Pausen kennt Alex Megos nur im Ausnahmefall. Der 26-jährige Ausnahmeathlet regeneriert schneller als Chuck Norris und braucht auch deshalb perfekte, ständig verfügbare Trainingsmöglichkeiten!
Da kommt es gelegen, dass es in seiner Heimat Nürnberg gleich zwei sehr gute Boulderhallen gibt. Auf welche Indoor-Boulder-Spots Alex in Deutschland sonst noch setzt, erzählt er hier.
1. Café Kraft – Nürnberg
Wenn es in der Fränkischen mal regnet, gehe ich so gut wie immer ins Café Kraft, meine Heimathalle. Was für mich beim Outdoor-Klettern das Frankenjura ist, ist beim Indoor-Bouldern das Café Kraft. Es wurde 2011 eröffnet und blickt als eine der ersten Boulderhallen in Deutschland auf eine lange Historie.
Dort gibt es alle möglichen Routen, und eben auch eine überhängende Wand – eine 45 Grad Wand, in die wahllos Griffe reingeschraubt sind, sodass ich mir meine Boulder immer selbst definieren kann. An dieser Wand absolviere ich den überwiegenden Teil meines Trainings. Zudem gibt es einen extra Trainingsbereich, der sehr gut ausgestattet ist, und ein nettes Café, in dem ich immer gerne auch mal Interviews führe oder vor und nach dem Training Meetings abhalte. Das ist ein großes Plus für mich.
Alternativ gehe ich bei mir zuhause ins E4, auch eine 1A Boulderhalle, wo die Boulder recht modern geschraubt sind – ganz im Gegensatz zum Café Kraft, wo alles eher old school geschraubt ist.
2. Boulderwelt – München bis Dortmund
DieBoulderwelt ist mittlerweile eine Kette, mit Studios in ganz Deutschland. Angefangen hat aber alles mit einer Halle am Ostbahnhof in München. Das war damals eine der ersten modernen Boulderhallen überhaupt in Deutschland. In der Boulderwelt wurde recht früh auch schon im modernen Weltcup-Stil geschraubt – ähnlich wie im E4, einer weiteren guten Halle bei mir daheim in Nürnberg.
Zur Kette ist die Boulderwelt geworden, weil sie schon früh erkannt hat, das Klettern und vor allem Bouldern eben nicht mehr nur ein Nischensport für Hardcore Kletterer war, sondern für viele Lifestyle und Fitness bedeutet. Deshalb haben die Betreiber schon früh zusätzlich zu einigen schwierigen Routen, sehr viele mittelschwere Boulderrouten geschraubt.
3. Bergstation – Hilden, bei Düsseldorf
Die Bergstation nutzt der Nationalkader öfter mal zum Trainieren oder für Lehrgänge. Vor allem, weil es in dieser wirklich gut ausgestatteten Boulderhalle auch die Möglichkeit gibt, Seil zu klettern. Für alle, die Wettkampf klettern, ist das ideal, weil man hier alle drei olympischen Disziplinen klettern kann: Speed, Lead und Bouldern.
Die Bergstation ist wahrscheinlich eine der größten Kletterhallen in Deutschland und bietet auf rund 3.500 Quadratmetern alles, was das Kletter- und Boulderherz begehrt – einen extra Trainingsraum und eine riesige 900 Quadratmeter Aussenwand mit Sonnen- und Schattensektor inklusive.
4. Stuntwerk – Köln bis Rosenheim
Das Stuntwerk in Köln gibt es auch schon eine ganze Weile. Es hat damals als reine Boulderhalle aufgemacht, bietet mittlerweile aber auch Yoga-Kurse an und hält schon länger Trainingsbereiche für Ninja-Warrior-Training und Parkour bereit. In Sachen Bouldern ist das Stuntwerk eher modern geschraubt und orientiert sich wie das E4 und die Bergstation eher am Weltcup-Klettern.
Die Erweiterung auf Ninja-Bereiche, auf die man im Stuntwerk recht früh gesetzt hat, haben die Popularität des Stuntwerks in Köln über die Jahre soweit gesteigert, dass es mittlerweile auch Standorte in Mönchengladbach, Krefeld, Kirchheim unter Teck und Rosenheim gibt.
5. Der Kegel – Berlin
Der Kegel ist die mit Abstand älteste Boulderhalle in Deutschland. Während die meisten modernen Boulderhallen heutzutage in einer riesigen nagelneuen haushohen Halle daheim sind, verteilen sich die einzelnen Kletter- und Boulderwände vom Kegel auf verschiedene Räume.
Im Kegel zu klettern fühlt sich auch deshalb speziell an, irgendwie familiär. Ich würde jedem ambitionierten Boulderer und Kletterer einen Ausflug in diese historische Halle auf jeden Fall empfehlen.
6. Flashh – Hamburg
Das Flashh in Hamburg ist eine recht neue Boulderhalle und kommt dementsprechend modern und gut ausgestattet daher. Auf rund 2000 m² finden sich circa 200 Boulder-Routen. Hier ist vom Einsteiger-Bereich bis zur Wettkampfwand und zum speziell ausgestatteten Trainingsbereich alles geboten, was das Boulderherz begehrt.
7. Active Garden – Waiblingen
Der Active Garden in Waiblingen ist ursprünglich eine reine Boulderhalle. Eröffnet und erdacht von einem Mitglied des Nationalkaders wurde hier darauf geachtet, dass sich hier jeder zuhause fühlt, der ernsthaft trainieren will. Mittlerweile können auch hier Ninja Warriors bestens trainieren.
So hat man im Active Garden nun Dreierlei: Trainingsbereiche für Ninjas, Wände für Anfänger, richtig schwieriges Zeug für Profis. Das hat zur Folge, das hier auch das National-Team öfter mal trainiert.