Vor nicht allzu langer Zeit war Dominique Young Unique pleite und schlief mit ihrer Mutter jede Nacht im Auto, um dem schwierigen Leben Zuhause zu entfliehen. 2012 drehte sie mit Branko von Buraka Som Sistema in den Red Bull Studios London das Video zu 'Going in Hard'. Jetzt leiht die Rapperin einem der größten Club-Hits dieses Sommers ihre Stimme: 'Earthquake' von DJ Fresh und Diplo, der als Soundtrack von Kick Ass 2 auch schon bald durch Kinos schallen wird. Was jetzt nicht bedeutet, dass die Rapperin aus Tampa dann ins nächste Kino fährt, um sich den Streifen anzusehen.
"Ich bin eher so ein Disney-Girl", strahlt sie und tauscht ihr wildes Fauchen, wie man es vom Album kennt, gegen ein süßes Schnurren. "Ich würde liebend gerne ein paar Disney-Songs covern. Zum Beispiel 'Colours of the Wind' aus Pocahontas. Als ich fünf war, war mein komplettes Zimmer voll mit Pocahontas-Kram. Ich sehe ihr wahrscheinlich ähnlich, deswegen konnte ich mich mit ihr identifizieren. Also 'Colours of the Wind' könnte ich definitiv meinen Swag verpassen."
Doch Uniques Weg aus der Anonymität zum Hip-Hop-Star hat nichts mit Disneys märchenhafter Magie zu tun, sondern nur mit einer Sache: harter Arbeit. Die 21-Jährige legt sich seit 2010 ins Zeug. Dank ihrer Mixtapes, auf denen sie unglaublich schnellen Rap mit harten Electro-Beats vermischt, stand sie schnell mit Acts wie Gucci Mane, Big Boi und NERD auf der Bühne. Nicht zu vergessen: Die Vogue fotografierte den aufstrebenden Star für seine August-Ausgabe 2012.
"Es war eine ziemlich wilde Fahrt", gibt sie zu. "Seit ich elf bin, habe ich Reime gebastelt. Ich wollte immer genau das und jetzt bin ich so weit gekommen. Ich bin sehr dankbar dafür."
"Die Reaktionen auf 'Earthquake' waren der Wahnsinn", so Unique. "Ich hatte ein neues Management, das mich mit den Leuten von DJ Fresh in Kontakt brachte. Also ging ich mit ihm ins Studio und sang diese Hook ein, die ich im Kopf hatte. Mit Diplo hatte ich nur Email-Kontakt, bis der Track dann fertig war."
"Wir trafen uns später in Miami, das war so lustig und auch peinlich – ich konnte einfach nicht aufhören, über seinen Kopf zu lachen. Im Ernst, er hat einen riesigen Schädel! Aber er ist echt ein süßer Typ." Ob sie schon mal ein echtes Erdbeben erlebt hat? "Nein. Das Schlimmste, was ich in Tampa erlebt habe, war heftiger Nieselregen."
Mit den Aufnahmen für ihr Debütalbum in London, wo sie "das Wetter hasst, aber Essen und Shopping liebt", ist Unique fertig. Schon jetzt hat sie Pläne für die nächsten Kollabos und das sind keine kleinen Fische.
"Natürlich ist Jay Z jemand, mit dem ich gerne arbeiten würde. Und alle lieben Beyoncé, also muss ich die gar nicht erwähnen, oder?", lacht sie. "Aber Tina Turner ist so etwas wie die Beyoncé der Generation meiner Mutter. Ich hätte sie gerne auf einem richtig schönen Trap Beat und würde gerne mit ihr arbeiten. Ich liebe sie!"
Das Album, verspricht sie, wird den Titel ihres 2010er Tapes 'Domination' wahr machen. "Es wird eine unglaublich leidenschaftliche, fette Urban-Platte. Ihr seid alle noch nicht bereit dafür."