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Yasuhati: Das sprachgesteuerte Hype-Game aus Japan
Statt mit den Händen, steuert man Yasuhati mit Geschrei und Lärm.
Was haben erfolgreiche Videospiele heutzutage gemeinsam? Sie kommen selten überraschend! Titel wie Horizon Zero Dawn, The Legend of Zelda: Breath of the Wild oder die jährlichen FIFA-Updates sind Megaerfolge aber eben auch schon kilometerweit gegen den Wind zu riechen. Zeit für etwas Neues! Zeit für etwas Aufregendes! Zeit für ein Spiel, das aus dem Nichts kommt und Spieler so packt, dass es sie zum Schreien bringt! Klingt verrückt und ist es auch.
Yasuhati heißt das Game, welches wie viele verrückte Ideen aus Japan kommt und vor allem im chinesischen Internet bereits seit Wochen für Schreikrämpfe, hysterisches Gelächter und allerlei wirre Laute sorgt. Yasuhati spielt man nämlich nicht mit den Händen, sondern mit der Stimme. Und das macht es sowohl im Land der aufgehenden Sonne als auch Reich der Mitte zum allerletzten Schrei bei Spielern und Let’s Playern!
Viva Mexiko oder Heulkrampf
Das Spielprinzip ist schnell erklärt: In einfach designten 2D-Hüpfspiellevels gilt es zum Ausgang der jeweiligen Stage zu gelangen. Der Hauptcharakter, eine Achtelnote, die an einen Bob-Omb mit Bommelütze erinnert, reagiert auf leise und laute Geräusche, sowie langgezogene Laute. Mit gedämpfter Stimme veranlasst man den musikalischen Gesellen zur Vorwärtsbewegung, hebt man sie, springt das kugelige Wesen. Um besonders weite Gruben zu überwinden, gilt es den Ton zu halten – so springt der Held höher und weiter. Das war’s auch schon.
Was mit herkömmlicher Controllersteuerung eintönig und langweilig wäre, entpuppt sich durch die clevere Voice-Control als ungeahnter Spaß. Auf chinesischen Streaming- und Social-Media-Plattformen finden sich seit Wochen etliche Let’s Player, die sich durch Spiel singen, jodeln, schreien, weinen, lesen, streiten, klopfen, oder Instrumente spielen. Manche spielen als mexikanische Band verkleidet oder ahmen traurige Filmdialoge nach, andere nutzen die Hupe ihres Rollers zum Springen – die Möglichkeiten Yasuhati zu spielen sind grenzenlos. Kein Wunder, dass die ursprüngliche PC-Fassung des kostenlosen Spiels bereits über 500.000 Mal heruntergeladen wurde.
Bald auch bei uns?
Inzwischen haben auch die ersten englischsprachigen Let’s Player im Westen den Hype für sich entdeckt und beginnen Videos auf YouTube hochzuladen. Die Chancen stehen also gut, dass die Yasuhati-Welle demnächst auch zu uns herüberschwappt. Was ist denn aber nun das Geheimnis hinter dem Erfolg, der das Spiel inzwischen auch in den App Store und auf Google Play katapultiert hat? Es ist die simple aber geniale Idee der Stimmen-Steuerung, die den Spielern schier endlose Möglichkeiten bietet, das Spiel auf ihre Art zu spielen.
Für Gamedesigner wird es heutzutage immer wichtiger, Spiele YouTube-gerecht zu entwerfen. Das Ziel ist es Let’s Playern so viele Optionen wie möglich zu lassen, damit sie ihre eigenen Geschichten erzählen können. Nichts ist langweiliger als ein lineares Spiel, das bei jedem Durchgang gleich aussieht und dadurch komplett vorhersehbar wird. Die sogenannten Content-Erschaffer sollen sich ausdrücken und ihre Fans auf ihre Weise unterhalten können. Yasuhati hat dazu das denkbar einfachste Prinzip genutzt und damit alles richtig gemacht
Vorsicht vor Malware
Das hat inzwischen aber auch zahlreiche Imitate und Klone auf den Plan gerufen. Viele davon, vor allem außerhalb der App-Stores, gefährden die Sicherheit der eigenen Geräte. Fiese Copycat-Entwickler ahmen das Spiel nach und packen es mit Mal- und Spyware voll. Das ungefährliche PC-Original gibt es hier, daneben sind unter folgenden Links die iOS- und Android-Fassungen erhältlich.

