Eminem dans "8 Mile"
© 8 Mile
Music

10 Filme, die du als Hip-Hop-Fan gesehen haben musst

Von klassischen Dokumentationen über die Hip-Hop-Szene bis zu einem fiktionalen Kurzfilm über Snoop Doggs Pakt mit dem Teufel: Ein Überblick über die wesentlichen Filme der Hip-Hop Kultur.
Autor: François Graz
6 min readPublished on
Sagen wir mal so: Gute Filme, die sich dem Thema Rap widmen, gibt es nicht gerade wie Sand am Meer. Eher im Gegenteil. Bei genauerem Hinsehen gibt es sie aber doch: Die Perlen, die sich durch Umsetzung oder ihre kreativen Plots auszeichnen. Zeit, einige von ihnen (wieder-)zuentdecken.

1. 8 Mile

Fangen wir doch mit DEM Pflichtfilm für alle Hip-Hop-Fans an: Auch mehr als 18 Jahre nach dem Kinodebüt ist dieser Film mit Slim Shady in der Hauptrolle immer noch eines der wichtigsten Werke des Genres. Nach Angaben des Künstlers ist "8 Mile" semi-autobiographisch. Eminem spielt die Rolle eines jungen, aufstrebenden Rappers, der vor dem Hintergrund des sozialen Elends in Detroit seinen Weg in der harten Welt der Rap-Battles bestreitet.
Fernab von üblichen Klischees, zeigt Curtis Hansons Film Rap als eine Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen. Hinzu kommt eine epische Schlussszene, deren Spannung niemanden kalt lässt und ein sensationeller Soundtrack mit Künstlern wie Mobb Deep, Nas, Gangstarr, OutKast, Ol’ Dirty Bastard… Und ausserdem lohnt es sich auch Ems Megahit "Lose Yourself" mal wieder in Dauerschleife zu pumpen.

2. Something from Nothing : The Art of Rap

Unter den unzähligen Filmen, die den kreativen Schaffungsprozess von Künstlern unter due Lupe nehmen, nimmt diese Dokumentation von Ice-T und Andy Baybutt eine Sonderstellung ein. Wie schreiben Rapper ihre Texte? Dieser Frage möchte "Something from Nothing: The Art of Rap" auf den Grund gehen, in dem der Film die führenden Figuren des US Rap von den 80er-Jahren bis heute porträtiert. Anstatt den Fokus auf ein bestimmtes Subgenre zu legen, analysiert Ice-T gleichermassen Gangsta Rap, Dirty South und Crunk.
Doch was diese Dokumentation eigentlich so herausragend macht, sind die Namen der Interviewpartner. Von Legenden des West Coast Raps (Dr Dre, Ice Cube, Snoop Dogg...), über die G.O.A.T. des Hip-Hop (Eminem, Kanye West...) bis zu den ausgesprochenen Lyrikern mit der feinen Feder (Mos Def, Rakim, Common, Royce da 5'9"…) spricht jeder offen über seine Techniken und Einflüsse. Kurz gesagt: Mit diesem Film machst du einen Crash-Kurs in Sachen "Rap made in USA".

3. Tupac : Resurrection

Trotz des Titels, der eher an einen Horrorfilm im "West Coast"-Milieu erinnert: "Tupac: Resurrection" entpuppt sich als eine der besten Dokumentationen über den 1996 verstorbenen Rapper. Der von Amaru Entertainment produzierte Film zeigt die 25 Lebensjahre von Makaveli (ein Pseudonym Tupacs), seine schwierige Kindheit in East Harlem, seinen kometenhaften Aufstieg und die vielen Probleme mit der US-Justiz.
Vor allem in ihrer Erzählform hebt sich diese Dokumentation von anderen ab: Tatsächlich führt die Stimme von 2Pac selbst begleitet von Archivmaterial durch den zweistündigen Film. Niemand sonst kommt hier zu Wort und dem Betrachter kommt der Verdacht, dass der Rapper vielleicht doch irgendwo auf einer einsamen Insel mit Kurt Cobain und John Lennon sitzen könnte.

4. Notorious B.I.G

Ein weiteres Schwergewicht der Rap-Szene (Wortspiel nicht beabsichtigt) ist Christopher Wallace, der bereits Thema in einigen mehr oder weniger erfolgreichen Filmen war. Zwölf Jahre nach seinem Tod erschien 2009 "Notorious B.I.G.", das bis heute einzige Biopic über Biggies Leben. Neben dem Erfolg an den Kinokassen (immerhin spielte der Film über 20 Mio. Dollar am Eröffnungswochenende ein), ist das Schauspiel von Jamal Woolard eine wunderbare Hommage an den New Yorker Rapper.
Ausserdem anzumerken: Der Soundtrack des Films, der neben einer Vielzahl von Tracks des Künstler (Juicy, Hypnotize, Kick in the Door...), unveröffentlichte Demos und den Song "One More Chance / The Legacy Remix" enthält, auf dem Faith Evans und Biggies Sohn CJ Wallace zu hören sind. "If you don‘t know, now you know." Jetzt weisst du Bescheid.

