosses im Jahr 1996 der erste Snowboard Extrem-Freeride-Contest ausgetragen. Bis zum Jahr 2003 war der ‚Xtreme Verbier’ ein reiner Snowboardcontest. Im Jahr 2004 starteten dann erstmals auch Freeskier und seither ist der Event traditionell das große Finale der Freeride World Tour.
Das Skigebiet von Verbier ist das Tor zu den 4-Vallées. Vom 1532 Meter hoch gelegenen Ortsteil Médran gelangst du mit der Godel auf 2200 Meter und stehst dann mitten im Gebiet. Zusammen mit den Skigebieten von Savoleyres/ La Tzoumaz und Bruson umfasst das Resort 34 Liftanlagen und 195 Pistenkilometer. Wir fragten den schweizer Pro-Snowboarder Emilien Badoux nach seinen Tipps zum Freeriden in Verbier.
An welchem Berg liegen deine Lieblingstouren in Verbier?
Mein absoluter Lieblingsberg zum Freeriden ist der Bec des Rosses. Die Runs sind hier verdammt lang und sehr, sehr steil. Das schöne ist außerdem, dass es auf dem Face unheimlich viele verschiedene Varianten zum Abfahren gibt. Der Bec des Rosses ist ein mächtiges, 3222 Meter hohes Massiv. Wer hier zum ersten Mal abfährt sollte sich unbedingt von einem Guide begleiten lassen. Das ist kein Berg für Freeride-Anfänger. Einen Freerideausflug zum Bec des Roses kann ich somit nur erfahrenen Tourengehern und Ridern die mit sehr steilem Gelände zurechtkommen empfehlen.
Aber es gibt doch in Verbier sicher auch Runs die weniger anspruchsvoll sind und die man im Gebiet mit dem Lift erreichen kann, oder?
Wenn ich nicht ins Backcountry hike gehe ich zum Powdern an den Mont Gelé. Seit die alte Gondel von 1970 hier wieder hochfährt, ist das mein Lieblingsberg fürs Freeriden. Da nur diese eine Gondel hinaufführt ergeben sich unendlich viele Freerideruns. Außerdem dauert es durch den begrenzten Zugang eine ganze Weile, bis alle Runs verspurt sind. Am Mont Gelé ist für jedes Ridinglevel ein schöner Powderrun dabei. Wer hier zum ersten Mal unterwegs ist, sollte sich an die ausgewiesenen Abfahrten halten. Sind die alle abgegrast erreichst du mit einigen Traversen, bei denen du allerdings absolut sicher auf dem Brett stehen solltest, noch viele weitere, teilweiser sehr steile und anspruchsvolle Couloirs.
Was ist deine Lieblingshütte für eine Pause am Berg?
Das ist ganz eindeutig das Igloo in Gentianes. Hier gibt’s gutes Essen und die Atmosphäre ist einfach klasse.
Und welches ist der beste Platz um den Tag entspannt ausklingen zu lassen?
Nach dem Freeriden trifft man viele Gleichgesinnte in der Offshore Coffee Bar. Die ist ganz in der Nähe von der Talstation der Medran-Gondel.
Feiern kann man in Verbier ja sicher auch ganz gut. Wo gehst du dazu am liebsten hin?
Der beste Club in Verbier ist der Farm Club im Hotel Nevai. Hier geht abends die Post ab und ich habe dort schon einige sehr gute Partys erlebt. Der Club wird von den beiden Italienern Guiseppi und Serafino Beradi geleitet und die Jungs wissen wirklich, wie man die Leute zum Feiern bringt.
Und welches ist der bester Shop für Service und Freeride Stuff im Ort?
Hier kann ich jedem nur den Ski Service Shop in der Rue de Médran 16 empfehlen. Den Laden gibt es schon seit über 40 Jahren und die Leute sind sehr nett und hilfsbereit. Sie haben auch eine große Auswahl an erstklassigem Leihmaterial.
Du sagtest ja, dass man deinen Lieblingsberg Bec des Rosses zunächst nur mit einem Guide befahren sollte. Wo finde ich denn gute Freeride-Bergführer in Verbier?
Wer sich für eine Tour einen Guide nehmen will, sollte sich an das Büro der örtlichen Bergführer wenden. Das ‚Bureau des Guides’ findest du in der Rue de la Poste in Verbier. Die Jungs haben auch ein eigenes Buch mit Freeriderouten in Verbier herausgebracht und kennen sich im gesamten Gebiet hervorragend aus.