Stefanos Tsitsipas gegen Dennis Novak bei der Erste Bank Open in Wien, Österreich, am 26. Oktober 2022.
© Mirja Geh/Red Bull Content Pool
Tennis

Stefanos Tsitsipas: Der Tennis-Star im Porträt

Für viele ist Stefanos Tsitsipas der vielleicht vielseitigste Tennisprofi der Welt. Der zweifache Grand-Slam-Finalist strebt aber nach mehr und will die Nummer 1 der Welt werden.
Autor: Klaus Bellstedt
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Nach dem Finaleinzug bei den Australien Open 2023 und den French Open 2021 steht Tsitsipas unmittelbar davor, sich den größten Traum eines jeden Tennisspielers zu verwirklichen: der erste Grand Slam-Titel.

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Mit dem Start von Red Bull Bassline, dem einzigartigen Tie-Break-Tennisturnier im Arantxa-Sánchez-Vicario-Stadion in Madrid, bei dem der Grieche natürlich wieder glänzen will, blicken wir gemeinsam auf das spannende Porträt von Stefanos Tsitsipas.
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Seine Hobbys machen ihn zu einem besseren Tennisspieler

Tsitsipas gehört zweifellos zu den Ästheten unter den Top-Tennisstars der Welt. Wenn er nicht auf dem Court steht, dreht sich ein Großteil seines Lebens um Kreativität.
"Während der Regenerationsphase möchte ich nichts von Tennis hören oder sehen. Deshalb habe ich nach Hobbys gesucht, die mich völlig ablenken und bei denen ich mich entspannen kann. Ich mache gerne Filme, weil das meine Kreativität anregt und mich zur Ruhe kommen lässt. Fotografie ist ein weiteres Feld, das ich für mich entdeckt habe. Ich suche nach Motiven, die inspirierend sind. Ich erlebe so viel auf meinen Reisen", sagt er.
Stefanos Tsitsipas in Marbella, Spanien, am 25. April 2022.

Tsitsipas ist ein wahrer Meister seines Fachs

© Antoine Truchet/Red Bull Content Pool

Körper und Geist müssen für "Stef", wie er von seinen Freunden genannt wird, immer im Einklang sein. Auch Musik spielt für ihn eine große Rolle. Tsitsipas hat auch bereits eigene Songs geschrieben und veröffentlicht. Er braucht diese Balance, um besser Tennis spielen zu können.
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Ein Blick auf seine Karriere

Die aktuelle Nummer drei der Welt hat bereits zwei große Turniere gewonnen, darunter zwei Mal das Masters 1000 in Monte Carlo (2021 und 2022). Neben diesen zwei Titeln konnte er sieben weitere Siege auf der ATP-Tour holen.
Mit Novak Djokovic und Rafael Nadal gibt es noch zwei Spieler aus der Ära der großen Drei, die trotz ihres Alters nach wie vor die Grand-Slam-Turniere dominieren. Und dann ist da noch die Generation, zu der auch Tsitsipas gehört. Spieler wie Daniil Medvedev, Alexander Zverev und Matteo Berrettini verfügen über ein enormes Potenzial und haben ebenfalls bereits große Erfolge feiern können. Mit dem sensationellen Sieg des Shootingstars Carlos Alcaraz bei den US Open 2022 ist klar, dass die "Next Gen", zu der auch Jannik Sinner gehört, voll angekommen ist.
Stefanos Tsitsipas in Marbella, Spanien, am 25. April 2022.

Tsitsipas ist die meiste Zeit unterwegs, aber zu Hause ist er am liebsten

© Antoine Truchet/Red Bull Content Pool

Das Spitzenfeld hat sich in den vergangenen Jahren vergrößert -- und Tsitsipas ist mittendrin. Um in die höchsten Sphären des Tennissports aufzusteigen, muss nun ein Grand-Slam-Titel her.
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Red Bull Bassline als Herzensprojekt

Neben dem ATP-Tour-Alltag hat es sich der sympathische Grieche zur Aufgabe gemacht, seinen Sport zu revolutionieren, indem er Teil von Red Bull Bassline wurde. Bei dem Turnier wird ein Best-of-Three-Tie-Break zwischen zwei Spielern am Platz ausgetragen. Insgesamt sind acht Spieler dabei, die alles geben, um die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen zu dürfen.
Tsitsipas will Tennis damit auf die nächste Stufe heben. "Tennis wird seit Ewigkeiten auf die gleiche Weise gespielt. Red Bull Bassline ist schneller, lebt von einer höheren Intensität und bietet eine richtige Show. Das Turnier macht Tennis spannender", ist der Grieche überzeugt.
Stefanos Tsitsipas bei Red Bull Bassline in Wien, Österreich, am 22. Oktober 2021.

