Natxo González in Teahupoo.
© Jon Aspuru
Surfen

Shortboard oder Longboard? Das sind die Unterschiede

Bevor du dich auf der Jagd nach dem Ride deines Lebens ins Wasser stürzt, solltest du wissen, ob du mit einem Shortboard oder einem Longboard besser zurechtkommst. Hier sind die Unterschiede!
Autor: Jeremías San Martín
6 min readPublished on
Die meisten Pro-Surfer unserer Zeit haben ihre ersten Wellen auf einem Shortboard gesurft, egal in welcher Disziplin sie gerade unterwegs sind. Ob der legendäre Surf-Allrounder Kai Lenny, die baskische Big-Wave-Koryphäe Natxo González oder Paddelboard-Champ Izzi Gomez, sie alle begannen ihre Surf-Karrieren auf einem Shortboard.
Nehmen wir Natxo González als Beispiel. Im Alter von 11 Jahren nahm er bereits an Wettkämpfen in klassischen Surf-Kategorien teil. Mit 13 Jahren wagte er dann den Sprung und wurde süchtig nach größeren Wellen. 2012, im Alter von 17 Jahren, errang Natxo seinen sensationellen Sieg bei der Punta Galea Challenge, der ihm eine Wildcard für die Teilnahme an der WSL Big Wave World Tour in Chile und später an der Hawaiian Pe'ahi/Jaws in Maui einbrachte. Seitdem hat er an Events auf der ganzen Welt teilgenommen und sich mit herausragenden Freesurfing-Leistungen einen Namen in der Weltelite des Big-Wave-Surfing gemacht.

17 Min

Naxto González

Werfe einen Blick hinter die Kulissen und begleite einen der leidenschaftlichsten Athleten des Big-Wave-Surfens dabei, wie er alles aufs Spiel setzt.

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Size matters

Die Größe des Boards ist beim Surfen alles. Je größer das Board ist, desto mehr Stabilität und Auftrieb gewinnt man. Wenn das Board kleiner ist, profitiert man dafür hinsichtlich Manövrierfähigkeit und Bewegungsfreiheit.
Es gibt verschiedene Arten von Boards. Die Wahl des Boards ist entscheidend, wenn es darum geht, eine gute Figur in den Wellen zu machen. Dabei gibt viele Faktoren, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden müssen: Surfniveau, die Art der Welle und persönliche Vorlieben. Um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu verstehen, werden wir die beiden am häufigsten verwendeten Boardtypen genau analysieren: Shortboard vs Longboard. Wir werden uns mit ihren Eigenschaften, ihrer Geschichte und ihren unterschiedlichen Konstruktionen und Designs befassen, die den verschiedenen Techniken entsprechen, die zum Surfen erforderlich sind.
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Longboard

Ruben Fuente mit seinem Longboard.

Longboarden macht Spaß

© Sidrísima

Wie der Name schon erahnen lässt, ist das Longboard das längste und größte Surfboard auf dem Markt. Außerdem es die ursprüngliche Version des Surfboards, dessen Wurzeln bis zum Ursprung des Surfens in der alten polynesischen Kultur zurückreichen.
Die Materialien, aus denen Longboards in der Regel hergestellt werden, haben sich im Laufe der Zeit verändert. Früher waren Boards sehr schwer weil sie aus Holz gefertigt wurden, moderne Boards sind dagegen leichter und bestehen aus synthetischen Materialien wie Polyurethan oder EPS (Styropor). Das Design der Longboards hat sich jedoch nicht wesentlich verändert, seit sie zum ersten Mal für die breite Masse entwickelt wurden.
Longboards sind meist zwischen 2,45 m und 2,75 m lang und etwa 60 cm breit sind, was Folgendes erfordert: Eine gute Technik, wenn du es in den Wellen manövrieren willst, und eine geräumige Garage und ein großes Fahrzeug, wenn du es an den Strand bringen willst.
Die Konfiguration des Finnensystems hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Es kann eine (Single Fin), zwei (Twin Fin), drei (Thruster) oder 2+1 (eine zentrale Finne und zwei kleine seitliche Stabilisatoren) Finnen haben.
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Vorteile eines Longboards

  • Longboards sind in der Regel etwa 60 cm breit. Das sorgt für mehr Stabilität im Wasser.
  • Durch die größere Oberfläche lassen sich Longboards leichter durch das Wasser bewegen als Shortboards, was sie zu einer guten Wahl für kleinere und/oder weniger aggressive Wellen macht.
  • Viel mehr Auftrieb, wenn du im Wasser auf dem Board sitzt oder liegst.
  • Sanfteres und entspannteres Fahrverhalten als ein Shortboard.
  • Das größere Volumen und das sanftere Fahrverhalten von Longboards machen sie zur perfekten Wahl für Anfänger:innen.
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Shortboard

Die kanarische Surferin Laura Coviella trinkt ein Red Bull, bevor sie sich in die Wellen stürzt.

