Afrob 2017
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Music

Rolle mit HipHop: die 13 besten Songs von Afrob

Geschlagene 24 Jahre ist Afrob nun schon Teil des hiesigen Rapgames. Grund genug, seine Diskographie in einer unumstößlichen Best-Of-Liste zusammenzufassen.
Autor: Amadeus Thüner
5 min readaktualisiert am
Afrob, der man mit der Frisur, der Mann mit dem Weed, der Mann mit dieser außergewöhnlichen Stimme hat schon Flows auf Beats gebracht, da hat die Hälfte der aktuell gefeierten Rapper noch mit der Nase vor der „Sendung mit der Maus“ gehangen. Doch Legendenstatus entsteht nicht nur über die Jahre, sondern vor allen Dingen aufgrund großer wie wichtiger Songs. Und von denen hat Robbe so einige im Petto. Show some respect!

1, 2, 3, ... Rhymes Galore (mit DJ Tomekk, Grandmaster Flash, Flavor Flav und MC Rene)

Es war 1999 und DJ Tomekk nahm sich vor, ein transatlantisches Produzentenalbum auf die Beine zu stellen und damit seine Liebe zum HipHop zu manifestieren (und gleichzeitig um den Gefallen zu bitten, doch bitte Gangster zu bleiben). Das übrigens in Zusammenarbeit mit der Sportmarke Fila, die sich damals auch als Plattenfirma versuchten. Für die erste Single holte er sich die krude Mischung aus Uhrmacher Flavor Flav, Freestyle-Urgestein MC Rene und eben Afrob in die Booth, um im Video Specter im Fahrstuhl malen zu lassen und mit der ersten Single auf Platz 6 zu gehen. Afrob wurde dabei im heute stillgelegten Flughafen Tempelhof festgehalten und brüllt sich seine Wut gekonnt durch den Telefonhörer. Attitüde. Punkt.

Reimemonster (mit Ferris MC)

Zwei Dinge gingen mir durch den Kopf, als ich das Video das erste Mal im Fernsehen sah. 1.: Ich will rappen. 2.: Ich brauche dringend diesen schneeweißen Nike Sweater. 3.: Wenn ich alt genug bin, springe ich dazu im Club rum und verschütte meine Cola. Auch heute noch steht die 12" von „Reimemonster“ in meinem Plattenregal. Klassiker.

Mutterstadt (mit Massive Töne und Maximilian)

Aber Afrob hat's schon deutlich vorher getan: „Stuttgart-Pfaffenäcker meldet sich zu Wort“ war 1996 sein Einsatz auf der ewigen Stuttgart-Hymne der Massiven Töne, übrigens an der Seite von Max(imilian) Herre. Eine folgenreiche Wortmeldung war das, auf einem unbestrittenen Klassiker des Genres.

Sneak Preview (mit Samy Deluxe)

Wie bereits im Abriss der besten Songs von Samy Deluxe zu lesen, ist „Sneak Preview“ einer der besten Songs in beiden Karrieren dieses freundschaftlichen Rapverhältnisses. Selten haben zwei MCs auf einem Beat so gut harmoniert wie hier.

Legendär/Populär (mit Samy Deluxe)

Wagen wir kurz den Vorher-nachher-Vergleich und springen zur lang erwarteten ASD-Reunion mit "Blockbasta" im Jahr 2015. "Legendär/Populär" könnte ein "Sneak Preview"-Sequel sein, wenn man's drauf anlegt, aber wer tut das schon? In jedem Fall punktet das Dreamteam auch hier mit einem massiven Headbanger.

4 Fists (mit KC Da Rookee, Samy Deluxe, D-Flame und DJ Desue)

DJ Desue besorgt den Beat beim Remix, der dann doch die offizielle Single wurde, und im Video mimt man mittelalterliches Musketiergehabe. Hatte jetzt nicht unbedingt so viel Style, aber der Song war Anfang der 2000er einfach auf den Punkt. Außerdem singsangrappt keiner das Wort „Wichse“ so emotional wie D-Flame …

Made in Germany

Sozialkritische Themen umschiffte Afrob ob all seiner Representer- und Partysongs dennoch nicht, auch wenn er sich in manchen Aussagen sicherlich gerne mal ein wenig verlief. Dass er politisch interessiert und daher auch bereit ist, eine Meinung zu vertreten, kann man ihm aber nicht absprechen. Alltagsrassismus stand dabei ganz oben auf seiner Agenda. Und diesem wichtigen Thema hielt er bereits 2001 auf dem gleichnamigen Album seine Thesen vor.

Immer weiter

Im Februar 2014 meldete sich Afrob nach einer fünfjährigen Pause zurück – und wie macht man das in Rapdeutschland am besten? Richtig, mit einem ordentlichen Representer. Ein paar Horns von Rik Marvel auf Abfahrt getrimmt und Afrob flowt sich zurück auf die Bühnen. Fair enough.

RIP (mit Megaloh)

Ähnlich wie mit Samy funktioniert Robbe auch unfassbar gut zusammen mit dem Moabiter Megaloh. Auf der zweiten Single des Albums „Push“ kurz mit Versen geworfen und der Status ist untermauert. 2014er Rapshit auf den Punkt.

Rap ist (Extended) (mit Max Herre, MoTrip, Samy Deluxe und Megaloh)

Robbe hält seit Anfang seiner Zeit die Fahne für HipHop so hoch, als würde er damit die ganze Welt bekehren wollen. Somit ist es auch nicht verwunderlich, wenn er im Intro der ausgedehnten Version von „Rap ist“ erst mal klärt, ob auch ein paar richtige HipHop Fans im Haus sind. Was danach nämlich kommt, ist genau das: Raps auf Beats. Einfach wie effektiv.

Wo sind die Rapper hin?

Afrob sitzt beim Chinesen und isst Eierreis mit Hühnchen und fragt sich, wo die ganzen Rapper hin sind. Das war 2009. Ob die Frage bis heute geklärt werden konnte? Fragt Afrob.

Einfach (mit Meli)

„Ich wollt', es wär' so einfach/Doch ich weiß, dass ich dich nicht für mich allein hab.“ Unprätentiöse Herzschmerzsongs zu schreiben, kriegen nur wenige hin. „Einfach“ mit Meli vom 1999er „Rolle mit HipHop“ ist so ein Song. Storytelling zwischen Hoffnung und Depression.
Hier gibt's statt der Originalversion eine herrliche Live-Version aus den Red Bull Studios Berlin, erschienen auf Afrobs Unplugged-Album „Beats, Rhymes & Mr.Scardanelli“:

Stein auf Stein (mit Haze)

Uneinholbar weit weg gibt sich Robbe bei seinem Spät-2019er-Album "Abschied von gestern", gleichzeitig nahbar und versöhnlich. "Stein auf Stein" mit Brudi Haze hätte ein kleiner Sommerhit werden müssen, mindestens – da drücken wir einfach mal auf Repeat. Bis ganz bald, Robbe!