5. Nas : Time is Illmatic

19. April 1994. Für viele Fans, steht dieses Datum für einen Meilenstein in der Geschichte des Hip-Hop. Der junge Rapper Nasir Jones aus Queensbridge droppt sein erstes Album "Illmatic" und hinterlässt damit einen tiefen Fussabdruck in der Rap-Geschichte. Produziert von den besten Beatmakern wie DJ Premier, Pete Rock, Q-Tip und Large Professor, wird die Platte von der Kritik gefeiert.
Von der Entstehung dieses legendären Albums handelt die Dokumentation "Nas: Time is Illmatic", bei der Graffiti-Künstler One9 Regie führte. Das Archivmaterial wird dabei ergänzt durch Interview mit Nas, in denen er über die Platte und die Rückkehr in seine alte Hood spricht, in welcher er aufgewachsen war. Schnell versteht man die Hintergründe dieses Albums, das auch 26 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch brandaktuell ist.

6. Block Party

Nur wenigen Menschen dürfte es gelingen, Künstler wie Kanye West, Mos Def, Common, Talib Kweli, Erykah Badu, Big Daddy Kaneund die Fugeesauf einer Bühne zusammenzubringen. Stand-Up Comedian Dave Chappelle gehört zu diesem kleinen Kreis. Wie der Name des Films schon sagt, blickt der Film von Regisseur Michel Gondry auf die legendärste Nachbarschaftsparty, die es wohl jemals gegeben hat, nämlich jene in Clinton Hill.
Im Sommer 2004 hat Dave Chappelle eine verrückte Idee: Ein Event, das Humor und Musik in Brookly zusammenbringt und die Stars der afroamerikanischen Hip-Hop Szene vereint. Während 90 Minuten folgt der Film den Vorbereitungen auf diese aussergewöhnliche Show, gespickt mit witzigen Szenen und Anekdoten. Block Party ist ein seltenes Meisterwerk und eine wahre Liebeserklärung an den Hip-Hop.

7. Underdogs

Underdogs ist das Ergebnis einer Begegnung von Téo Frank, einem 18-jährigen Regisseur aus Frankreich und Mason Strehl, Manager der Künstler Awon, Phoniks, Tiff the GiftundDephlow, und beleuchtet die Untergrund-Szene des Hip-Hop. Dabei trifft Frank selbst auf die die Rapper und Beatmaker, die alle zum Independant Label Don‘t Sleep Records gehören.

1 h 5 Min

Underdogs

Der französische Regisseur Téo Frank war erst 18 Jahre alt, als er den Atlantik überquerte, um einen Dokumentarfilm über die Hip-Hop-Kultur zu drehen.

Englisch +3

Underdogs ist eine Ode an diese vier Künstler aus Maine und Virginie, für die Hip-Hop eine Lebensphilosophie ist. Zwischen einer Sampling-Session mit Jazz-Songs und dem Basteln von Oldschool-Boom-Bap-Beats, forscht die Dokumentation nach den Wurzeln der Hip-Hop-Kultur. Eine Reise zu den Ursprüngen, die es sich anzutreten lohnt.

8. Murder Was The Case

Bereits seit gut 30 Jahren im aktiv im Rap-Game, hat sich Snoop Dogg bereits in mehreren Filmen als Schauspieler versucht. Sein allererster Auftritt als Schauspieler fand 1994 im Kurzfilm "Murder Was The Case" statt, der unter der Regie von Dr Dre gefilmt wurde. Die Handlung? Nachdem Snoop von einer rivalisierenden Gang erschossen wird, schliesst er einen Pakt mit dem Teufel und kehrt zurück, um sich zu rächen.
Mal abgesehen von dem völlig abgedrehten Drehbuch, verfügt der Kurzfilm über einen exzellenten Soundtrack. So lassen sich eine Vielzahl von Tracks namhafter West Coast Künstler wie "Natural Born Killaz" von Dr Dre und Ice Cube, "What Would U Do" von Tha Dogg Pound oder Sam Sneeds "U Better Recognize" auf der Platte finden.Ein weiterer Beweis dafür, dass Rap und Film eng miteinander verbunden sind.

9. Straight Outta Compton

Die Zusammenarbeit zwischen Ice Cube und Felix Gary Gray hat ihren Ursprung in der Komödie "Friday" aus dem Jahr 1995. Als sich dem Regisseur 2012 eine einmalige Gelegenheit auftat, zögerte er nicht lange. Ergebnis: ein Biopic über eine der wohl prägendsten Gruppen des Gangsta Rap und zahlreiche Award-Nominierungen.
Dazu muss gesagt werden, dass Dr Dre, Ice Cube, Eazy-E, DJ Yella und MC Renvon den jeweiligen Schauspielern perfekt dargestellt werden (einschliesslich O‘Shea Jackson Junior, der seinem Vater zum verwechseln ähnlich sieht). Realität und Fiktion trafen beim Dreh aufeinander, als der umstrittene Suge Knight für den Mord an Producer Terry Carter, der sich während den Dreharbeiten zu Straight Outta Compton ereignete, zu 28 Jahren Haft verurteilt wurde. Das nennt man wohl Karma.

10. Asia Rising – die nächste HipHop-Generation

1 h 1 Min

Asia Rising

Wir werfen einen Blick auf den rasanten Erfolg des asiatischen HipHop und erleben ihn mit den Augen einer vielfältigen Gruppe.

„Asia Rising“ porträtiert asiatische Rap-Superstars, die auf dem besten Weg sind, die Welt zu erobern – eine spannende Szene, die außerhalb Asiens oftmals komplett unterschätzt wird. Hier kann sich das endlich ändern.

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