Laura Coviella bereitet sich auf ihre Session vor

© Ginés Díaz / Red Bull Content Pool

Shortboards sind die jüngste Kategorie in der Welt der Surfboards. Sie kamen in den 1960er-Jahren auf den Markt und boten einen schnelleren und vielseitigeren Surfstil. Ihr Aufkommen verdrängte die Longboards fast völlig, bis sie in den 1990er-Jahren ein Comeback erlebten. Bei der Konstruktion von Shortboards gibt es im Allgemeinen zwei Varianten:
  • Die konventionelle Bauweise auf der Basis von Polyurethanschaum, E-Glasfaser und Polyesterharz. Dies ist die traditionelle Bauweise, die seit den 1960er-Jahren weltweit am weitesten verbreitet ist und am häufigsten eingesetzt wird.
  • Die Herstellung auf der Grundlage von expandiertem Polystyrolschaum (EPS), biaxialen Fasern und S-Glas mit Epoxidharz. Sein Hauptmerkmal ist seine bemerkenswerte Leichtigkeit, etwa 20% mehr Auftrieb, und das Fehlen eines Stringers (Holzkern), was Auswirkungen auf den Flex hat.
Shortboards haben in der Regel drei Finnen (Thruster) und sind zwischen 1,60 Meter und 2,15 Meter lang und je nach Modell sehr unterschiedlich breit. Auch der Rocker (Grad der Krümmung des Boards) variiert.
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Vorteile eines Shortboards

  • Shortboards sind in Bezug auf die Größe anpassungsfähiger als Longboards und ihr Design lässt sich leichter für die meisten Wellenbedingungen konfigurieren.
  • Mit ihrer größeren Wendigkeit und Mobilität im Wasser sind Shortboards die bessere Wahl für steilere Wellen, da sie die nötige Geschwindigkeit und Power dafür bieten.
  • Die Größe und das geringere Gewicht von Shortboards machen sie bequemer zu tragen.
  • Der Rocker wird für mehr Geschwindigkeit geopfert, im Austausch für mehr Manövrierfähigkeit und Mobilität, was einen großen Unterschied machen kann, wenn man größere und aggressivere Wellen in Angriff nimmt.
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Der Unterschied

Einfach ausgedrückt: Longboards eignen sich besser für das Freizeit- und Gelegenheitssurfen. Natürlich kannst du auch mit einem Longboard an Wettkämpfen teilnehmen, und viele Profis tun das auch, aber wenn du keine Ambitionen hast, dich über die Basics des Surfens hinauszuwagen, solltest du auf jeden Fall ein Longboard probieren. Suche dir einfach einen gemütlich Beachbreak im Sommer mit maximal brusthohen Wellen. Selbst wenn die Bedingungen nur knapp über Knöchelhöhe sind, wirst du mit einem Longboard sehr viel Freude haben.
Kurze Boards hingegen sind ideal für maximale Geschwindigkeit und scharfe Turns. Vor allem, wenn erfahrene Surfer ein Shortboard unter den Füßen haben und genau wissen, wann, wo und wie sie das Beste aus jeder Welle herausholen können. Das Spektrum der Wellen, die man mit einem Shortboard erwischen kann, ist sehr breit, obwohl Shortboard-Nutzer:innen in der Regel auf der Jagd nach kräftigen und hohlen Wellen sind. Die Wendigkeit eines Shortboards kann jedoch Fluch und Segen zugleich sein. Die Reaktionsfähigkeit des Boards bedeutet auch, dass es wirklich auf alles reagiert -- im Positiven wie im Negativen. Verlagerst du dein Gewicht auf die falsche Seite des Boards, bist du schneller in der Wellen-Waschmaschine als du "Wipe-Out" sagen kannst.
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Fazit

Die meisten Surf-Pros werden Anfänger:innen empfehlen, sich vom Shortboard fernzuhalten, bis sie die Grundlagen des Surfens beherrschen und in der Lage sind, eigenständig und sicher Wellen zu erwischen. Egal, ob du dich für ein Longboard oder ein Shortboard entscheidest, achte immer darauf, dass du die Basics beherrscht, bevor du dich auf die Jagd nach dem Ride deines Lebens ins Wasser begibst!

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Natxo Gonzalez

Possessing an enormous amount of talent, Basque shredder Natxo González is one of Europe’s most prominent big wave surfers.

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Hard charging Spanish surfer Laura Coviella is determined to change the face of women's surfing, one perfect tube at a time.

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1 Staffel · 3 Folgen