Fitness
Andreas, du hast heuer die Trainings-Experience für den Wings for Life World Run eingesprochen. Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass du damit als Trainer für ganz Österreich fungierst?
Es ist schon ein witziges Gefühl. Ich würde mich dabei aber mehr als Motivator sehen. Die Leute, die die App nutzen und laufen, wissen ja grundsätzlich, was sie tun und können. Es geht aber darum, sie ein bisschen weiter zu pushen, ihnen ein paar Tipps mitzugeben und sie zu motivieren. Das habe ich mir vorgenommen und ich hoffe natürlich, dass die App-Nutzer Spaß beim Training haben.
Hast du Erfahrungen aus deiner sportlichen Vergangenheit eingebracht – also Dinge, die bei dir gut funktioniert haben oder die du dir von deinen früheren Trainern gewünscht hättest?
Ja, auf jeden Fall. Für mich ist es ganz wichtig, dass man als Trainer positiv bleibt und andere motiviert. Allein, dass man startet und mit dem Training überhaupt beginnt, ist oft schon nicht so einfach. Lob und Anerkennung sind extrem wichtig – im Leistungssport genauso wie generell im Leben. Bestärkung schadet nie, ganz im Gegenteil.
Du hast auch als Co-Kommentator fürs Fernsehen gearbeitet. Was war beim Aufnehmen der Audio-Experience neu für dich – und was hat dir besonders Spaß gemacht?
Es war wirklich sehr lustig und hat richtig Spaß gemacht. Wir hatten ein super Team bei den Aufnahmen. Ich war allerdings schon überrascht, wie aufwendig das Ganze ist. Aber klar, es muss jede einzelne Kilometerangabe, jede einzelne Info, wo sich das Catcher Car gerade befindet, eingesprochen werden – der ganze Ablauf. Die Zeit ist aber rasend schnell vergangen, es war nie langweilig. Und es war einfach cool, so etwas einmal zu machen. Ich bin auch ein bisschen stolz darauf, weil ich Wings for Life ohnehin schon lange unterstütze, auch als Botschafter, und das jetzt nochmal was ganz Neues ist, was hoffentlich viele Leute motiviert beim Wings for Life World Run dabei zu sein.
Andi Goldberger will Viele für den Wings for Life World Run begeistern
© Wings for Life World Run / Lucas Pripfl
Was hörst du selbst beim Training? Musik, Podcasts oder lieber gar nichts?
Früher habe ich beim Lauftraining nie etwas gehört, ich wollte nichts auf den Ohren haben. Heute ist das anders. Manchmal Musik, manchmal Podcasts – das hängt aber auch davon ab, wo ich laufe. In der Stadt mit viel Verkehr ist es wichtig, dass man die Autos hört und im Blick haben kann. Draußen am Land oder in der Natur ist das eher egal. Da höre ich dann gerne etwas. Rockmusik und auch Podcasts zu Gesundheit, Sport, Training oder Ernährung.
Wie sieht dein eigenes Training für den Wings for Life World Run aus?
Das ist bei mir nicht so einfach, weil der Lauf für mich immer ein bisschen früh im Jahr ist. Im Winter bin ich viel unterwegs in Sachen Skispringen, teilweise auch als Trainer – da komme ich selbst nicht so oft zum Laufen. Im April fange ich meistens gezielter an zu trainieren. Ich nehme mir jedes Jahr vor, früher zu beginnen, aber am Ende ist es meist so: Wenn der Wings for Life World Run da ist, gibt man einfach Vollgas.
Du trainierst heute sicher anders als in deiner aktiven Zeit. Setzt du dir noch konkrete Ziele, um fit zu bleiben?
Was motiviert dich persönlich, jedes Jahr wieder beim Wings for Life World Run an den Start zu gehen?
Die Einzigartigkeit des Laufs. Egal ob Flagship Run in Wien oder der App Run von überall: Die Mischung der Teilnehmer – gute Läufer, Einsteiger, Leute, die walken und auch Rollstuhlfahrer. Wenn man sieht, wie viel Hoffnung und Freude da ist und wie viele Menschen helfen wollen, dann ist das etwas sehr Starkes. Allein diese Stunde vor dem Start ist sensationell: so positiv, so speziell. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Man muss das selbst erleben.
Andi Goldberger ist großer Fan des einzigartigen Catcher Car-Rennformats
© Wings for Life World Run / Philipp Carl Riedl
Du sprichst es an. Der Wings for Life World Run hat keine vorgegebene Strecke, sondern das Catcher Car als mobile Ziellinie. Was gefällt dir an diesem Konzept besonders – und welchen Tipp gibst du Einsteigern?
Das Konzept ist genial, weil man losläuft und nie genau weiß, wann das Catcher Car kommt. Dadurch ist es anders als ein klassischer Wettkampf. Und man kommt aus meiner Sicht weiter, wenn man sich den Lauf gut einteilt. Mein wichtigster Tipp ist ganz klar: langsam anfangen. Viele lassen sich von anderen mitreißen und starten zu schnell. Das passiert mir selbst auch, da bin ich nicht immer ein gutes Vorbild. Aber man muss das in den Kopf bekommen. Lieber kontrolliert beginnen, sein Tempo finden und dann nach und nach steigern. Dann macht der Lauf richtig Spaß.