Red Bull Bassline ist das Herzensprojekt des Griechen

© Matthias Heschl/Red Bull Content Pool

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Das Karrierehighlight - und eine lehrreiche Niederlage

Seinen bisher größten Triumph feierte Tsitsipas zweifellos 2019 als er sich den Titel bei den ATP Finals in London sicherte. Der Sieg wird für Stef für immer etwas Besonderes sein -- auch deswegen, weil er im Finale auf seinen Kumpel Dominic Thiem traf. Erst im Tie-Break des dritten Satzes fiel damals die Entscheidung. Tsitsipas gewann das Match mit 6:7 6:2 7:6.
Doch neben großen Triumphen gab es auch Niederlagen, und eine war für Tsitsipas richtungsweisend. Die dramatische Finalniederlage bei den French Open 2021 gegen Djokovic bezeichnet er noch immer als eines der prägendsten Matches überhaupt: "Meine Niederlage gegen Novak in Paris hat mir definitiv gezeigt, was ich noch lernen muss, um besser zu werden. Das Match war hilfreich für meine gesamte Karriere. Ich habe gelernt, dass ich beim nächsten Mal in einem Grand-Slam-Finale nicht so stur und verkrampft sein darf."
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Die Familie - sein Rückzugsort und seine Kraftquelle

Stefanos Tsitsipas in Marbella, Spanien, am 25. April 2022.

Familie, Freunde und die Trainer von früher sind für ihn das wichtigste

© Antoine Truchet/Red Bull Content Pool

Die Familie spielt im Leben des Griechen eine ganz besondere Rolle. Und Sport wurde im Hause Tsitsipas immer schon groß geschrieben: Sein Großvater Sergei Salnikov gewann mit der russischen Fußballnationalmannschaft Gold bei Olympia 1956 in Melbourne. Sein Vater Apostolos ist nach wie vor als Trainer immer an seiner Seite, während seine Mutter Julia 1990 auf Platz 194 der WTA-Weltrangliste war. Stef wurde sozusagen mit dem Schläger in der Hand geboren.
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Warum ihm seine Heimat so wichtig ist

Der in Athen geborene Tsitsipas wohnt mittlerweile in Monte Carlo, doch acht Monate im Jahr reist er um die Welt und spielt ein Turnier nach dem anderen. Der 24-Jährige wird jedoch nie vergessen, wo er herkommt: " Griechenland ist meine Heimat. Ich habe dort meine Wurzeln, und die Kultur des Landes fließt durch meine Adern. Griechenland ist auch ein Zufluchtsort für mich. Irgendwie fühle ich mich dort beschützt. Am glücklichsten bin ich, wenn ich zu Hause in meiner Heimat bin."
"Ich möchte meinem Land auch etwas zurückgeben, aus Liebe zu den Menschen. Ich möchte Hoffnung geben, vor allem den jungen Leuten. Es soll ein noch besserer Ort zum Leben werden. Ich möchte Griechenland dabei unterstützen, dass es den Respekt bekommt, den es verdient."
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Wie alles begann und zwei Trainer für die Ewigkeit

Tsitsipas stand bereits im zarten Alter von drei Jahren erstmals auf dem Tenniscourt. Sein Vater Apostolos nahm in damals einfach mit in den Tennisclub, drückte ihm einen Schläger in die Hand und ließ ihn probieren. Der kleine Stefanos war sofort begeistert von Tennis. Der Rest ist Geschichte. Zu seinen ersten beiden Trainern hat der Tennisstar eine enge Bindung. Sie haben ihn geprägt wie niemand anderer und er steht auch heute noch in Kontakt mit ihnen.
Immer wenn er über sie spricht, klingt er sehr demütig: "Sie haben mich zu dem gemacht, was ich bin. Sie sind maßgeblich für meine Schlagtechnik verantwortlich. Sie haben mich aufwachsen sehen und meine Einstellung zum Leben geprägt -- und ich kann sie auch heute noch jederzeit um Rat fragen. Meine Persönlichkeit hat sich um sie herum entwickelt."
Stefanos Tsitsipas und Carlos Alcaraz bei Red Bull Bassline in Wien, Österreich, am 22. Oktober 2021.

Tsitsipas und US Open-Champion Carlos Alcaraz bei Red Bull Bassline 2021

© Matthias Heschl/Red Bull Content Pool

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Verletzung und Krise überwunden

Bei der unaufhaltsamen Jagd nach Tuniersiegen ist die wohl wichtigste Voraussetzung für jeden Tennisprofi, dass der Körper von gröberen Verletzungen verschont bleibt. Tsitsipas hat Ende November 2021 einen wichtigen Schritt in dieser Hinsicht getan. Fast zwei Jahre lang wurde er von Schmerzen im rechten Ellbogen geplagt und entschied sich schließlich zu einer Operation.
"Ich hatte das Gefühl, dass es notwendig war, weil ich jahrelang Schmerzen hatte, wenn ich spielte." Während dieser Phase seiner Karriere hatte Tsitsipas viel mich sich selbst zu tun. Er verlor eine Zeit lang sogar das Interesse am Tennis, aber diese Flaute hat er nun überwunden. Die Operation war erfolgreich und die chronischen Schmerzen gehören endlich der Vergangenheit an.
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Die Balance finden und ein besserer Spieler werden

Tsitsipas hat sein Gleichgewicht neben und auf dem Platz gefunden: "Wir Profis leben in einer Blase, aber die Dinge, die ich abseits des Tennissports für mich tue, geben mir ein gutes Gefühl für die Realität. Ich treffe mich mit Menschen, denen ich bedingungslos vertraue. Das ist wichtig für mich -- und es schärft das Bewusstsein. Und ja, vielleicht macht mich das auch zu einem besseren Spieler."

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